Fans und Polizei - Ein Konfliktfeld, in dem die Fanhilfe Dortmund agiert. © picture alliance / Friso Gentsch/dpa
Interview

Fanhilfe Dortmund: „Der Fußball ist eine Experimentierfläche für die Polizei“

Wo Fußballfans sind, da ist auch Polizei. Immer wieder kommt es zu Konflikten, auch beim BVB. Ein Gespräch mit der Fanhilfe Dortmund über dieses Spannungsfeld und Vorurteile gegenüber Fans.

Die Dortmunder Polizei ermittelt aktuell gegen BVB-Fans, die die Mannschaft nach dem Derbysieg mit Pyrotechnik empfangen haben, wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung. „Juristisch falsch“, nennt das Fananwalt Stefan Witte. Er verteidigt BVB-Fans, die in Konflikt mit der Polizei oder der Justiz gekommen sind und ist Mitglied der Fanhilfe Dortmund, die im April drei Jahre alt wird.

Mit Stefan Witte und Henry Schulz, dem Pressesprecher der Fanhilfe, haben wir über die Stigmatisierung von Fußballfans, Rentner, die in ihrer Freiheit beschnitten werden und die Ausbeulung von Gesetzesgrundlagen gesprochen.

Herr Witte, Herr Schulz, welches Bild von Fußballfans herrscht Ihrer Meinung nach in der Politik vor?

Stefan Witte: „In der Politik“ ist sehr allgemein gefragt. Fakt ist, dass insbesondere aus dem Bereich des Innenministeriums gerne das Bild von Gewalt und Chaoten gezeichnet wird, wenn es in der politischen Debatte um Fußballfans geht. Fußballfans werden auf dieser Ebene politisch selten für ihr Engagement wahrgenommen. Wenn der Fußballfan politisch bemüht wird, geht es meistens darum, eine harte Hand zu zeigen – wie beim Thema Stadion-Allianzen. „Der Innenminister ist ein ganz harter Hund“, soll dann die Botschaft sein.

Fans und Polizei treffen beim Fußball zwangsläufig aufeinander. Nicht immer läuft das friedlich ab. © picture alliance / dpa © picture alliance / dpa

Trägt das auch im Arbeitsbereich der Fanhilfe zu einer Vorverurteilung bei?

Stefan Witte: Ganz klar. Die Fans sind immer in einer Rechtfertigungsposition. Wenn es einen Sachverhalt gibt, an dem Fans und Polizei beteiligt sind, ist der Schwarze Peter klar verteilt: Die Fans werden als diejenigen dargestellt, die etwas getan haben, was dann polizeiliches Einschreiten notwendig gemacht hat. Unmittelbar, ist die Rechtfertigungsposition da und somit auch die Vorverurteilung. Wenn sich später herausstellen sollte, dass die Fans für eine Situation nichts konnten oder zu Unrecht Adressat hoheitlicher Maßnahmen wurden, passiert das Jahre oder zumindest einen nachrichtlich unrelevanten Zeitraum später.

Henry Schulz: Wir haben auch positive Erfahrungen mit Politikern gemacht, bei denen es keine Vorverurteilung gab. Das beste Beispiel liefern die Grünen hier in Dortmund. Es gibt aber sicher auch bei Politikern verfestigte Stereotypen des Fußballfans: Der Fußballfan als gewaltsuchender Asi, der eigentlich nur Bier trinken, Fußball gucken und sich raufen will – um das mal überspitzt zu formulieren.

Die Stadion-Allianzen sind das beste Beispiel dafür. Die ZIS-Statistiken zeigen, dass Gewalt im Fußball in den vergangenen Jahren rückläufig ist. Wenn man über Gewalt im Stadion reden möchte, sollte man es wie in Baden-Württemberg machen: Dort sind Experten, die DFL, Vereine, die Polizei, die Städte und die Fanprojekte involviert. Das ist viel fundierter als hier in NRW. Man kann deshalb nicht so pauschal sagen „der Fußballfan“ oder „der Politiker“ – es gibt aber gewisse politische Strömungen, in denen der Fußballfan entsprechend stigmatisiert wird. Dazu zähle ich eher die konservative Innenpolitik als die Grünen.

