„Keiner, der anfängt zu heulen“: Siewert fiebert Mainz-Premiere entgegen

Bundesliga

Wenn die Bundesliga ins neue Jahr startet, steht Jan Siewert im Fokus. Der Ex-BVB-Trainer fiebert seiner Mainz-Premiere entgegen - und setzt in München auf den Überraschungseffekt.

Mainz

02.01.2021, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Das sind die Spiele, für die man es macht.“ Jan Siewert fiebert dem Spiel in München entgegen.

„Das sind die Spiele, für die man es macht.“ Jan Siewert fiebert dem Spiel in München entgegen. © imago / Martin Hoffmann

Für Jan Siewert war es am Freitag seine erste und wahrscheinlich auch letzte Pressekonferenz vor einem Bundesligaspiel des FSV Mainz 05. Nach der Freistellung von Jan-Moritz Lichte und der für Anfang nächster Woche erwarteten Verpflichtung Bo Svenssons bereitet der 38-Jährige den Tabellenvorletzten auf die Begegnung beim FC Bayern München vor. Der bisherige Junioren-Cheftrainer wird als Interimscoach auch am Sonntag (18.00 Uhr/Sky) in der Allianz Arena an der Seitenlinie stehen.

Jan Siewert ist der dritte FSV-Trainer in dieser Saison

„Ich bin keiner, der anfängt zu heulen. Da muss man vielleicht auch improvisieren können“, sagte Siewert. „Wir wollen auch einen Überraschungseffekt nutzen.“ Nach turbulenten Tagen am Bruchweg mit der Rückkehr von Christian Heidel als Sportvorstand und Martin Schmidt als Sportdirektor geht nun der Abstiegskampf unter neuen Vorzeichen für die Mainzer weiter.

Siewert ist nach Achim Beierlorzer und Lichte der dritte FSV-Trainer in dieser Saison. Der Auftrag ans vorhandene Personal in dieser Trainingswoche laute, sich voll reinzuhängen. Genau das hätten alle getan. „Und dann werden vielleicht auch Spieler auf Positionen auftauchen, die sie noch nicht so oft gespielt haben“, kündigte er an.

Siewert voller Vorfreude: „Das sind die Spiele, für die man es macht“

In Sachen Svensson-Verpflichtung hielt sich Schmidt bedeckt. „Wir verkünden etwas, wenn es etwas Definitives zu verkünden gibt“, sagte der Schweizer. „Wir sind nahe an einer Lösung, aber darum werden wir uns nach dem Bayern-Spiel kümmern. Alles andere würde dem Team und Jan Siewert nicht gerecht.“ Der Mainzer Ex-Profi Svensson steht noch beim österreichischen Zweitligisten FC Liefering unter Vertrag, gilt aber als Wunschkandidat.

Jan Siewert ist nach Achim Beierlorzer und Lichte der dritte FSV-Trainer in dieser Saison.

Jan Siewert ist nach Achim Beierlorzer und Lichte der dritte FSV-Trainer in dieser Saison. © imago / Martin Hoffmann

Aushilfe Siewert ist seit Sommer bei den Nullfünfern, zuvor war er unter anderem beim englischen Premier-League-Klub Huddersfield Town und der U23 von Borussia Dortmund tätig. Dass er die 05er ausgerechnet durchs schwerste Spiel der Saison führen muss, wie Heidel sagte, scheint ihn nicht zu stören. Im Gegenteil: „Das sind die Spiele, für die man es macht“, sagte der aus Mayen bei Koblenz stammende Siewert. Diese Freude spüre er auch bei den Profis, die ihn sehr respektvoll aufgenommen hätten. „Ich habe mich geehrt gefühlt, dass ich nach einem halben Jahr im Verein gefragt wurde, ob ich aushelfen kann“, sagte er. „Ich habe sofort bejaht. Es ist eine neue Zeit, die gehen wir gemeinsam an.“

Mainz will beim Spiel in München Spielfreude entwickeln

In den verbleibenden zwei Trainingseinheiten werde er weiter daran arbeiten, die Mannschaft auf den Champions-League-Sieger einzustellen. „Es gibt Phasen, in denen wir ganz konsequent verteidigen müssen, wir werden in gewissen Phasen leiden, aber wir müssen auch Spielfreude entwickeln“, betonte Siewert. Auch gegen den Rekordmeister werde es für seine Mannschaft Möglichkeiten geben, das Spiel positiv zu gestalten: „Diese Phasen wollen wir nutzen.“

Von dpa

Lesen Sie jetzt