Mario Götze bei PSV Eindhoven vorgestellt: Was ihm beim BVB gefehlt hat

Borussia Dortmund

Mario Götze ist bei der PSV Eindhoven angekommen, am Donnerstag stellte er sich den Fragen der Journalisten – und erzählt, was er nicht nur beim BVB vermisst hat.

Dortmund/Eindhoven

, 08.10.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Mario Götze bekommt bei der PSV Eindhoven die Nummer 27.

Mario Götze bekommt bei der PSV Eindhoven die Nummer 27. © PSV Eindhoven

Mario Götzes Überraschungswechsel zur PSV Eindhoven hat das Nachbarland in helle Aufregung versetzt. Der ehemalige Dortmunder sieht den Schritt nicht als „Flucht“, er möchte „Spaß auf dem Platz“ haben. Etwas anderes ist ihm auch sehr wichtig.

Ex-BVB-Profi Götze bekommt die Nummer 27 bei PSV Eindhoven

Im Fanshop vor dem Phillips-Stadion, der neuen Heimat von Mario Götze, ist Noel van de Laar einer der ersten, der ein Trikot des Sensations-Neuzugangs erwirbt. Stolze 89 Euro kostet das Stück Stoff, da musste er nicht lange überlegen, denn Van de Laar ist ein großer Fan der PSV, wie er sagt. Und er zeigt stolz das rotweiße Trikot mit der Rückennummer 27 und dem Namenszug „M. Götze“ auf der Rückseite. Die Rückennummer hat keine spezielle Bedeutung, wie der prominente Neuzugang später erklärt. Für Mario Götze sind heute andere Dinge wichtiger als eine symbolische Nummer.

Im Alter von 28 Jahren hat Götze lange gebraucht, um nach dem auslaufenden Vertrag bei Borussia Dortmund seine sportliche Zukunft zu klären. Ob es nun so ist, dass er sich diese Zeit bewusst genommen hat, um aus den Anfragen die wirklich passende auszuwählen, oder ob Eindhoven am Ende gar die einzige reale Option war, wie Skeptiker sogleich mutmaßten, diese Frage muss Götze nicht beantworten auf der Vorstellungpressekonferenz, die sein neuer Klub am Donnerstag mit sehr viel Stolz abhält.

Götzes Entscheidung sorgt auch in Eindhoven für erstaunte Gesichter

Vor allem die holländischen Journalisten sind auch zwei Tage nach dem Bekanntwerden des Überraschungcoups des letztjährigen Tabellen-Vierten der Eredivisie immer noch erstaunt über Götzes Entscheidung, aber auch mindestens so begeistert. Götze bringt eine Gratulationskur der niederländischen Medien hinter sich, dabei würden sie sich wohl eher selbst gratulieren wollen, denn einen Spieler seines Kalibers findet man in der niederländischen Liga aktuell nicht.

In Deutschland hat sich Mario Götze auch eine Art Schutzpanzer gegen die Medien zugelegt, er hat oftmals sehr unverbindlich auf Fragen geantwortet. Im Presseraum seiner neuen Heimspiel-Stätte wirkt der Mittelfeldspieler zunehmend lockerer, hier genießt er das Fragengewitter zusehends.

Mario Götze hat beim BVB die Wertschätzung vermisst

Die Frage nach den Beweggründen für seinen Wechsel in die eher kleinere niederländische Liga beantwortet er mit den bekannten Floskeln. Der Verein habe ihn überzeugt, die Kultur, das Stadion und die sportlichen Ambitionen. Die Philosophie seines neuen Trainers Roger Schmidt, mit dem er seit Monaten in losem Kontakt stehe, habe natürlich auch eine große Rolle gespielt. Doch es ist eher ein anderer Punkt, den er nur in einem Nebensatz und am Rande streift: Götze hat in Dortmund die Wertschätzung des Trainers vermisst, er hat sie auch in München unter Pep Guardiola nicht erlebt. In Eindhoven spürt er sie. Roger Schmidt habe ihm aufgezeigt, welche Rolle er für ihn vorgesehen habe, „das Gefühl hat sich schnell eingestellt, dass ich das machen wollte. Ich freue mich über die Wertschätzung“, sagt Götze, „aber am Ende wird es auch bei mir um Leistung gehen.“

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Götze wird lockerer im Verlauf der Veranstaltung. Als „Flucht aus Deutschland“, Flucht vor den Schlagzeilen und einem permanenten Leben unter dem Brennglas sehe er seine Entscheidung überhaupt nicht, „warum sollte ich flüchten?“. Die unbefriedigenden letzten Jahre sind ein Fakt, aber Götze sagt: „Ich habe die Liebe zu diesem Spiel nicht verloren.“

„Neustart“ in Eindhoven: Mario Götze ist noch nicht fertig mit seiner Karriere

Götze ist noch nicht fertig mit einer Karriere, die ihn in absolute Höhen katapultierte und tief fallen ließ. Die Ausschläge bei ihm waren immer extrem. Jetzt möchte er, diesen Eindruck macht der 28-Jährige, auch ein wenig zur Ruhe kommen. „Voller Fokus auf den Fußball“, sagt Götze, „ich bin physisch und mental in einer guten Position, ich bin bereit und will mithelfen, dass dieser Verein erfolgreich ist.“ Natürlich wird Mario Götze auch wieder nach dem WM-Tor im Finale von Rio gefragt, das seine Karriere geprägt und vielleicht auch entscheidend verändert hat wie kein anderer seiner Treffer. Das Tor, sagt der Dortmunder, „ist keine Bürde. Wenn ich daran denke, denke ich immer positiv daran zurück.“

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Als Götze auf dem Weg zum Pressekonferenz-Raum an der Eindhovener „Ahnengalerie“ vorbeikommt, staunt er über die lebensgroßen Poster von Erwin Koeman, Patrick Kluivert, Ruud van Nistelrooy und Mark van Bommel. So klein ist die PSV Eindhoven also gar nicht. Wie stark die aktuelle Mannschaft ist, davon wird er wohl schon in zehn Tagen einen ersten Eindruck bekommen. Die Realität für Mario Götze heißt dann Zwolle, nicht mehr Gladbach oder Schalke. Er scheint sich wirklich darauf zu freuen.

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