Die AG Fanhilfe, Fananwälte und Fanhilfen sind ein vergleichsweise junges Phänomen. Warum ist das so? Die Vorbehalte, die Konfliktsituationen sind ja eigentlich so alt wie der organisierte Fußball.

Henry Schulz: In Dortmund gab es das schon relativ früh in Form der Gelben Hilfe, ich meine seit 2005. Der Schritt an die Öffentlichkeit zu gehen war damals mit sehr großen Vorbehalten verbunden. Wir haben dann 2018 bei der Gründung der Fanhilfe Dortmund gesagt: Wir brauchen einen Bruch und Kontakt zur Öffentlichkeit, um Vorurteile abzubauen, um nicht nur in unserer Blase zu schwimmen. Ich glaube, es ist uns in den vergangenen drei Jahren ganz gut gelungen, Stigmata aufzubrechen und uns fanpolitisch und fanrechtlich Gehör zu verschaffen.

VORTRAG ZUM THEMA„Gewalt und ihre psychosozialen Folgen“

Die Fanhilfe Dortmund hat gemeinsam mit dem Fanprojekt eine Vortragsreihe zum Thema „Fußballfans und Polizei“ organisiert. Am Donnerstagabend (25. März) spricht Janina Freiburg vom Weißen Ring – einem Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern – in einer virtuellen Zoom-Konferenz über Gewalt und ihre psychosozialen Folgen. Es geht unter anderem um die Frage: Was passiert mit mir, wenn ich Der Vortrag beginnt um 19 Uhr. Anmeldung per Mail an veranstaltung@fanprojekt-dortmund.de

Stefan Witte: Es braucht eine Fanhilfe, die nicht nur die Ultraszene vertritt, sondern auch den Vater, der samstags um 15.30 Uhr mit seinem Junior ins Stadion geht, im Fanshop das aktuelle Trikot kauft und sonst mit nichts zu tun hat.

Geht es nun also auch darum andere Fangruppen zu adressieren und präsenter für den „normalen Fan“ zu werden?

Henry Schulz: Das ist definitiv so. Es hat sich in den vergangenen knapp drei Jahren gezeigt, dass viele unorganisierte Fans zu uns kamen, weil sie ein Problem mit der Polizei hatten und uns um Hilfe gebeten haben. Etwa jemand, der vom Ordnungsdienst aus dem Stadion geworfen worden ist, weil er drei Bier zu viel getrunken hat und wissen wollte, was ihm nun drohen kann. Wir wollen für alle BVB-Fans am Spieltag ansprechbar zu sein.

Stefan Witte: Ich gehe selbst schon länger zum Fußball. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass man sich früher irgendwelchen Einschränkungen unterwerfen musste, wenn man sich bei einem Auswärtsspiel in der Stadt bewegt hat – sei es in Bielefeld oder München oder sonst wo. Vor einigen Jahren haben wir mal den Fall eines Rentnerpärchens begleitet, das beim Auswärtsspiel in Leverkusen nicht in die Innenstadt gelassen wurden, als sie mit dem Zug ankamen, weil die Polizei sagte, das sei ein Gefahrengebiet.

So ein Rentnerpärchen weiß dann auch, wen sie ansprechen können, wenn sie sich so etwas nicht gefallen lassen wollen und sagen: „Ich wollte in der Innenstadt noch ein Eis essen gehen. Warum darf ich das nicht?“ Das kann man rechtlich aufarbeiten. Auf die Idee kommt man als Fan aber normalerweise nicht und sagt eher: Dann gehe ich halt mein Eis im Bahnhof essen und bewege mich hier nicht frei. Das sind Themen, für die man ansprechbar und sichtbar sein muss.

„Egal ob in NRW oder anderswo. Verschärfte Polizeigesetze stoppen“, forderten BVB-Fans in der Saison 2018/19 im Heimspiel gegen Werder Bremen. © imago / Thomas Bielefeld © imago / Thomas Bielefeld

Sie merken also schon, dass die Polizei dort in den vergangenen Jahren repressiver auftritt?

Stefan Witte: Ja, das ist so. Es gibt immer mehr Instrumente repressiven Auftretens. Betretungsverbote gibt es schon länger – und sie nehmen immer mehr zu. Das betrifft dann auch zwangsläufig immer mehr andere Fankreise als die organisierte Ultraszene.

