Ein Allrounder in der Offensive: BVB-Kandidat Donyell Malen. © imago / ANP
Borussia Dortmund

Gefördert von Henry und Bergkamp: Das ist BVB-Wunschkandidat Donyell Malen

Eindhovens Donyell Malen ist der BVB-Wunschkandidat für die Sancho-Nachfolge. Ausgebildet wurde der 22-Jährige von zwei ehemaligen Welttorjägern. Seine Statistiken sind vielversprechend.

Es läuft die 52. Minute im EM-Achtelfinale zwischen den Niederlanden und Tschechien. Ein Schlüsselmoment für die Holländer – und für Donyell Malen. Die Abwehrkette der Tschechen ist weit aufgerückt, Memphis Depay erkennt die Lücke und steckt auf Malen durch. Eine Situation wie gemacht für den 22-Jährigen. Mit einem Kontakt legt er den Ball an seinen Gegenspielern vorbei, Malen ist auf und davon. Wenn er den Turbo zündet, ist er kaum zu halten. Völlig frei läuft er auf Torwart Tomas Vaclik zu – und legt sich den Ball im entscheidenden Moment einen Tick zu weit vor. Nicht das 1:0 für die Niederlande, nicht der erste EM-Treffer für Donyell Malen. Und dennoch eine Szene, die zeigt, wieso der BVB sich schon seit einiger Zeit mit dem holländischen Nationalspieler beschäftigt: Malen ist schnell, flexibel und torhungrig. Seine Statistiken untermauen das.

BVB-Kandidat Donyell Malen mit historischem Fünferpack

Dass Donyell Malen vor dem Tor auch eiskalt sein kann, hat er in der Eredevisie eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Nach vier Kurzeinsätzen in der Saison 2017/18, für die er sich durch gute Leistungen in der zweiten Mannschaft empfohlen hatte, traf Malen jedes Jahr zweistellig für die PSV Eindhoven. 2019/20 gelangen ihm 14 Treffer in den ersten elf Spielen, darunter ein Fünferpack gegen Vitesse Arnheim. Das war 55 Jahre lang vor ihm niemandem mehr in der Eredivisie gelungen. Dann aber der schwere Rückschlag: Aufgrund eines Knorpelschadens im Knie inklusive Operation war die Saison gelaufen. Nicht wenige hatten damals vermutet, dass die Verletzung schon das Ende einer verheißungsvollen Karriere bedeuten könne. Doch Malen kämpfte sich schnell zurück und knüpfte nahtlos an seine überzeugenden Leistungen an. In 31 Spielen traf er vergangene Saison 19 Mal, dazu kamen acht Vorlagen. Werte, die nicht nur das Interesse von Borussia Dortmund geweckt haben.

Was für den BVB – neben der starken Torquote – aber ebenso wichtig sein dürfte, ist die Flexibilität von Donyell Malen. Er kann sowohl die Sancho-Position auf dem Flügel als auch die ihm Sturmzentrum bekleiden. Diese Vielseitigkeit schätzte auch der ehemalige Bondscoach Frank De Boer, in dessen Ära Malen 2019 in der EM-Qualifikation gegen Deutschland sein Debüt für die „Elftal“ gab und gleich traf. Rechte Außenbahn, linker Flügel, Mittelstürmer – im offensiven Bereich spielte Donyell Malen bereits auf fast allen Positionen für die Niederländer. Und überzeugte. Wie auch bei der Europameisterschaft, bei der er immerhin zwei Assists beisteuerte.

Über Ajax, Arsenal und PSV zu Borussia Dortmund?

Begonnen hat die Karriere von Donyell Malen in der U10 von Ajax Amsterdam. Sein damaliger Trainer: Dennis Bergkamp. Acht Jahre lange wurde der Sohn eines surinamischen Vaters in der Talentschmiede des niederländischen Rekordmeisters ausgebildet, ehe er nach einem Gespräch mit Arsene Wenger im Alter von 16 Jahren zum FC Arsenal wechselte. Eingestielt hatte den Deal Spielerberater Mino Raiola, der Malen noch heute betreut und zu dem der BVB mittlerweile ein gutes Verhältnis pflegt. In der U18 und der U23 des Londoner Premier-League-Klubs, damals trainiert von Vereinslegende Thiery Henry, spielte sich Donyell Malen in den Wenger-Fokus, der ihn daraufhin zu den Profis holte und ihn in der Vorbereitung mit auf Asien-Tour nahm. Doch kurz vor Ende des Transferfensters wechselte Malen nach Eindhoven – für 600.000 Euro.

In Eindhoven spielt Malen (l.) mit Ex-BVB-Profi Mario Götze zusammen. © imago / ANP © imago / ANP

Mittlerweile liegt der Marktwert des Wunschkandidaten von Borussia Dortmund bei 30 Millionen Euro. Die wird der BVB wohl auch auf den Tisch legen müssen – und dafür würde ein Spieler kommen, der sehr gut in zum Spielstil des neuen Trainers Marco Rose passen könnte. „Wir wollen flexibel sein und alles spielen können. Dreierkette und Viererkette wollen wir beherrschen, auch die Raute ist ein interessantes System. Die Grundordnung ist gar nicht entscheidend. Wichtig ist, wo die Jungs sich wohlfühlen“, sagte Rose bei seiner Vorstellung. Malen fühlt sich offenbar überall wohl. Ob auch in Dortmund, das wird sich zeigen.

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