Nationalmannschaft

Mit BVB-Kapitän Marco Reus: DFB-Elf dreht WM-Quali-Spiel gegen Rumänien

Nach Rumäniens früher Führung rennt Deutschland 80 Minuten lang an. Gnabry und Müller drehen die Partie, 2:1 für die Flick-Elf, die in der WM-Qualifikation ihre Gruppe mit Vorsprung anführt.
Bundestrainer Hansi Flick setzte gegen Rumänien von Anfang an auf BVB-Kapitän Marco Reus. © imago images/Jan Huebner

Zur Not ein Tor nach einer Ecke: Thomas Müller drückte den Ball nach einer Standardsituation zum erlösenden 2:1 über die Linie, breitete die Arme aus – endlich der Führungs- und damit auch der Siegtreffer (81.). In einer Partie mit viel Bemühen und vergebenen Chancen bezwang die deutsche Nationalelf Rumänien hochverdient. Bis in die Schlussphase stand es 1:1 nach den Treffern von Ianis Hagi (9.) und Serge Gnabry (52.).

DFB-Elf gerät gegen Rumänien früh in Rückstand

Die „frische Brise“, die eine Choreografie auf der Nordtribüne heraufbeschwor, schlug der DFB-Elf zu Beginn ins Gesicht. Nach einem Rempler von Andrei Burca an Timo Werner zeigte Schiedsrichter Cüneyt Cakir auf den Elfmeterpunkt, nach Videostudium nahm er die Entscheidung zurück – korrekt (5.-8.).

Während sich die Deutschen noch ärgerten, konterten die Gäste über den rechten Flügel. Thilo Kehrer verpasste die Absicherung, Ianis Hagi schlüpfte per Übersteiger und Tunnel leichtfüßig vorbei am drehmomentschwachen Antonio Rüdiger, den satten Linksschuss sah Marc-André ter Stegen nur an sich vorbeifliegen ins Netz (9.). Den Sohn des rumänischen Fußball-Nationalhelden Gheorghe Hagi bejubelten die 1000 Gästefans unter den 25.000 Zuschauern euphorisch. Erstmal Gegenwind.

BVB-Kapitän Marco Reus in der Startelf

Ter Stegen war für Kapitän Manuel Neuer (Adduktorenprobleme) in die erste Elf gerückt, sonst änderte Bundestrainer Hansi Flick seine Mannschaft nur auf einer Position: Borussia Dortmunds Spielführer Marco Reus bekam im zentralen offensiven Mittelfeld den Vorzug vor Thomas Müller.

Flicks Ideen waren durchaus erkennbar. Die Viererkette stand extrem hoch, teilweise weit in der gegnerischen Hälfte. Zusätzlich zu den Außenverteidigern Kehrer und Jonas Hofmann schob auch Innenverteidiger Niklas Süle mit an. Vorne sollten Kreuzbewegungen und Läufe in die Tiefe die Räume öffnen.

80 Prozent Ballbesitz

Deutsche Elf mit fast 80 Prozent Ballbesitz

Mit der Führung der Rumänen verfestigte sich jedoch die erwartete Statik der Partie: Fast 80 Prozent betrug der Ballbesitzanteil der deutschen Elf. Doch egal ob oft über rechts oder seltener über links, ob mit „Pass und Klatsch“ oder Verlagerungen – spätestens am gegnerischen Strafraum bremsten grobe Ungenauigkeiten (Sané, Werner) das Momentum. Ein halbes Dutzend Querpässe am Sechzehner landete in den Füßen des nächsten Abwehrspielers. Abstimmung, Timing, das geduldige Warten auf den richtigen Moment – da blieb viel Luft nach oben.

Chancen entsprangen den deutschen Angriffsbemühungen trotz der eifrigen und auch intensiven Bemühungen folglich wenige. Erst nach einer halben Stunde führte das optische Übergewicht auch zu nennenswerten Annäherungen. Reus versuchte es aus spitzem Winkel (34.), Gnabry rutschte erst bei der Hereingabe der Ball über den Fuß (36.), dann zielte er aus 20 Meter vorbei (44.). Joshua Kimmichs Distanzschuss war kein Problem für Torhüter Florin Nita (45.).

Dauerdruck der deutschen Nationalmannschaft wird belohnt

Zweite Hälfte, umgekehrte Szenen: Der aufmerksame Süle klärte in letzter Sekunde vor dem einschussbereiten George Puscas (48.), stattdessen schlug die DFB-Elf zu. Leon Goretzka trieb den Ball in Richtung Strafraum, Reus ließ abprallen für Gnabry, dessen Rechtsschuss zischte unhaltbar in die Maschen (52.).

Deutschland nun mit Rückenwind und Abschlüssen im Zwei-Minuten-Takt. Der aktionsfreudige Reus erwischte Hofmanns Flanke nicht perfekt (58.), dann schnappte Nita seinen Schuss (60.), Sané zielte zu hoch (62.) und ein weiteres Mal drüber (74.).

Der Siegtreffer bahnte sich an, er wäre längst verdient gewesen, knapp zehn Minuten vor Schluss fiel er: Ecke Kimmich, Goretzka verlängerte per Kopf, der eingewechselte Thomas Müller, Schlitzohr mit Torriecher, ahnte, was gespielt wurde und staubte ab (81.). Wenn alles andere nicht klappt, hilft ein Standard-Treffer ungemein. Deutschland pustet durch, die WM-Qualifikation liegt nach vier Siegen unter Flick in der Luft.

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