Emre Can: „Lucien Favre muss seine eigene Geschichte beim BVB schreiben“

hzExklusiv-Interview

Emre Can will mit dem BVB Titel gewinnen. Im Exklusiv-Interview spricht er über seinen Werdegang, über Lerneffekte aus der vergangenen Saison - und lobt Lucien Favre in den höchsten Tönen.

Bad Ragaz

, 16.08.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 9 min

Es ist Ihr erstes Trainingslager mit Borussia Dortmund. Sie sind schnell einer der Leistungsträger beim BVB geworden, aber es heißt, Ihre „Taufe“ stehe noch aus. Auch Führungsspieler müssen offenbar singen. Schon aufgeregt?
Das ist Wahnsinn, oder? Nach sechs Monaten noch singen, da müssen wir nochmal drüber reden. Ich weiß wirklich nicht, wer sich diese Regeln ausdenkt (lacht).


Haben Sie sich schon einen Song ausgesucht?

Nein (es wurde am Samstagabend „Haydi Söyle“ von Ibrahim Tatlises, Anm. d. Red.). Und ich bin tatsächlich der schlechteste Sänger auf dieser Welt (stimmt wirklich, Anm. d. Red).

Wir haben direkt an „You’ll Never Walk Alone“ gedacht. Das läge doch irgendwie nahe, oder?

Nee, nee, besser nicht. Hinterher habe ich noch einen Texthänger. Das wäre ja doppelt peinlich.


Mal abgesehen von der eigenen musikalischen Darbietung. Wo bekommen Sie bei der Hymne mehr Gänsehaut, in Liverpool oder in Dortmund?

In Liverpool bekommt man das Lied als Spieler noch intensiver mit, weil die Fans es singen, wenn die Mannschaften aufs Feld kommen. In Dortmund läuft „You’ll Never Walk Alone“, wenn wir noch in den Katakomben sind, der zeitliche Ablauf ist ein bisschen anders. Aber so oder so mag ich dieses Lied sehr. Es motiviert mich einfach unheimlich, wenn ich es höre, und Gänsehaut bekomme ich eigentlich jedes Mal.

„Auf dem Platz bin ich laut.“
Emre Can


Wenn
man Sie auf dem Fußballplatz beobachtet, bekommt man den Eindruck, dass es Ihrem Gesang zumindest nicht an der nötigen Lautstärke fehlen dürfte. Sie sind ein sehr lauter Spieler, oder täuscht der Eindruck?

Auf dem Platz bin ich laut, ja. Aber außerhalb des Platzes wird mir meistens nachgesagt, dass ich zu leise rede und manchmal kaum zu verstehen bin. Auf dem Feld ist das anders. Da versuche ich ganz bewusst, laut zu sein und meinen Mitspielern die richtigen Anweisungen zu geben.



Sie werden eigentlich immer als Anführer beschrieben. Und Sie beschreiben sich ja selbst auch als Führungsspieler, das haben Sie sogar schon getan, als Sie noch deutlich jünger waren. Woher kommt das?

Es ist schwierig, das zu in Worte zu fassen. Ich versuche einfach voranzugehen und meinen Mitspielern zu helfen. Ich will die Mannschaft mitreißen und immer alles reinwerfen. Wenn ich das schaffe, bin ich auch ein Führungsspieler. Am Ende sind aber immer die Leistung und das Auftreten auf dem Platz entscheidend, nicht das, was erzählt oder gesagt wird. Ich glaube jedenfalls, dass man es höchstens zum Teil lernen kann, ein Führungsspieler zu sein, sondern dass man da eher reingeboren wird. Manche Spieler tragen die dafür nötigen Tugenden vielleicht mehr in sich als andere. Das Alter spielt dabei keine so große Rolle.

Im Training und im Spiel: Emre Can ist beim BVB ein Anführer auf dem Platz.

Im Training und im Spiel: Emre Can ist beim BVB ein Anführer auf dem Platz. © Noah Wedel / Kirchner-Media

Sind Sie als Spieler also schon immer so aufgetreten wie jetzt?

Ja, ich war schon immer so. Seitdem ich Fußball spiele, wollte ich immer vorangehen. Egal, wo ich gespielt habe.


Welche Rolle spielt dabei Ihre Kindheit in der Frankfurter Nordweststadt?

