Guerreiro verlängert beim BVB - ein merkwürdiger Beigeschmack bleibt

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Raphael Guerreiro verlängert seinen Vertrag bei Borussia Dortmund nach langem Zögern bis 2023. Ein merkwürdiger Beigeschmack bleibt, aber am Ende ist es eine gute Nachricht für den BVB.

Dortmund

, 12.09.2019, 15:48 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nun also doch. Raphael Guerreiro bleibt bei Borussia Dortmund - und zwar über 2020 hinaus. Das Drohszenario, den Portugiesen, dessen Marktwert auf rund 25 Millionen Euro taxiert wird, im kommenden Sommer womöglich ablösefrei ziehen zu lassen, ist für den BVB vom Tisch. Das ist allein aus wirtschaftlicher Sicht schon eine gute Nachricht, auch wenn Guerreiro sich seine Unterschrift unter den neuen Vertrag mit Sicherheit gut bezahlen lässt.

Guerreiro ist beim BVB vielseitig einsetzbar

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Auch sportlich darf sich die Borussia über das erfolgreiche Ende der zähen Verhandlungen freuen. Guerreiro ist vielseitig einsetzbar, kann vorne auf beiden offensiven Außenbahnen und hinten links in der Viererkette spielen, tritt gefährliche Standards und konnte in der vergangenen Saison unter Lucien Favre, der ein erklärter Fan Guerreiros ist, wieder an seine guten Leistungen aus der Tuchel-Zeit anknüpfen.

Guerreiro verlängert beim BVB - ein merkwürdiger Beigeschmack bleibt

BVB-Trainer Lucien Favre (l.) schätzt Guerreiros Qualitäten. © David Inderlied

Ein merkwürdiger Beigeschmack bleibt trotzdem. Guerreiro, das wurde in diesem Sommer mehr als deutlich, hätte den BVB gerne verlassen. Bis zuletzt hielt er sich die Tür offen, woanders mehr Geld verdienen zu können, am liebsten in Paris. Was fehlte, war ein konkretes Angebot aus der französischen Hauptstadt. Oder aus Barcelona. Oder sonst woher. Guerreiros Haltung ist freilich legitim, so läuft das Fußballgeschäft. Der Effekt, der daraus resultiert, ist allerdings auch unvermeidbar: Es gibt Spieler mit größerem Identifikationspotenzial als den Europameister von 2016.

Verhältnis zwischen BVB und Guerreiro ist professionell

Das ist nicht weiter schlimm, man muss es nur wissen. „Wir sind alle Dortmunder Jungs“ wird Guerreiro vermutlich nicht oft singen - und es wird auch niemand für ihn singen. Das Verhältnis zwischen Spieler und Klub ist professionell, romantisch ist es nicht. Für drei weitere Jahre Vertragslaufzeit hat es aber gerade so gereicht.

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