Doll bleibt, Bade kommt

DORTMUND Das Hin und Her ist beendet: Borussia Dortmund hat gestern die Vertragsverlängerung mit Thomas Doll (41) bekannt gegeben. Der Trainer unterschrieb einen Kontrakt bis zum 30. Juni 2010. In Alexander Bade (37) verpflichtete der Klub obendrein einen neuen Torhüter.

von Von Sascha Fligge

, 25.01.2008, 21:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dolls Arbeitspapier ist eines, das auf Kompromissen beruht. Ursprünglich wollte der BVB die Zusammenarbeit mit ihm auf jenen Zeitraum beschränken, der zuvor auch mit Michael Zorc (45) ausgehandelt worden war. Dortmunds Sportdirektor hatte vor zweieinhalb Wochen lediglich bis 2009 verlängert.

Was die Laufzeit betrifft, hat sich Doll mit seinem Berater Wolfgang Vöge letztlich durchgesetzt. Im Gegenzug musste aber auch er eine bittere Pille schlucken: Sein Vertrauensmann – Mentaltrainer Jürgen Lohr – wird in der kommenden Spielzeit nämlich nicht mehr dem offiziellen Stab angehören und nur noch im Bedarfsfall konsultiert (wir berichteten). Lohr waren gezielte Indiskretionen vorgeworfen worden. Er und Doll wehren sich aber vehement gegen derlei Behauptungen. Die getroffenen Kompromisse thematisieren wollte Doll am Freitag nicht: „Das geht nur mich etwas an!“

Faktor Geld

Der Coach betonte lediglich, er habe gemeinsam mit KGaA-Boss Hans-Joachim Watzke und Zorc inzwischen ein tragfähiges Konzept entwickelt. Eben dieses sieht auf der Basis des zunehmend größer werdenden finanziellen Dortmunder Spielraums die Rückkehr in den internationalen Wettbewerb vor. „Ein konkretes Zieljahr“, sagte Doll, „werde ich Ihnen aber nicht nennen. Das wäre dann nur so ein Spruch, den man einfach mal daher sagt.“

Den Einfluss seiner Vertragsverlängerung auf die schwelenden Verhandlungen mit dem gefühlten Mannschaftskapitän Sebastian Kehl (27) schätzt Doll als „nicht vorhanden“ ein. „Solche Gedanken“, sagt er, „habe ich mir schon zu meiner Zeit beim Hamburger SV abgewöhnt. Am Ende machen die Jungs ihre eigenen Verträge – und dann spielen plötzlich ganz andere Dinge eine tragende Rolle.“ In der Regel vor allem der Faktor Geld.

Paderborn meldete Transfer

Während Dolls künftiges Fixum bereits fixiert wurde, muss sein Stab noch zu Verhandlungen antreten. „Das alles“, meint der Cheftrainer, „wird in den nächsten Tagen über die Bühne gehen.“ Die bisherige Bilanz der sportlichen Leitung (11 Liga-Siege, 11 Niederlagen, 4 Remis‘) wirkt durchaus ausbaufähig.

Neu im Team des BVB ist Alexander Bade (37, SC Paderborn). Als wir den Torhüter am frühen Freitagabend erreichten, befand er sich gerade „auf dem Weg zur medizinischen Untersuchung“ und hoffte, „dass ich noch heute Abend einen Vertrag bis zum Saisonende unterschreiben kann“. Der SC Paderborn meldete den Transfer bereits als perfekt. Die Ostwestfalen haben in Carsten Nulle (33, SC Freiburg) schon einen Ersatz verpflichtet.

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