In der Rolle des Jägers

Tinga und Kringe

DONAUESCHINGEN Für Florian Kringe ist dieses Spiel so etwas wie ein Anker. Eine Partie, an die er sich gerne erinnert, an der er seine Hoffnungen festmachen kann.

von Von Dirk Krampe

, 12.07.2009, 22:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
In der Rolle des Jägers

Tinga steht im Schatten der Stammkräfte.

270 Bundesliga-Spiele haben Tinga und Kringe zusammen auf den dem Buckel. Eine Zahl, die für geballte Erfahrung steht. „Für mich“, gesteht Kringe, „waren die letzten acht Wochen der vergangenen Saison eine neue Erfahrung. Ich war immer Stammspieler, plötzlich saß ich auf der Bank“. Nun ist es nicht so, dass der vielseitige Allrounder in den Jahren zuvor immer gesetzt schien. Kringe hat oft die Skeptiker auf den Plan gerufen, „in jedem Sommer schien ich abgeschrieben“. Am Ende aber setzte er sich meistens durch. „Und dieser Fakt gibt mir für die jetzige Situation durchaus Selbstvertrauen.“ Auch für den Brasilianer Tinga scheint der Weg in die Stammelf zunächst verbaut: Auf der Position „Sechs“ ist Sebastian Kehl gesetzt, rechts in der Raute sieht Trainer Jürgen Klopp eher den Tempodribbler Jakub Blaszczykowski, der dem Dortmunder Offensivspiel im Eins-gegen-Eins enormen Schwung verleihen kann. In der Hierachie könnte auch Neuzugang Markus Feulner, der alle vier Rauten-Positionen spielen kann, noch an Tinga und Kringe vorbeiziehen.

In Brasilien war Tinga auch deshalb ein heißes Sommer-Thema. Fluminense wolle ihn haben, hieß es. „Zu Hause“, meint der 31-Jährige, „könnte ich in jedem Erstliga-Klub spielen. Es ist richtig, Fluminense wollte mich wohl.“ Bis in die Dortmunder Führungsetage drang das brasilianische Interesse allerdings nur als Gerücht. „Ein Wechsel ist auch kein Thema“, sagte Tinga am Wochenende in Donaueschingen: „Ich werde meinen Vertrag beim BVB erfüllen.“ Ob er danach in seine Heimat zurückkehrt? Tinga grinst. „Meine Familie fühlt sich in Deutschland wohl. Und ich habe hier sogar Fahrrad fahren gelernt.“

Lesen Sie jetzt