Für meine Entwicklung als Fußballer: eine riesige. Ich bin davon überzeugt, dass jedes Kind auf der Straße anfangen sollte, Fußball zu spielen, weil es dort unheimlich viel zu lernen gibt. Es geht natürlich um die Technik, aber es geht auch darum, sich durchzusetzen. Die Nordweststadt ist nicht die feinste Gegend - und ich habe immer mit Jungs zusammengespielt, die waren fünf, sechs Jahre älter als ich. Da ging es auch mal ein bisschen rauer zu.

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Muss man da zwangsläufig ein bisschen lauter sein?

Man muss härter sein! Wenn du nicht alles gibst, hast du keine Chance, weil du körperlich sowieso nicht mithalten kannst. Ich habe früh gelernt, dass ich mehr investieren muss, wenn ich mithalten oder besser sein will als die anderen Jungs. Das habe ich überall mit hingenommen. Ich habe eigentlich einfach immer nur versucht, besser als andere zu sein. Dann kommt der Rest von alleine.


Sie haben früh auf die Karte Fußball gesetzt, sind mit 15 Jahren von Eintracht Frankfurt zu Bayern München gewechselt und ins Internat gezogen. Heute ist klar, dass dieser Schritt wohl der richtige war. Aber sie haben sicherlich auch viel aufgegeben für den Traum vom Fußballprofi. War Ihre Jugend mit 15 zu Ende?

Natürlich habe ich auf vieles verzichtet, aber ich fand meine Jugend wunderschön. Ich würde nicht sagen, dass sie mit 15 vorbei war. Trotzdem ist es im Fußballgeschäft so, dass man sehr schnell erwachsen werden muss. Wenn du gut bist, stehst du sehr früh im Rampenlicht - und man muss aufpassen, was man sagt und wie man sich gibt. Dabei geht sicherlich ein bisschen was von der jugendlichen Leichtigkeit verloren. Man wird vorsichtiger, aber ich blicke dennoch sehr gerne auf meine Jugend zurück.

„Gerade für Jude ist es natürlich anspruchsvoll.“
Emre Can


Wenn Sie Ihre Anfangszeit als Profi vergleichen mit den jungen Spielern, die h
ier im Trainingslager dabei sind, was denken Sie dann? Youssoufa Moukoko ist erst 15 Jahre, Jude Bellingham gerade 17 Jahre alt und sein Rucksack schon über 20 Millionen Euro schwer. Ist die Herausforderung für diese Jungs noch einmal schwerer zu meistern?

Es wird auf jeden Fall nicht leichter für sie. Mein Eindruck ist, dass sie sehr gut mit der Situation umgehen. Man sieht, dass sie eine außergewöhnliche Qualität haben, sonst wären sie nicht jetzt schon bei uns dabei. Gerade für Jude ist es natürlich anspruchsvoll, weil er in ein Land kommt, das er noch nicht kennt und dessen Sprache er noch nicht spricht. Ich bin auch ziemlich früh ins Ausland gewechselt (mit 20 Jahren zum FC Liverpool, Anm. d. Red.) und kann damit nachvollziehen, wie sich das anfühlt. Alles ist plötzlich neu, alles ist anders. Er wird ein bisschen Zeit brauchen, um sich an Deutschland und seinen neuen Verein zu gewöhnen. Wir werden sie ihm sicherlich geben.


Für Sie ging es von München aus über Leverkusen, Liverpool und Turin nach Dortmund. Wie fällt Ihr erstes Fazit mit Blick auf die Zeit beim BVB aus?

Super. Ich fühle mich hier sehr wohl. Ich hatte tolle erste sechs Monate, auch wenn ich, wie wir alle, auf die Corona-Pandemie natürlich liebend gerne verzichtet hätte. Aber das Leben ist manchmal so. Trotzdem passt es zwischen mir und Borussia Dortmund sehr, sehr gut. Ich mag meine Mitspieler, ich mag das Umfeld, ich mag meinen Trainer. Alles passt.

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Was kann oder muss vielleicht trotzdem noch besser werden in der nächst en Saison?

