Mario Götze und der BVB: Abschied mit Wehmut

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Gegen die TSG 1899 Hoffenheim beschließt der BVB am Samstag die Saison. Mario Götze wird kurz noch einmal in den Mittelpunkt rücken beim BVB.

Dortmund

, 26.06.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als alles gesagt schien, war es auch dem Trainer noch ein Bedürfnis, seine Sicht der Dinge zum Thema Mario Götze beizusteuern. Götze sei und bleibe, sagte Lucien Favre in der letzten Spieltags-Pressekonferenz der Saison, „ein fantastischer Spieler“, er sei auch „einer der intelligentesten“, die er je trainiert habe. „Er macht alles richtig auf dem Platz.“ Dass Götze nicht so viel gespielt habe, sei der Systemumstellung geschuldet. Nun kann man allerdings nachlesen, dass Favre auch schon zuvor nicht allzu viel Verwendung für Mario Götze gehabt hatte.Aber das ist ein anderes Thema.

Vier Jahre nach Götzes Rückkehr schließt sich am Samstag der Kreis. Und das Ende passt zum Gesamteindruck dieser vier Jahre und war vom BVB-Sportdirektor zuvor schon treffend zusammengefasst worden, als Michael Zorc erklärte: „Beide Parteien haben sich das anders vorgestellt, als es gelaufen ist.“ Ein bisschen Wehmut schwang da mit. Zorc hat Götzes Kariere von nah und fern begleitet über all die Jahre, nun kommt es zu einem schmerzhaften Schnitt. Zum zweiten Mal.

Mario Götze beim BVB: Hätte, wenn und aber

Götzes Jahre waren geprägt von vielen „hätte, wenn und aber“. Niemand weiß, wie sich die Dinge nach seiner Rückkehr entwickelt hätten, hätte Götze nicht eine Stoffwechselerkrankung beinahe ein halbes Jahr zurückgeworfen. Wie hätte sich seine Karriere entwickelt, wenn er 2013 nicht den Wechsel zu den Bayern vollzogen hätte? Und wie bitter muss es für ihn gewesen sein, ständig zu hören, welch begnadeter Fußballer er doch sei – aber trotzdem weder unter Thomas Tuchel, noch unter den weiteren Trainern Bosz, Stöger und Favre das notwendige Vertrauen zu spüren.

So wird der Abschied angesichts der äußeren Umstände wohl relativ trostlos verlaufen, was auch Zorc schade findet. Die Verabschiedung vor dem Anpfiff, das mache man ja, um dem Spieler nochmals eine Bühne vor den Fans zu bieten. Die sind aber Samstag gar nicht dabei, so dass Zorc nur die Hoffnung bleibt, „dass es wenigstens schöne Fotos geben wird“.

Götze wird wohl froh sein, wenn der Schlusspfiff beim BVB ertönt

Alle, wohl auch Götze selbst, werden dann froh sein, wenn um 17:25 Uhr der endgültige Schlusspfiff zu dieser Saison ertönt. Beinahe zwölf Monate sind die Spieler nun schon zusammen, der Akku ist bei vielen leer. Verletzungen waren ein Begleiter des Re-Starts nach der Coronapause, in der die Profis Home Office lernten und auch, ihre sozialen Kontakte zurückzufahren. Ihnen gebühre daher das größte Kompliment, und auch den Fans, die sich ebenso vorbildlich verhalten hätten, so Zorc, der das DFL-Konzept „eine Erfolgsstory“ nennt, „beispielgebend für ganz Europa“.

BVB-Sportdirektor Zorc wünscht Götze für die Zukunft alles Gute

Borussia Dortmund kann, zumindest was die Bundesliga-Bilanz angeht, auf eine ordentliche Saison zurückblicken. Mehr war es aber auch nicht. Dass es zum großen Wurf nicht reichte, erkennen Zorc und Favre an: „Die Bayern sind noch einen Tick besser, so ehrlich muss man sein“, lobte Favre. „Wenn die Bayern 82 Punkte oder sogar mehr holen, wird es für uns und jede andere Mannschaft schwer“, lobte Zorc.

Götze wird, wenn die nächste Jagd eröffnet wird, dann nicht mehr dabei sein. Wohin es ihn zieht, ist noch offen. Für seine Zukunft, meinte Zorc, „wünsche ich ihm, dass sich das bei seinem neuen Klub so entwickelt, wie er sich das vorstellt.“

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