Borussia Dortmund

Geht die bittere Serie weiter? So könnte der BVB beim FC Bayern spielen

In München hat Borussia Dortmund in den vergangenen Jahren regelmäßig Prügel bezogen. Gelingt dem Rose-Team trotz großer Personalprobleme dieses Mal die Überraschung? So könnte der BVB spielen.
Marco Reus und Erling Haaland bejubeln einen BVB-Treffer.
Stehen am Samstagabend beim BVB im Fokus: Kapitän Marco Reus (l.) und Torjäger Erling Haaland. © dpa

Für Julian Nagelsmann erfüllt sich in Kürze ein Kindheitstraum: Er wird Deutscher Fußballmeister. Aber es fühlt sich für den Trainer des FC Bayern gar nicht wie ein solch bedeutender Moment an. Vor dem Duell mit Borussia Dortmund (Samstag, 18.30 Uhr, live auf Sky), in dem Nagelsmanns Auswahl den Titel endgültig klarmachen kann, kommt in München keinerlei Feiertagslaune auf. „Die letzten zwei Wochen trüben das Stimmungsbild“, gestand Nagelsmann, das jähe Aus in der Champions League gegen Außenseiter Villarreal hat tiefe Spuren hinterlassen.

Nagelsmann: „BVB eine der besten Mannschaften im letzten Drittel“

Da ist am Ende auch die Meisterschale nur ein schwacher Trost für Seriensieger Bayern. „Wenn ich die Meisterschaft nicht holen würde, wäre ich hier nicht mehr Trainer“, betonte der 34-Jährige mit Blick auf die klare Erwartungshaltung seines Arbeitgebers.

Fotostrecke

Dortmund Airport: Der BVB auf dem Weg nach München

Um in seiner Premierensaison schon jetzt am Samstag zum jüngsten Bayern-Meistertrainer der Geschichte aufzusteigen, muss seine Elf den BVB bezwingen. Einen Spaziergang erwartet Nagelsmann gegen die mit argen Personalsorgen anreisende Borussia jedoch auf keinen Fall. Denn der Tabellenzweite aus Dortmund agiere „deutlich stabiler als in den letzten Jahren“, der BVB stelle „nach wie vor eine der besten Mannschaften im letzten Drittel, was Kombinationsspiel angeht, die Spielbeschleunigungsmomente sind herausragend.“

Beim BVB stehen Marco Reus und Erling Haaland im Fokus

Einer, in dessen Jobprofil genau das ganz oben steht, heißt Marco Reus. Dortmunds Kapitän ist einer der Schlüsselspieler, die das Duell der deutschen Fußball-Schwergewichte entscheidend beeinflussen können – und auch müssen, sollte Dortmund nach langer Durststrecke endlich mal wieder etwas Zählbares aus München mitnehmen wollen. Und somit die Meisterparty der Bayern samt Weißbierduschen zumindest für eine Woche verschieben. Reus‘ Qualitäten als finaler Passgeber (schon zehn Assists in dieser Saison), Ankurbler oder Vollstrecker (schon neun Treffer) werden am Samstag unverzichtbar sein.

Und die Antwort auf die Frage, ob Reus oder Thomas Müller den besseren Abend erwischt. Denn ligaweit bereitet kein Spieler mehr Treffer vor als der Ur-Bayer (16 Assists), der sich mit seinem sage und schreibe elften Meistertitel am Samstag zum alleinigen Rekordhalter der Liga-Historie aufschwingen könnte.

Das vorerst letzte direkte Duell zwischen Haaland und Lewandowski

Natürlich schaut das Fußball-Land auch auf den Auftritt der beiden Top-Torjäger. Robert Lewandowski in Rot, Erling Haaland in Schwarzgelb. Beide mögen ausgerechnet dieses Farbenspiel besonders gerne: Haaland erzielte in sechs Pflichtspielen gegen die Bayern fünf Tore, Lewandowski verbuchte gegen seinen früheren Klub in 25 Pflichtspielen satte 26 Treffer. Es riecht also stark danach, als sollte der Liga-Gipfel der beiden torgefährlichsten Teams kaum in einer Nullnummer münden.

Auch deswegen nicht, weil sowohl die Bayern als auch der BVB einen Mittelfeldmotor mit Offensivdrang und großer individueller Klasse auf den Platz bringen werden. Münchens Ballverteiler Joshua Kimmich unter dauerhaften Druck zu setzen, wird einer der Schlüssel für den BVB sein. Und gleichzeitig den eigenen Antreiber und Muster-Zweikämpfer Jude Bellingham so häufig wie möglich in die gefährliche Zone zu bringen – denn eines ist klar: Bayerns Defensive ist vor allem in der schnellen Rückwärtsbewegung verwundbar, und der BVB ist prinzipiell in der Lage, schnelle Konter zu fahren, und dann Haalands Effizienz zu nutzen: Der norwegische Hüne benötigt durchschnittlich nur 87 Minuten für ein Tor in der Bundesliga – die beste Quote aller Angreifer des Oberhauses.

BVB-Trainer Marco Rose fordert engagierte und mutige Leistung

Borussia Dortmunds Trainer weiß, dass sein Heil in München auch in eigenen Attacken liegen wird. „Es macht wenig Sinn, sich nur aufs Verteidigen zu konzentrieren. Wir wollen auch unser Spiel auf den Platz bringen“, erklärte Marco Rose. Und sein Team brauche unbedingt „eine engagierte und mutige Leistung“. Vor allem an Mut hat es der Borussia in der Allianz Arena zuletzt zu oft gemangelt: Fünf Spiele, fünf Niederlagen, 3:23 Tore. Zeit, dass diese bittere Serie endet. Rose betont: „Es geht um Renommee.“ Immerhin meldeten sich nach den neuesten BVB-Ausfällen (Kobel, Witsel) zumindest Marius Wolf und Dan-Axel Zagadou rechtzeitig fit.

So könnte der BVB beim FC Bayern München spielen:

Hitz – Pongracic, Akanji, Zagadou – Wolf, Can, Bellingham, Guerreiro – Brandt, Reus – Haaland

Der neue Lokalsport-Newsletter für Haltern

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Halterner Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.