Wir müssen die entscheidenden Spiele gewinnen. Ich glaube, wir lernen da gerade sehr viel mit unserer jungen Mannschaft. In den entscheidenden Momenten kommt es sicherlich auch darauf an, wer es mehr will. Da machen wir Fortschritte und müssen sie auch machen. Ich finde, es war mehr drin in der vergangenen Saison, auch wenn ich erst seit einem halben Jahr hier bin. In den Spielen gegen die Bayern oder gegen Paris waren wir eigentlich auf Augenhöhe, aber die letzten Prozent haben am Ende gegen uns entschieden. In der neuen Saison müssen wir es vielleicht noch ein bisschen mehr wollen, damit wir diese Spiele nicht verlieren, sondern gewinnen. Das soll nicht falsch rüberkommen, wir haben eine gute Saison gespielt, aber ich bin davon überzeugt, dass es noch besser geht. Das gilt auch für mich persönlich: Es war okay, aber ich habe noch Luft nach oben.


Sie sagen, dass es vor allem ums Wollen geht. Kann man das lernen, kann man das trainieren?

Auf jeden Fall. Ich bin davon überzeugt, dass uns die Niederlagen aus der vergangenen Saison weiterbringen werden, weil wir es in Zukunft unbedingt besser machen wollen. Vielleicht muss man das Gefühl der Niederlage erst kennenlernen, um diese Siegermentalität zu entwickeln, die die absoluten Topklubs schon haben. Das ist ein Prozess, den eine junge Mannschaft durchlaufen muss. Wenn das jeder bei uns begreift, werden wir die entscheidenden Spiele in der nächsten Saison nicht mehr verlieren.

„Für mich zählt allerdings in erster Linie, dass ich jedes Spiel gewinnen will.“
Emre Can


Sie wissen, wie der FC Bayern München tickt. Und wenn man die Bayern unter Hansi Flick so sp
ielen sieht, dann fällt es schwer zu glauben, dass der Deutsche Meister 2021 nicht auch wieder Bayern München heißt. Frustriert Sie das, oder spornt es Sie an?

Mich spornt es eher an, aber eigentlich ist es mir egal, was die Bayern machen. Natürlich haben sie eine unfassbare Qualität, und natürlich ist es schwer, sie hinter sich zu lassen. Für mich zählt allerdings in erster Linie, dass ich jedes Spiel gewinnen will. Der Rest ist nebensächlich - und am Ende gucken wir, was dabei rausspringt.


Sie sind vom BVB nicht nur wegen Ihrer fußballerischen Qualität, sondern auch wegen Ihrer mentalen Stärke verpflichtet worden. Manchmal gewinnt man bei Ihnen allerdings fast den Eindruck, dass das Thema Mentalität das Thema Fußball überstrahlt. Nervt Sie das?

(lacht) Vielen Dank für diese Einschätzung. Ehrlich gesagt, ist es tatsächlich ein bisschen nervig. Ich hätte nicht für so große Vereine gespielt, wenn ich nicht mit dem Ball umgehen könnte. Manchmal wird das vielleicht ein bisschen vergessen.

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In jedem Fall sollen Sie bei Borussia Dortmund Verantwortung auf dem Platz übernehmen. Wird sich Ihre Rolle in der neuen Saison nach einer kompletten Vorbereitung mit der Mannschaft diesbezüglich noch einmal verändern?

Das wird sich zeigen. An erster Stelle steht immer meine persönliche Leistung. Wenn die nicht stimmt, müssen wir über Verantwortung nicht reden.


Hegen Sie Ambitionen, vielleicht auch ein entsprechendes Amt innerhalb der Mannschaft zu übernehmen? Stichwort Mannschaftsrat.

Darüber mache ich mir keine Gedanken. Falls es so kommen sollte, dann kommt es so. Ich brauche allerdings keine Binde und kein Amt, um meine Meinung mitzuteilen. Wenn es etwas zu sagen gibt, dann traue ich mir das auch so zu.

„Mir ist nur wichtig, dass ich zentral eingesetzt werde.“
Emre Can


Und auf welcher Position sehen Sie sich?

Früher habe ich mich immer als Mittelfeldspieler gesehen, aber das hat sich im Laufe der Zeit verändert. Mittlerweile ist es mir egal, ob ich im Mittelfeld oder in der Abwehr spiele. Mir ist nur wichtig, dass ich zentral eingesetzt werde, weil ich mich da viel wohler fühle als außen. Wo genau ich der Mannschaft dann am besten weiterhelfen kann, muss der Trainer entscheiden.


Mit Blick auf die Europameisterschaft im nächsten Sommer wäre eine feste Position vielleicht nicht schlecht, oder?

