Marwin Hitz gibt nach BVB-Debüt Einblicke in sein Inneres

hzBorussia Dortmund

Das Pflichtspiel-Debüt von Marwin Hitz für den BVB hält Licht und Schatten bereit. Auf der Linie zeigt der 30-jährige Torhüter seine Stärken, ein überhasteter Abwurf trübt die Bilanz.

Dortmund

, 02.11.2018 / Lesedauer: 3 min

Lange musste er auf diesen Moment warten. Das Einlaufen in den Signal Iduna Park, das Aufwärmen zuvor vor der Gelben Wand. Dann die ersten Minuten als Spieler der Heimmannschaft in einem Stadion, das für seine besondere Atmosphäre berühmt und berüchtigt ist. 13 Pflichtspiele vor diesem Pokalabend gegen Union Berlin bog Hitz kurz vor Anpfiff des Spiels beim Betreten des Innenraums in den Stadien immer ab und nahm auf der Bank Platz. Diesmal marschierte er durch bis auf den Rasen, diesmal durfte seine Rolle eine andere sein. „Ich habe mich gefreut“, meinte er, „ich wusste aber auch, dass es nicht einfach wird.“

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Neben Hitz wechselte Trainer Lucien Favre auf sechs weiteren Positionen. Hitz war klar, dass dies nicht ohne Reibungsverluste abgehen würde und Arbeit auf ihn zukommen könnte. Gleich drei Mal war er nach einer Abtastphase zu Beginn in der 24. Minute gefordert, als er zunächst den Freistoß von Robert Zulj aus spitzem Winkel auf den kurzen Pfosten entschärfte, nach der anschließenden Ecke den Schuss von Christopher Lenz aus dem Winkel fischte und erneut gegen den Kopfball von Zulj zur Stelle war. Auf der Linie war auf Hitz Verlass, so wie später in der Verlängerung auch beim Herauslaufen gegen den eingewechselten Hedlung, als er geschickt den Winkel verkürzte und den Schuss des Berliners blocken konnte. Das waren Szenen, in denen Hitz seine Qualitäten zeigte.

Unsortierte Dortmunder Abwehr

Doch es gab eben auch die Szene, die zum 2:2-Ausgleich kurz vor Schluss führen sollte. Hitz hielt den Ball in seinen Händen, unnötigerweise versuchte er das Spiel mit einem weiten Abwurf auf die linke Seite schnell zu machen. Dort war die gedachte Anspielstation Marius Wolf, der aber war gut abgeschirmt und verlor das Kopfballduell nahe der Mittellinie. Im Prinzip noch unproblematisch - doch dann ging es gegen die aufgerückte und unsortierte Dortmunder Abwehr rasend schnell. Nur zwei Stationen brauchte Union bis vor das Dortmunder Tor, der Flankenball von Zulj auf den Kopf von Doppel-Torschütze Polter kam perfekt, der Abschluss war sehenswert. 2:2, der BVB musste in die Verlängerung.

„Der Abwurf war nicht die richtige Entscheidung, aber solche Situationen gibt es im Fußball immer wieder.“

„Der Abwurf“, gab Hitz später unumwunden zu, „war nicht die richtige Entscheidung, aber solche Situationen gibt es im Fußball immer wieder.“ Sein Trainer sprang ihm noch zur Seite, Lucien Favre sprach von „mehreren Fehlern“ vor dem 2:2. Doch Hitz wusste natürlich, dass die Hauptschuld an diesem unnötigen Gegentor bei ihm lag.

Ein Spiel wie eine Achterbahnfahrt also. Mit dem Happy End nach dem späten Elfmetertor von Marco Reus, auch für die Gemütsverfassung von Hitz war das wichtig. „Es hat viel Spaß gemacht“, erklärte er. Ungewohnt offen erklärte der Schweizer dann, dass es nicht immer einfach sei, sich mit der Situation als klare Nummer zwei zu arrangieren. „Ich wusste zwar, dass es nicht leicht wird, viele Minuten zu bekommen“, meinte er. „Es macht dennoch nicht immer Spaß, sich nur im Training zu präsentieren.“

Großes Lob für Roman Bürki

Die Entscheidung seines Trainers, an Roman Bürki als Nummer eins festzuhalten, sei jedoch konsequent und richtig gewesen. „Roman präsentiert sich sehr gut bislang, alle Entscheidungen des Trainers waren bislang richtig.“ Der Wechsel zum BVB sei „ein großer Schritt“ gewesen, fügte Hitz noch an, bevor er nach seinen ersten 120 Pflichtminuten zufrieden nach Hause fuhr. Seine Worte deuteten allerdings mehr als nur an, dass er sich dennoch zum Start der Sommervorbereitung Chancen ausgerechnet hatte.

Marwin Hitz gibt nach BVB-Debüt Einblicke in sein Inneres

Erleichterung bei Marwin Hitz (2.v.r.) nach dem glücklichen Pokal-Sieg gegen Union Berlin. © imago

Am Samstag jedoch wird er wieder seinen Stammplatz auf der Bank einnehmen. Daran ändern dürfte wohl nur eine Verletzung von Roman Bürki oder eine nachhaltige Formkrise des Hitz-Landsmanns etwas. Die Hierarchie im Tor wird die Partie gegen Union Berlin nicht verändern.

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