Warum ist das so? Der ZIS-Datenbank lässt sich nicht entnehmen, dass es eine vermehrte Gewaltbereitschaft oder mehr Körperverletzungen etc. gibt, aber gleichzeitig gibt es einen erhöhten Ordnungsaufwand, mehr Repression, mehr Polizeieinsätze. Wie passt das zusammen?

Stefan Witte: Das ist eine gute Frage. Politiker haben gerne Presse, egal wie substanzgetragen sie ist. Und die bekommen sie durch das Thema Fußball. Fußball ist ein Multiplikator für alles Mögliche. Wenn Innenministerkonferenz ist, liest du ständig über Maßnahmen gegen Fußballfans. Ein aktuelles Thema ist die Datei „Gewalttäter Sport“, die auf einmal mit einer vierstelligen Anzahl an neuen Daten gefüttert worden ist, obwohl seit einem Jahr keine Fans im Stadion waren.

Fußball eignet sich etwa als Experimentierfläche für Polizeieinsätze oder Maßnahmen aus dem neuen Polizeigesetz.

„Beim Pokalspiel zwischen dem BVB und Union Berlin kam es 2016 vor dem Signal Iduna Park zu dichtem Gedränge. Es waren hohe Vereinzelungsanlagen aufgebaut worden, um den Zugang zum Stadion zu regulieren. „Man hat einen netten Pokalabend für die Berliner möglichst ungemütlich gestaltet und Stresssituationen vor dem Einlass provoziert. Da war für uns kein Anlass erkennbar. Es kann ein Probelauf der Sicherheitsbehörden für das Derby gewesen sein“, sagt Fananwalt Stefan Witte. © picture alliance / dpa © picture alliance / dpa

Da Sie gerade die Datei Gewalttäter Sport angesprochen haben. Die häufigsten Deliktarten waren mit 3324 Einträgen Landfriedensbruch. Aber es sind auch 314 Beleidigungen und 839 Platzverweise als Eintragungsgrund gelistet. Eine Beleidigung oder ein Platzverweis rechtfertigt nach unserer Auffassung nicht die Eintragung in ein solches Register. Wie sehen Sie das?

Stefan Witte: Richtig. Das ist einer der Vorwürfe, die man dieser Datei machen muss. Die Datei heißt ja nicht „Beleidigung von anderen Leuten beim Fußball“, sondern Datei „Gewalttäter Sport“. Die Überschrift ist schon ein Problem und die Datei an sich noch ein viel größeres. Eine Beleidigung ist justiziabel, aber es werden Leute eingetragen, die nur einen Platzverweis bekommen haben.

Einen Platzverweis kann ich aus allen möglichen – berechtigten oder unberechtigten – Gründen bekommen. Er hat juristisch keine weiteren Folgen. Trotzdem werden die Leute eingetragen und müssen sich rechtfertigen, dass sie in einer Gewalttäter-Datei stehen. Da muss ich schon gar nicht mehr über Stigmatisierung sprechen. Das ist ein Brandzeichen. Deshalb ist die Datei, so wie sie jetzt ist, intransparent, nicht aussagekräftig und sinnfrei.

Fallen Ihnen andere Gesellschaftsbereiche ein, in denen es so etwas wie eine Gewalttäter-Datei, so etwas wie Kollektivstrafen mit gesperrten Fanblocks und eine solche Ausbeulungen der Gesetzesgrundlagen gibt?

Stefan Witte: Kollektivstrafen sind rechtlich nirgendwo in Gesetzen verankert, sondern vom DFB erfunden worden. Der Hauptkritikpunkt daran ist, dass Unbeteiligte für das Fehlverhalten anderer in Regress genommen werden. Das ist dem deutschen Recht fremd. Der Fall Hopp ist so ein Beispiel: In Sinsheim wird ein Transparent gezeigt und die Dortmunder Fans dürfen jetzt ein paar Jahre nicht hinfahren. Das ist nicht so schlimm, kann man individuell sagen, aber trotzdem ist es wieder eine Kollektivstrafe.

