Hummels-Rückkehr - Darum bleibt Marco Reus BVB-Kapitän

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Marco Reus bleibt auch nach Mats Hummels‘ Rückkehr zum BVB Mannschaftskapitän. Eigentlich ist das keine Nachricht, es ist eine Selbstverständlichkeit. Und die Gründe sind eindeutig.

Dortmund

, 21.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Für einen kurzen Augenblick ließ am Mittwoch ein vermeintlicher Tweet aufhorchen. „Der Captain kehrt zurück“ stand dort beim Internet-Nachrichtendienst Twitter geschrieben. Angeblicher Absender: Mats Hummels selbst. Mittlerweile ist dieser Tweet, sofern es ihn je gegeben haben sollte, längst von Hummels‘ Profil verschwunden. Die Echtheit erscheint ohnehin noch fragwürdiger als die Vergabe einer Fußball-WM nach Katar.

Vermeintlicher Hummels-Tweet sorgt für Verwirrung

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Wer Hummels‘ Verhalten in den sozialen Netzwerken verfolgt und kennt, der weiß, dass der ehemalige Nationalspieler im Vergleich zu anderen kickenden Kollegen nicht der Typ für unüberlegte und vorschnelle Botschaften im Internet ist. Und doch zeigt diese kleine Anekdote aus den Tiefen des World Wide Web ganz gut, wie aus einer kleinen Mücke im Eiltempo ein übergewichtiger Elefant werden kann.

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RN-Talk: Der BVB macht die Hummels-Rückkehr perfekt

Am Donnerstag, einen Tag nach Verkündung des teuersten Spielerkaufs der BVB-Vereinsgeschichte, ploppten jedenfalls prompt Meldungen auf, in denen Michael Zorc klarstellte beziehungsweise wohl eher klarstellen musste, dass Marco Reus trotz der Hummels-Rückkehr Borussia Dortmunds Kapitän bleibe. Reus sei für ihn der Spieler der vergangenen Saison und das Gesicht der Mannschaft, sagte der BVB-Sportdirektor. Außerdem sei Reus „unser Kapitän“ und es gebe überhaupt keinen Grund, daran etwas zu ändern.

Reus mit überragender ersten Spielzeit als BVB-Kapitän

Das freilich ist keine Nachricht, es ist eine Selbstverständlichkeit – und eigentlich ist es sogar eine Unverschämtheit, überhaupt in Erwägung zu ziehen, dass in der kommenden Saison jemand anderes als Reus die Binde bei den Schwarzgelben tragen könnte. Der gebürtige Dortmunder, der seinen Vertrag 2018 in einer schwierigen Situation bis 2023 verlängerte, hat eine überragende erste Spielzeit als BVB-Kapitän hinter sich, seinen Aussetzer beim 2:4 im Derby gegen Schalke, als er mit Rot vom Platz flog, einmal ausgeklammert.

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Wettbewerbsübergreifend sammelte er 34 Torbeteiligungen in 36 Pflichtspielen – Reus hatte entscheidenden Anteil daran, dass der BVB nach einer verkorksten Saison 2017/2018, in der Reus lange verletzt fehlte, eine über weite Strecken berauschende Saison 2018/2019 spielte. Der 30 Jahre alte Nationalspieler war und ist der Kopf der Mannschaft, vor allem auf, aber inzwischen auch neben dem Platz.

Neue Hierarchien im BVB-Kader

Reus bleibt also Kapitän, niemand wird und will daran rütteln. Auch Hummels nicht, der vor seinem Wechsel nach München im Sommer 2016 für zwei Jahre die Binde beim BVB getragen hatte. Hummels kehrt in eine Mannschaft zurück, die nicht mit der von 2016 vergleichbar ist. Von den gemeinsamen Wegstreitern von damals spielen nur sieben noch immer in Schwarzgelb – Felix Passlack und Shinji Kagawa mit eingerechnet, die in Dortmund keine Perspektive mehr haben.

Hummels-Rückkehr - Darum bleibt Marco Reus BVB-Kapitän

2016 hatte Mats Hummels noch das Sagen, jetzt ist Marco Reus BVB-Spielführer. Und Mats Hummels auch ohne Kapitänsbinde ein Leader. © imago

Die Hierarchien innerhalb des Teams haben sich verschoben. Manche Spieler, die mit Hummels beim BVB spielten, haben in der Zwischenzeit an sportlichem Wert verloren, wie Marcel Schmelzer oder Julian Weigl, andere haben weiter an Bedeutung gewonnen, wie Roman Bürki und eben Reus. Und Lukasz Piszczek, um die Liste der Hummels-Mitstreiter zu komplettieren, geht in diesem Sommer in seine letzte Saison für den BVB.

Hummels‘ Führungsqualitäten auch ohne Binde gefordert

Hummels‘ Führungsqualitäten werden trotz der unnötigen Kapitänsfrage gefordert sein, um den BVB bei der Verfolgung des großen Ziels Meisterschaft zu helfen. Gut vorstellbar ist, dass er auf Anhieb in den Mannschaftsrat berufen wird. Der ehemalige Nationalspieler wird davor nicht zurückschrecken und steckt offenkundig schon voller Tatendrang.

Er freue sich „unheimlich, zurück nach Dortmund zu kommen und hoffentlich an die erfolgreichen Jahre zuvor anknüpfen zu können“. Hummels hat das am Donnerstag bei Twitter gepostet. Der Tweet ist immer noch sichtbar. An der Echtheit besteht keinerlei Zweifel.

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