Erstmals Unisex-Toiletten im Signal Iduna Park - BVB hat ein Ordner-Problem

Länderspiel im Oktober

Wenn Deutschland am 9. Oktober Argentinien zum Testspiel in Dortmund empfängt, wird es erstmals Unisex-Toiletten im Signal Iduna Park geben. Der BVB wird dabei ganz genau hinschauen.

Dortmund

, 23.07.2019, 11:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Erstmals Unisex-Toiletten im Signal Iduna Park - BVB hat ein Ordner-Problem

Beim Länderspiel gegen Serbien Ende März in Wolfsburg setzte der DFB erstmals auf Unisex-Toiletten. In Dortmund wird das am 9. Oktober auch der Fall sein. © imago

Bereits beim Länderspiel der DFB-Elf gegen Serbien in Wolfsburg und beim Pokalfinale in Berlin hatte der Verband genderneutrale Toilettenräume eingerichtet. Für alle Heimspiele der Nationalmannschaft soll ein genderneutrales Stadion künftig zum Standard werden.

Zwei Veränderungen zum genderneutralen Stadion

Konkret sind es zwei Veränderungen, die ein Stadion genderneutral machen: Zum einen sind es Unisex-Toiletten, die alle Fans unabhängig von ihrem Geschlecht nutzen können. Außerdem sollen sich Stadionbesucher bei den Einlasskontrollen selbst aussuchen können, ob sie von einem Mann oder einer Frau kontrolliert werden. Die Vorschläge stammen aus dem Workshop „Queere Fans im Stadion“, den der DFB im Januar abgehalten hatte.

Hintergrund der Neuerung ist auch die offizielle Einführung des dritten Geschlechts in Deutschland. Seit dem 1. Januar gibt es neben männlich und weiblich auch divers. „Um Erfahrungen zu sammeln, begleitet der DFB die Maßnahmen durch gebriefte Volunteers, die für Rückfragen und Feedback zur Verfügung stehen“, teilte der DFB mit.

Hockenjos: Werden überprüfen, wie es angenommen wurde

Auch in Dortmund wird das am 9. Oktober der Fall sein. „Wir werden das beim Länderspiel im Oktober gegen Argentinien ebenfalls testen“, sagte Dr. Christian Hockenjos, Direktor für Organisation bei der Borussia, im Interview mit schwatzgelb.de. „Danach werden wir überprüfen, ob das gut oder schlecht angenommen wurde und unsere Schlüsse daraus ziehen.“

Das ganze Interview Hier geht es zum kompletten Interview von schwatzgelb.de mit Dr. Christian Hockenjos über die Stadionarbeiten für die EM 2024, geplante und wieder verworfene Änderungen im Einlassbereich und Stehplätze bei internationalen Spielen.

Die Einlasskontrollen im Signal Iduna Park halte Hockenjos grundsätzlich für ein wichtiges Thema. Ganz unabhängig von den Veränderungen zum genderneutralen Stadion im Oktober. Das Problem: Aktuell mangele es beim BVB an weiblichen Ordnern, um die Situation auch für die weiblichen Stadionbesucher zu verbessern. „Es ist aber, offen gesprochen, nicht ganz so einfach, weibliche Ordner zu bekommen“, sagte Hockenjos.

Dem BVB mangelt es an weiblichen Ordnern

Das sei auch keine Frage von 10, 12 oder 14 Euro pro Stunde, sondern eher die Frage, was den Frauen in dem Job begegne. „Wenn man da am Einlassbereich steht und 600 bis 700 gleich Gekleidete im Stakkato auf dich zu stürmen, ist das wirklich nicht angenehm“, beschreibt er die Situation.

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