Fans und Polizei treffen beim Fußball zwangsläufig aufeinander. Nicht immer läuft das friedlich ab. © picture alliance / dpa © picture alliance / dpa

Gibt es Fälle in der dreijährigen Arbeit der Fanhilfe, die Sie besonders erschreckt haben oder bei denen Sie gesagt habt, da findet eine besondere Stigmatisierung von Fußballfans statt?

Henry Schulz: Ich glaube, ein solcher Fall ist der Aufhänger-Fall, nach dem gesagt wurde, wir brauchen Öffentlichkeit. Leute haben damals „Knöllchen“ bekommen, weil sie auf ihrem Weg vom Fanprojekt oder von der Innenstadt aus auf der Straße zum Stadion gelaufen sind, weil es so viele Leute waren, dass sie nicht mehr alle auf den Bürgersteig passten.

Ich habe in meinen 25 Lebensjahren noch nie gehört, dass jemand aus meinem Umfeld ein Knöllchen dafür bekommen hätte, dass er zehn Meter vor der roten Ampel über die Straße geht. Genau das ist aber da passiert. Das hat sich eingebrannt. Es ist im Anschluss an das Bußgeldverfahren dann zu einem Gerichtsverfahren vor dem Amtsgericht gekommen. Der Amtsrichter hat sehr deutliche Worte für diese Praxis der Polizei gefunden.

Wir hatten außerdem noch den Polizeieinsatz in der Dortmunder Bahnhofshalle. Als sie von der Polizei geräumt wurde, wurde ein Redakteur von schwatzgelb.de schwer verletzt. Natürlich ist aber auch die Causa Hopp ein Riesen-Thema gewesen. In welchem Maße da rechtsstaatliche Grundsätze mitunter verletzt werden, ist erschreckend. Herr Hopp muss zum Beispiel nicht als Zeuge zum Verfahren kommen, obwohl sich hierzu entsprechende Vorschriften in der europäischen Menschenrechtskonvention finden – höher kann man es schon fast gar nicht mehr aufhängen in der Normenkette.

Fans von Borussia Dortmund demonstrieren mit einem Fanmarsch und einem Transparent mit der Aufschrift „Null Toleranz gegenüber RB Leipzig“ gegen das Modell des Ligakonkurrenten aus Leipzig. Die Polizei begleitet die Fans. Bei ähnlichen Fanmärschen zum Stadion, hatte die Polizei Fans „Knöllchen“ geschrieben, weil sie auf der Straße gelaufen waren, bemängelt die Fanhilfe Dortmund. © imago / Jan Huebner © imago / Jan Huebner

Stefan Witte: Die Verhältnismäßigkeit ist aus den Fugen geraten. Beim Fußball ist mittlerweile häufiger ein Maß erreicht, bei dem man sagt, das hat mit einem anständigen Fußballbesuch nichts mehr zu tun – etwa wenn du nach München zum Auswärtsspiel fährst und dich dann auf dem Gästeparkplatz aufhalten musst, bis du ins Stadion und später wieder zur Autobahn geleitet wirst. Ich weiß nicht, wie viele Fans sich das noch lange antun. Denn das ist im Endeffekt immer eine Beschneidung von Freiheit.

Was hat die Fanhilfe bislang erreicht – in Bezug auf die Innenwirkung in der Fanszene aber auch nach außen hin?

Stefan Witte: Es gibt Gerichtsurteile, die ein klarer Erfolg sind. Das sind Klassiker dabei wie Pyro-Verfahren. Wenn im Stadion gezündet wird, bringt die Polizei das immer als versuchte, gefährliche Körperverletzung zur Anzeige und nicht selten landet es mit dem gleichen Vorwurf auch vor Gericht. Das ist aber juristisch unzutreffend.

Wir haben erreicht, dass das in einem Fall sachverständig begutachtet wurde. Dieses Gutachten kam zu dem Ergebnis, dass das Abbrennen nicht als gefährliche Körperverletzung zu werten ist.

In der Regel zündeln Fans in einem Bereich, in dem die Leute wissen, was da passiert und sich entsprechend verhalten. Dann muss sich derjenige, der eine Fackel anzündet, nicht dafür verantworten, dass er eine schwere Körperverletzung anderer in Kauf nimmt. Gefährliche Körperverletzung ist – weiß Gott – kein Delikt wie eine Beleidigung. Da geht es dann schon ans Eingemachte. Es droht eine Freiheitsstrafe und etwa Stadionverbot für drei bis fünf Jahre.