Vor allem wäre es nicht schlecht zu spielen (lacht). Ich bin mir sicher, dass der Bundestrainer mich gut genug kennt und weiß, auf welchen Positionen er mit mir planen kann. Ob Abwehr oder Mittelfeld - das ist mir wirklich egal, nur zentral sollte es wie gesagt sein. Ich glaube, dass meine Vielseitigkeit mir eher hilft, als dass sie mir schadet.

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Was hier in Bad Ragaz in den ersten Einheiten auffällt, ist, dass Sie viel mit den jungen Spielern im Kader sprechen, gerade auch mit Youssoufa Moukoko. Wie können Sie den Jungs helfen, was geben Sie ihnen weiter?

Ich bin mir sicher, dass es den jungen Spielern guttut, wenn sie von den erfahreneren Spielern ein bisschen an die Hand genommen werden. Ich habe mich früher immer gefreut, wenn mir ein älterer Spieler geholfen hat. Die jungen Spieler sollen sich bei uns wohl fühlen, und da hilft es natürlich, wenn wir auch mit ihnen sprechen. Egal, wie viel Selbstbewusstsein die Jungs schon haben, natürlich sind sie ein bisschen aufgeregt, wenn sie zum ersten Mal bei den Profis dabei sind. Das ist einfach so, und das ist ja auch ganz normal.


Sie selbst haben mal gesagt, dass Sie früher auf der Straße immer Zinedine Zidane nachgeeifert haben. Die junge Spielergeneration von heute schaut vermutlich eher auf Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo. Haben Sie das Gefühl, dass die jungen Spieler Ihnen besonders aufmerksam zuhören, weil Sie schon mit Ronaldo zusammengespielt haben?

Lustigerweise hat mich Youssoufa (Moukoko, Anm. d. Red.) eben beim Mittagessen über ihn ausgequetscht. Er wollte wissen, wie es ist, mit ihm zusammenzuspielen, und was er für ein Typ ist.

Was haben Sie ihm erzählt?

Dass ich diese Fragen schon viel zu oft beantworten musste (lacht). Aber ich habe ihm trotzdem erzählt, dass Cristiano nicht nur unglaublich talentiert, sondern dazu auch ein unfassbarer Arbeiter ist, total professionell. Er überlässt nichts dem Zufall.


Sie gelten ja schon als erfolgsbesessen. Ist Ronaldo noch süchtiger nach Erfolg?

Er ist auf jeden Fall extrem. Wenn er ein Trainingsspiel verliert, ist er sauer. Wenn er beim Torschusstraining zu wenig Tore erzielt, ist er sauer. Wenn er gewinnt, freut er sich dagegen wie ein kleiner Junge. Immer noch, nach all den Jahren. Jeden Tag.


Gibt’s da beim BVB noch Nachholbedarf?

Nicht nur beim BVB. Von Cristiano kann sich fast jeder Fußballer auf der Welt eine Scheibe abschneiden. Er ordnet alles dem Erfolg unter. Darum geht’s, wenn man der Beste sein will.

„Wenn du im Fußball elf Krieger auf dem Platz hast, kannst du ganz viel gewinnen.“
Emre Can


Über Ihre
Zeit bei Juventus haben Sie mal gesagt, als es in Turin noch gut für Sie lief: „Juventus ist ein familiärer Verein. Jeder begegnet sich mit Respekt und Herzlichkeit - das fängt beim Zeugwart an und hört beim Präsidenten auf. Bei uns würde jeder für jeden den Kopf hinhalten.“ Wie wichtig sind Werte im Fußball?

Super wichtig, ganz ehrlich. Als junger Spieler ist einem das vielleicht noch nicht so bewusst. Wenn du im Fußball elf Krieger auf dem Platz hast, kannst du ganz viel gewinnen, auch wenn der Gegner womöglich übermächtig erscheint. Das wird sich nicht ändern im Fußball. Es geht darum, dass jeder für jeden da sein muss auf dem Platz, nicht nur um die Qualität jedes einzelnen Spielers.


Verschiebt sich da gerade was im Profifußball? Die Top-Talente stoßen immer früher zu den Profis, werden teilweise früh zu eigenen Marken, inszenieren sich in den sozialen Medien, es ist immer mehr Geld im Umlauf. Gerät der mannschaftliche Erfolg vielleicht ein bisschen aus dem Fokus, ist der persönliche Erfolg immer wichtiger? Oder ist das alles nur Schwarzmalerei?

