Klopp: "Haben keinen Druck, sondern eine Chance"

Vor Viertelfinal-Rückspiel

Jürgen Klopps Auftritt vor dem Rückspiel gegen den BVB findet in einer großen Turnhalle statt. Nicht in dem kleinen Presseraum, der aus allen Nähten platzte, als der ehemalige Dortmunder Trainer kürzlich deutsche Journalisten eingeladen hatte. An sich eine passende Umgebung, wenn man über Fußball reden will.

LIVERPOOL

, 13.04.2016, 17:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Liverpools Coach Jürgen Klopp bei der Pressekonferenz. Foto: Bernd Thissen

Liverpools Coach Jürgen Klopp bei der Pressekonferenz. Foto: Bernd Thissen

Hinter dem improvisierten Podium eine Betonwand, in die ein Tor eingelassen ist, man läuft auf Kunstrasen. Dies hier ist Klopps neues Zuhause: Melwood, das Trainingszentrum des FC Liverpool. Beheimatet im Ortsteil West Derby, einer bürgerlichen Gegend, durchzogen von vielen Einfamilienhäusern mit kleinem Vorgarten. 15 000 Menschen leben hier.

Eine gute Wahl getroffen

Die meisten haben ihr Herz an die „Reds“ vergeben, denn so, wie hier der Stolz auf die Geburtsstätte der Beatles aus jedem kleinen Loch in der Hausfassade strömt, so stolz ist man auch auf das heimische Fußball-Team. Klopp hat eine gute Wahl getroffen, das spezielle Verhältnis der Bürger zu ihrem Fußballverein macht ja auch den Reiz an Borussia Dortmund aus.

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Abschlusstraining des FC Liverpool vor dem Spiel gegen Dortmund

Bilder des Liverpooler Abschlusstrainings vor dem Spiel gegen Dortmund.
13.04.2016
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Abschlusstraining und Pressekonferenz des FC Liverpool.© Foto: dpa
Abschlusstraining und Pressekonferenz des FC Liverpool.© Foto: dpa
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Abschlusstraining und Pressekonferenz des FC Liverpool.© Foto: dpa
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Abschlusstraining und Pressekonferenz des FC Liverpool.© Foto: dpa
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Schlagworte Borussia Dortmund,

Nach sieben Jahren im Ruhrgebiet muss Borussias Ex-Trainer seiner echten Liebe wehtun, und Klopp ist bemüht, genau das in den Vordergrund zu stellen. Für den Hype und die sentimentalen Nebengeräusche, die seine Heimkehr vor einer Woche begleiteten, kann er ja nichts.

"Das kann man nicht so oft erreichen"

Hier in Liverpool ist es ihm beinahe unangenehm, darüber zu reden. Er spricht viel lieber von der einmaligen Chance, die sich dem FC bietet. „Halbfinale Europa League, das kann man nicht so oft erreichen“, sagt Klopp. „Wir empfinden es so, dass wir zu Recht diese Chance haben, und wir wollen sie nutzen.“

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Er habe die Reaktionen auf das 1:1 vom vergangenen Donnerstag nicht verfolgt, sagt der 48-Jährige. Ein wenig unwirsch reagiert er auf die Frage, wie er es empfunden habe, dass der BVB vor einer Woche nicht an sein Limit herangekommen sei. Das sei nicht sein Thema. „Ich hatte aber auch nicht den Eindruck, dass wir am Limit waren.“

Klopp lässt Charme spielen

Klopp ist mal wieder in seinem Element. Er redet in einem Höllentempo, neben ihm verzweifelt der Dolmetscher, der später bei der Übersetzung dennoch kaum einen wichtigen Fakt vergisst. Auch in Liverpool kann sich kaum einer dem Charme des Menschenfängers Klopp entziehen. Bei seinen Ausführungen hängen die englischen Kollegen an seinen Lippen. Sie sind froh, da einen Trainer vor sich sitzen zu haben, der sich der schnöden Fußballer-Sprache öfter mal entzieht.

Zum Beispiel, als er versichert, „wir werden nicht mit einer weißen Fahne ins Stadion einlaufen“. Oder wenn er sagt, das wichtige Auswärtstor seiner Elf spiele keine Rolle heute Abend. „Vielmehr wird es auf die Atmosphäre ankommen. Die kann den Unterschied ausmachen.“

"Wir haben keinen Druck"

Nach sechs Monaten Liverpool scheinen die Mechanismen allmählich zu greifen. Man spiele konstanter, „wir haben uns aneinander gewöhnt, die Spieler merken auch, dass die Dinge funktionieren, die wir ihnen mitgeben“. Er hoffe darauf, dass sich seine Elf freimachen könne von der Erwartungshaltung, sagt Klopp. „Wir haben keinen Druck, wir haben eine Chance.“

Ob es an ihm gelegen habe, dass genau das dem BVB vor einer Woche nicht gelungen sei? Klopp fletscht die Zähne und sagt: „Tut mir leid, aber ich konnte ja schlecht zu Hause bleiben.“

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