BVB-Ultras kritisierten nach Ausschreitungen der Hertha-Fans im Signal Iduna Park das Vorgehen der Polizei und die Berichterstattung der Medien. © picture alliance / dpa © picture alliance / dpa

Nach dem vergangenen Derby empfingen BVB-Fans die Mannschaft mit Pyrotechnik. Die Polizei will auch dort wegen des Verdachts auf gefährliche Körperverletzung ermittelt. Eine Pressesprecherin der Dortmunder Polizei sagte, dass man in den meisten Fällen mit Pyrotechnik die Deliktart erst mal hoch ansetzen würde, weil die Wahrscheinlichkeit nicht klein sei, dass dadurch jemand verletzt werde.

Stefan Witte: Kann man so sehen, ist dann halt aber falsch. Die Frage ist: Wie groß ist die Gesundheitsgefahr, wenn ich eine normale in Deutschland BAM-zertifizierte Feuerwerksfackel zünde? Und da kommt dann ein renommierter Arbeitsmediziner, der sich die Inhaltsstoffe anguckt und sagt: In einem Fußballstadion ist es nahezu ausgeschlossen, dass jemand verletzt wird, so wie gezündet wird. In einem voll besetzten Fußballstadion ist also nicht davon auszugehen, dass jemand verletzt wird.

Wir müssen nicht darüber reden, wie das dann auf einer öffentlichen Straße am Trainingsgelände aussieht. Von mir aus kann die Polizei ein Interesse daran haben, das hoch aufzuhängen. Das ist in der Praxis häufig so. Es ändert aber nichts daran, dass es juristisch falsch ist.

Bei der Ankunft des BVB-Busses am Trainingsgelände in Brackel nach dem Derbysieg auf Schalke, zündeten BVB-Fans Pyrotechnik und jubelten ihrem Team zu. Corona-Abstandsregeln wurden zeitweise nicht beachtet. © Marvin Hoffmann © Marvin Hoffmann

Zurück zu den Erfolgen der Fanhilfe, welche gibt es noch?

Stefan Witte: Die Aufarbeitung der von Henry schon angesprochenen Ereignisse nach dem Derby in der Bahnhofshalle ist definitiv ein Erfolg. Es gab mehrere Strafverfahren gegen Polizeibeamte, die sich Fehlverhalten vorwerfen lassen müssen. Wie jedes Verfahren ausgegangen ist, weiß die Fanhilfe auch nicht. In einem Verfahren wird es auf jeden Fall zu einer Verhandlung kommen.

Henry Schulz: Der vielleicht größte Erfolg ist, dass die Themen anders wahrgenommen werden und dass es mittlerweile fast normal ist, beide Seiten zu hören. Das hat sich nicht nur in Dortmund, sondern insgesamt gewandelt. Das empfinde ich als sehr positiv. Das können sich die Fanhilfen mit auf die Fahne schreiben.

Stefan Witte: Das ist ein wichtiger Erfolg. Die Fanhilfe macht die andere Perspektive sichtbar. Die Strukturen für juristische Erfolge gab es vorher schon – mit der AG Fananwälte oder anderen Menschen, die sich damit beschäftigt haben. Die Sichtbarkeit und Anlaufstelle für Faninteressen gab es vorher nicht. Das ist auch innerhalb der Fanszene ein großer Erfolg.

Ihre Autoren
Volontär
Als gebürtiger Dortmunder bin ich großer Fan der ehrlich-direkten Ruhrpott-Mentalität. Nach meinem journalistischen Start in der Dortmunder Stadtredaktion, schreibe ich mich gerade als Volontär durch die Redaktionen in der Region.
Zur Autorenseite
Avatar
BVB-Redaktion
Jahrgang 1980, liebt Sport und lebt (meistens) sportlich. Erste journalistische Gehversuche mit 15. Einser-Diplom in Sportwissenschaft an der Universität Hamburg (2006). Heinz-Kühn-Stipendiat. Seit 2007 bei Lensing Media tätig. Seit 2012 BVB-Reporter.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt