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BVB-Kapitän Marco Reus darf nach seiner Roten Karte im Derby beim Saisonfinale in Gladbach antreten. Ob das Titelrennen dann noch offen ist? Dem BVB bieten sich im Mittelfeld zwei Optionen.

Dortmund

, 30.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Zwei Spiele Sperre für Marco Reus, drei Partien für Marius Wolf: Diesem Urteil des DFB-Sportgerichts für die beiden schwarzgelben Rotsünder stimmte der BVB am Montag nach dem Derby zu. Einmal noch darf Kapitän Marco Reus also in dieser Saison seine Mannschaft aufs Feld führen: am 18. Mai beim Kehraus in Mönchengladbach.

Statistisch egal, aber auf dem Platz unersetzlich

Ob es dann noch um Titel und Triumph geht oder um Abschied mit Anstand? Das hängt auch davon ab, wie die Mannschaft ohne Reus punktet. Auf die aktuelle Bundesliga-Serie bezogen ergibt sich rein statistisch kein wesentlicher Unterschied: In 26 Spielen mit ihm sammelte der BVB 2,23 Punkte im Schnitt, in den fünf Partien ohne ihn 2,2. Doch allein mit seiner Dynamik, seiner Rolle als Anführer und auch als unermüdlicher Arbeiter in der Defensive ist der 16-fache Torschütze unersetzlich.

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Marco Reus und Marius Wolf sind vom DFB für 2 bzw. 3 Spiele gesperrt worden. Ist das Urteil gerecht?

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Reus war am Samstag in der 60., Wolf in der 65. Minute beim Spiel gegen den FC Schalke 04 von Schiedsrichter Felix Zwayer (Berlin) des Feldes verwiesen worden. Wegen „rohen Spiels“ verhängte das Sportgericht nun die unterschiedlichen Sperren, die Richter Hans E. Lorenz so erklärte: „Die vom äußeren Geschehensablauf ähnlichen Fälle unterscheiden sich darin, dass der Spieler Marco Reus den Ball spielen wollte. Der Einsatz des Spielers Marius Wolf hingegen erfolgte nicht ballorientiert. Er hatte keine Chance, mit seinem Tackling den Ball zu erreichen.“ Für Wolf ist die Spielzeit damit beendet, Reus fehlt am Samstag in Bremen und am 11. Mai beim Heimspiel gegen Düsseldorf.

Dortmund ist das drittfairste Team der Liga

Bisher stellte der BVB bei nur einem Platzverweis in dieser Saison – Abdou Diallo sah im September beim 1:1 in Hoffenheim zu Unrecht wegen einer vermeintlichen Notbremse die Rote Karte – die drittfairste Mannschaft der Liga, nur die Bayern sahen noch weniger Gelbe Karten. Schalke ist übrigens Letzter der Fairplay-Tabelle.

Marco Reus kehrt zum Ligafinale zurück - BVB tüftelt bis dahin an Alternativen

© Deltatre

„Wir sind nicht daran gewöhnt, Rote Karten zu kriegen“, sagte BVB-Trainer Lucien Favre. Das stimmte, bis es seine Mannschaft durch die übermotivierten Aktionen von Reus und Wolf gleich doppelt erwischte, erstmals übrigens in der Vereinsgeschichte.

Der BVB tüftelt an Alternativen

Hinter verschlossenen Türen tüfteln die Borussen in dieser Woche also an Alternativen für die gesperrten Spieler. Im Fall Reus bieten sich zwei Optionen an: Entweder Favre zieht Mario Götze ins Mittelfeld zurück und beordert Mittelstürmer Paco Alcacer mal wieder in die Startelf. Oder aber er schenkt, wie beim missglückten Versuch in München, Mahmoud Dahoud im Zentrum sein Vertrauen.

Marco Reus kehrt zum Ligafinale zurück - BVB tüftelt bis dahin an Alternativen

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Anstelle von Marius Wolf setzt der BVB auf die vollständige Genesung und Frische von Lukasz Piszczek. Dem polnischen Rechtsverteidiger fehlt wegen hartnäckiger Probleme am Fuß allerdings seit dem 9. Februar jede Spielpraxis, wenn man die 69 wackeligen Notfall-Minuten beim 0:5 in München mal außen vor lässt. Seit dem vergangenen Donnerstag trainiert der stellvertretende Kapitän wieder voll mit der Mannschaft, am Samstag stand er dennoch nicht einmal im Kader.

Das Derby gegen Schalke beschäftigt den DFB noch weiter: Der Verband ermittelt auch wegen des Feuerzeug-Wurfes auf Jadon Sancho unmittelbar nach der 1:0-Führung.

Rote Karten: So bestraft der DFB
  • Nach Platzverweisen leitet der Kontrollausschuss des DFB Ermittlungen ein und stellt einen Strafantrag an das DFB-Sportgericht.
  • Ein Einzelrichter entscheidet über das Strafmaß. Unsportliches Verhalten (Notbremse, Festhalten) ergibt mindestens ein Spiel Sperre. Für rohes Spiel (Rücksichtloses Spiel, Verletzungsgefahr) sind minimum zwei Wochen Sperre vorgesehen. Eine Tätlichkeit (Treten, Schlagen, Spucken, Beißen) bedeutet sechs Wochen Pause.
  • Als Faktoren für die Bemessung der Strafe gelten auch die Schwere des Vergehens und jeweilige Vorstrafen.
  • Wird das Urteil vom Spieler/Verein akzeptiert, ist es rechtskräftig. Nur bei einem Einspruch folgt eine mündliche Verhandlung.
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