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Reus rettet den BVB beim 3:2 - Favre vercoacht sich

DFB-Pokal

Mit einer gehörigen Portion Dusel schleppt sich der BVB ins Pokal-Achtelfinale. Beim 3:2 nach Verlängerung gegen Union rettet Marco Reus die Schwarzgelben. Lucien Favre vercoacht sich.

Dortmund

, 31.10.2018 / Lesedauer: 4 min
Reus rettet den BVB beim 3:2 - Favre vercoacht sich

Die Entscheidung! Marco Reus behält vom Elfmeterpunkt die Nerven. © imago

Als Reus vor der Gelben Wand ganz cool den Strafstoß zur endgültigen Entscheidung versenkte und ein schwacher Pokalauftritt der Borussia doch noch ein versöhnliches Ende fand, fiel auch Favre ein Stein vom Herzen.

Hitz feiert Pflichtspiel-Debüt

In der Neuauflage des Pokalduells gegen die „Eisernen“ hatte der Schweizer rotiert wie noch nie zuvor in einem Pflichtspiel als Trainer von Borussia Dortmund. Die Bank war mit den Herren Sancho, Reus, Witsel, Alcacer und Bruun Larsen prominent bestückt, mit gleich sieben Änderungen im Vergleich zur Partie gegen die Hertha am vergangenen Samstag hatte Favre seine Startelf gehörig durcheinander gewirbelt. Das spülte lang nicht berücksichtigte Spieler in die Startelf, wie Ömer Toprak, wie Marwin Hitz, der sein Pflichtspiel-Debüt feierte. Wie Shinji Kagawa oder Julian Weigl. Die hatten - logisch - so noch nie miteinander auf dem Rasen gestanden. Und das war in den ersten 45 Minuten auch unschwer zu erkennen.

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DFB-Pokal, 2. Runde: BVB - 1. FC Union Berlin 3:2 n.V. (2:2, 1:0)

31.10.2018
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Bilder des Pokal-Spiels zwischen Borussia Dortmund und Union Berlin.© imago/Thomas Bielefeld
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Bilder des Pokal-Spiels zwischen Borussia Dortmund und Union Berlin.© dpa
Bilder des Pokal-Spiels zwischen Borussia Dortmund und Union Berlin.© imago/Thomas Bielefeld

Union, das mit der Empfehlung angereist war, neben der Borussia die einzig ungeschlagene Mannschaft im deutschen Profifußball zu sein, vertraute auf eine strikte 4-4-2-Grundordnung, die es den Dortmundern schwer machte, offensiv eine Lücke zu finden. Das lag auch am Fehlen jeglicher kreativer Momente in Schwarzgelb. Ohne Tempo im eigenen Spiel blieb es lange ein farbloses und uninspiriertes Ballgeschiebe. Der BVB, vor allem Christian Pulisic, verzettelte sich in unnötige Dribblings und ließ in seiner neu formierten Viererkette zudem einige Unsicherheiten erkennen.

Pulisic staubt aus kurzer Distanz ab

Eine Ausnahme gab es, und die führte gleich zum 1:0: Mahmoud Dahoud hatte von der linken Seite mit dem rechten Fuß geflankt, Kagawa zwang Rafal Gikiewicz im Berliner Tor per Kopf zu einer Glanzparade. Pulisic staubte aus nicht einmal einem Meter ab (40.).

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Ähnlich wie vor zwei Jahren setzte der Zweitligist auf gelegentliche Konter und war zudem aus der Distanz gefährlich. Hitz fischte den Schuss von Christopher Lenz spektakulär aus dem Winkel (24.), reagierte aber gar nicht, als Redondo aus halblinker Position abzog. Der Ball klatschte an die Latte (42.).

Diallo angeschlagen ausgewechselt

Weil Abdou Diallo mit Adduktorenproblemen schon nach elf Minuten das Feld räumen musste und die Abwehrsorgen der Borussia damit vergrößert, verzichtete Favre in der Pause auf kreativen Nachschub von der Bank. Die Berliner Herangehensweise änderte sich durch den Rückstand nicht. Und der BVB ließ sich zu gerne auf das Niveau der Gäste herunterziehen. Hier ein Sprint zu wenig, da ein verweigerter Zweikampf - Dortmund tat sich schwer, die nötige Schärfe im eigenen Spiel zu halten.

Das wurde prompt bestraft: Union gewann im Mittelfeld zwei wichtige Zweikämpfe, Zuj marschierte dann ungehindert durch die Zentrale. Als Zagadou zu zahgaft herausrückte, nahm der eingewechselte Sebastian Polter den kurzen Pass perfekt mit und spitzelte die Kugel mit langem Bein an Hitz vorbei - 1:1 (63.).

Polter wird zum Poltergeist

Dortmund drohte wie vor zwei Jahren eine Extraschicht - bis Maximilian Philipp, als vorderste Spitze bis dahin nahezu unsichtbar, alle Wucht in einen Rechtsschuss legte. Gikiewicz sah nicht allzu gut aus, dem Ex-Berliner Philipp war das nur recht - 2:1 (73.). Doch das war nicht die Entscheidung. Hitz wollte das Spiel unnötig schnell machen, sein schwacher Abwurf kam über zwei Stationen gegen die nun ungeordnete Defensive prompt zurück. Und an Halloween entwickelte sich Sebastian Polter zum Poltergeist: 2:2 (88.) - es ging in die Extraschicht.

Gegen den sträflich freien Hedlung machte Hitz mit einem Reflex seinen Fauxpas beim Ausgleich zumindest teilweise wett (96.). Auf der Gegenseite reklamierte der BVB vergeblich ein Handspiel von Schmiedebach (99.). Dortmunds Fans spürten, dass ihre Mannschaft Unterstützung benötigte. Auf die Gelbe Wand zog Marco Reus einen Freistoß, der Kopfball von Toprak klatschte an den Pfosten (111.). Das Glück hatten sich die starken Berliner allerdings verdient, dann aber zog Marvin Friedrich den durchbrechenden Pulisic, Schiedsrichter Guido Winkmann zeigte nach der dritten kniffligen Szene auf den Punkt. Und auf den BVB-Kapitän war mal wieder Verlass (120.+1).

Die Auslosung der Achtelfinal-Partien beginnt am Sonntag (4. November) ab 18 Uhr im Deutschen Fußballmuseum.
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