Julian Brandt überzeugt erneut als BVB-Joker - und will jetzt mehr

3:1-Sieg in Köln

Die Wende gelingt dem BVB in Köln durch zwei Einwechslungen. Julian Brandt spielt erneut groß auf, setzt entscheidende Impulse – und will jetzt mehr.

Köln

, 24.08.2019, 10:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Julian Brandt überzeugt erneut als BVB-Joker - und will jetzt mehr

Julian Brandt spielte nach seiner Einwechslung in Köln groß auf. © imago

Als er losstürmte, mit Tempo auf die Kölner Abwehrreihe zu, da wurde die Lücke immer kleiner. Der Pass von Julian Brandt auf den startenden Marco Reus war anspruchsvoll. Er durfte nicht zu scharf kommen, weil Reus im Vollsprint schon fast im Fünfmeterraum angekommen war. Er musste gleichzeitig aber in den Rücken des Reus-Gegenspielers.

Brandt ist kaum zu stoppen

Schon da hätte Borussia Dortmund nach einer schwachen ersten Hälfte der Partiein Köln die Wende geben können. Branft war da kaum zwei Minuten auf dem Feld - die erhofften Impulse für eine Mannschaft, die zuvor 60 Minuten lang vergeblich ihr Tempo gesucht hatte, die sich festgebissen hatte an der Kölner Abwehr und die der aggressiven Arbeit der Kölner gegen den Ball nur wenig entgegenzusetzen hatte, die kamen vom Neuzugang von Bayer Leverkusen. Sie kamen auch von Achraf Hakimi. Wie wichtig eine tief besetzte Bank ist, zeigte sich für Borussia Dortmund schon am zweiten Spieltag.

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So war Brandt nach seinem zweiten Kurzeinsatz äußerst zufrieden. „Es ist schön, dass ich meinen Beitrag leisten konnte. Wichtiger aber sind mir die drei Punkte“, meinte er. Dass er ein zweites Empfehlungsschreiben für einen Platz in der Startelf abgegeben hatte, sorgte dennoch für Genugtuung. Denn natürlich sieht sich der 23-Jährige als Stammspieler - auch in einer Mannschaft, in der die Qualität im Kader so hoch ist wie in Dortmund. Brandt verpackte das in diplomatische Worte: „Ich werde natürlich versuchen, mich im Training weiter zu empfehlen.“ Brandt grinste dabei breit.

Auf welcher Position ist Brandt am stärksten?

Macht er so weiter, wird seine Chance kommen, möglicherweise schon am kommenden Spieltag, wenn der BVB die nächste Reise zu einem Zweitliga-Aufsteiger vor der Brust hat. Ihm kam in Köln entgegen, dass Favre mit der Doppel-Einwechslung nach gut einer Stunde auch die Taktik umstellte. Als Achter neben dem alleinigen Sechser Axel Witsel rissen Marco Reus und Brandt deutlich mehr Lücken in die Kölner Defensive, als dies in der zähen ersten Hälfte gelang. „Wir hatten gute Räume, durch die wir permanent spielen konnten. Es war wichtig, so zu reagieren“, meinte Brandt.

Julian Brandt überzeugt erneut als BVB-Joker - und will jetzt mehr

Brandt (r.) sagt diplomatisch: „Ich werde natürlich versuchen, mich im Training weiter zu empfehlen.“ © imago

Sein Kurzeinsatz warf erneut die Frage nach der bestmöglichen Verwendung seiner Qualitäten auf. Unter Peter Bosz spielte der BVB-Neuzugang in Leverkusen ein bärenstarkes Halbjahr als Zentrumsspieler gemeinsam mit Kai Havertz. „Die Abläufe bin ich jetzt gewöhnt“, meinte er. „Eigentlich wäre es Quatsch, sich jetzt wieder umzugewöhnen.“ Aber Brandt nennt das auch „ein Luxusproblem“. Der Trainer entscheide, „und mir ist es eigentlich egal, ob ich auf der Acht, Zehn, oder auf außen spiele. Aber ich will natürlich spielen.“

Brandt betreibt Werbung in eigener Sache

Von einer Kampfansage war das weit entfernt. Dafür ist Julian Brandt auch viel zu schlau. Er hat die Werbung in eigener Sache auch in Köln dort betrieben, wo der Trainer sie sehen will: auf dem Rasen. Und er weiß die Situation richtig einzuschätzen: „Das ist gesunder Konkurrenzkampf“, meinte er noch. „Es war wichtig, dass wir heute so nachlegen konnten.“ Einige weitere Spieler hätte es schließlich gegeben, „die haben gar nicht gespielt. Und die haben auch einen guten Namen auf dem Rücken.“

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