Es ist schwer, das allgemein zu beantworten. Ich kann nur für mich sprechen, und wenn ich ehrlich bin, muss ich sagen: Mir war der mannschaftliche Erfolg mit 20 wahrscheinlich auch noch nicht so wichtig wie jetzt mit 26. Als 20-Jähriger ärgerst du dich vielleicht noch nicht so sehr über eine Niederlage, wenn du selbst gut gespielt hast. Man lernt mannschaftlichen Erfolg mit der Zeit anders schätzen. Wenn wir verloren haben, bringt es mir heute nichts mehr, wenn ich gut gespielt habe. Dann liege ich nachts trotzdem wach, kann nicht schlafen und frage mich, warum wir nicht gewonnen haben. Als junger Spieler war ich noch nicht so weit, deswegen werde ich den jüngeren Spielern bestimmt keinen Vorwurf machen. Aber jetzt will ich einfach nur Titel gewinnen, der Rest ist für mich nicht wichtig.

Das klingt so , als müssten die vielen jungen Spieler beim BVB sehr schnell lernen, unbedingt Titel gewinnen zu wollen.

Ich hoffe, wir älteren Spieler können es ihnen sehr schnell beibringen. Ich glaube, wir haben dafür die richtige Mischung im Kader.


In der vergangenen Saison wurde beim BVB mit Blick auf verpasste Titelchancen immer wieder auch über Lucien Favre diskutiert. Sie haben sich früh öffentlich für einen Verbleib des Trainers ausgesprochen. Was schätzen Sie an seiner Arbeit?

Seine Menschlichkeit. Mir ist egal, ob ein Trainer einen großen Namen hat oder nicht. Erst einmal muss er ein guter Mensch sein, damit ich ihn schätzen kann. Das ist bei Lucien Favre zu 100 Prozent der Fall. Und fachlich gibt es für mich keine Zweifel an seiner Qualität.

Emre Can sagt über Lucien Favre: „Mir ist egal, ob ein Trainer einen großen Namen hat oder nicht. Erst einmal muss er ein guter Mensch sein, damit ich ihn schätzen kann. Das ist bei Lucien Favre zu 100 Prozent der Fall.“

Emre Can sagt über Lucien Favre: „Mir ist egal, ob ein Trainer einen großen Namen hat oder nicht. Erst einmal muss er ein guter Mensch sein, damit ich ihn schätzen kann. Das ist bei Lucien Favre zu 100 Prozent der Fall.“ © Kirchner-Media

In Dortmund muss sich jeder Trainer der jüngeren Vergangenheit an Jürgen Klopp messen lassen, zumindest bei den Fans. Ist das unfair?

Ich denke schon. Jürgen Klopp ist nun mal Jürgen Klopp, man kann ihn ja nicht einfach kopieren. Lucien Favre ist ein ganz anderer Typ - und er muss seine eigene Geschichte beim BVB schreiben. Hoffentlich wird die nächste Saison sehr, sehr erfolgreich.


Sie haben mit beiden Trainern zusammengearbeitet. Kann man die beiden überhaupt miteinander vergleichen?

Nein, absolut nicht. Sie sind komplett verschiedene Typen. Das heißt aber nicht, dass das eine gut und das andere schlecht ist. Darum geht’s nicht. Für mich sind beide auf ihre Weise großartige Trainer, und ich bin glücklich, dass beide meine Trainer waren oder sind. Im Idealfall sind wir unter Lucien Favre in der nächsten Saison genauso erfolgreich, wie der BVB es unter Jürgen Klopp war. Dann wird auch nicht mehr diskutiert.

Zum Abschluss: Wie schaffen Sie es eigentlich, zwischendurch vom Fußball-Alltag abzuschalten?

Ehrlich gesagt kann ich während einer Saison gar nicht abschalten. Ich schaffe das einfach nicht. Ich kann nur abschalten, wenn ich mal ein paar Wochen Urlaub habe, ansonsten dreht sich alles um Fußball. Man ist immer unter Strom, weil die nächste Trainingseinheit und das nächste Spiel immer im Hinterkopf sind. Deswegen tat die Sommerpause richtig gut. Jetzt warten intensive Monate auf uns, aber ich freue mich drauf.

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