Mutig gegen das Bollwerk: Der BVB will die Lehren aus dem 0:2 in Mailand ziehen

Champions League

Borussia Dortmund startet in eine wichtige Englische Woche. Gegen Inter Mailand will der BVB heute Abend den Aufwärtstrend bestätigen und die Lehren aus dem 0:2 im ersten Vergleich ziehen.

Dortmund

, 05.11.2019, 14:15 Uhr / Lesedauer: 3 min
Mutig gegen das Bollwerk: Der BVB will die Lehren aus dem 0:2 in Mailand ziehen

Jadon Sancho (r.) dürfte heute Abend in die BVB-Startelf zurückkehren. © dpa

Warum in die Defensive gehen? Julian Brandt drückte stattdessen das Kreuz durch und reckte den Kopf in die Luft, und seine Worte vor dem heutigen zweiten Heimspiel in der Champions League gegen Inter Mailand (21 Uhr, Signal Iduna Park) konnte man auch als kleine Kampfansage interpretieren. Auch wenn die vergangenen Wochen nicht einfach waren, für Borussia Dortmund und speziell auch den Neuzugang von Bayer Leverkusen, kleiner machen als man ist, müsse man sich nicht, findet Brandt. „Wir haben noch viel vor in der Champions League“, erklärte der 23-Jährige selbstbewusst. „Die Fans sollen merken, dass wir mutig sind!“ Und Inter spüren, „wer hier das Heimspiel hat.“

Spaß und Leichtigkeit kehren beim BVB allmählich zurück

Lucien Favre wären solche forschen Töne wohl nie über die Lippen gekommen, er lobte stattdessen - diesmal zu Recht - die gute Organisation beim heutigen Gegner, der „defensiv wenig zulässt, aber auch gut nach vorne spielt.“ Das Hinspiel, in dem der BVB beim 0:2 gegen die körbetonte Spielweise der Italiener keine Mittel fand, in der Offensive harmlos blieb und in der Defensive zwei Mal bestraft wurde, lieferte dazu Belege genug.

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Der BVB vor dem Spiel gegen Inter Mailand

Aber Favre dürfte Brandts Worte dennoch wohlwollend registriert haben. Sie deuten an, dass die vergangene Woche Wirkung gezeigt hat. Die Verunsicherung ist nach den zwei wichtigen Erfolgen in Pokal und Meisterschaft ein Stück weit verflogen, Spaß und Leichtigkeit kehren allmählich zurück. „Die Qualitäten stecken in uns“, sagt auch Julian Brandt, „ich bin mir sicher, dass das mit der Zeit auch über 90 Minuten wieder sichtbar wird.“

BVB-Trainer Favre hat in der Offensive eine Fülle an Möglichkeiten

Nicht umsonst fiel beim Dortmunder Coach am Montag mehrfach das Wort „Balance“. Die brauche der zur Offensive verdammte BVB in seinem Spiel, weil eine Niederlage das Überwintern in der Champions League schon fast ausschließen würde, ein Sieg aber die eigene Position wieder deutlich stärken würde - unabhängig davon, ob es dann noch gelingt, den direkten Vergleich gegen die Mailander zu gewinnen. „Wir brauchen den Sieg, um unsere Ambitionen wieder zu festigen“, sagt auch Sportdirektor Michael Zorc.

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Auch wenn Kapitän Marco Reus in den 15 Minuten des öffentlichen Abschlusstrainings nicht gesichtet wurde und er damit wegen seiner Sprunggelenksprobleme ein fast sicherer Ausfallkandidat für heute ist, befindet sich Favre in einer komfortablen Ausgangsposition. Bis auf Reus sind alle Spieler wieder im Training und drängen sich auf. Gerade offensiv gibt ihm das eine Fülle an Möglichkeiten.

BVB will seinen Geschwindigkeitsvorteil nutzen

In Mailand begegnete der BVB dem Zwei-Spitzen-System der Mailänder mit der Umstellung auf eine Dreierkette und einem dichten Vierermittelfeld, aus dem die Außen Achraf Hakimi und Nico Schulz ihre offensiven Vorstöße starten sollten. Defensiv ging das Konzept auf, abgesehen vom ersten Gegentor, als Schulz die Abseitsfalle aufhob.

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Das Abschlusstraining des BVB vor dem Spiel gegen Inter Mailand

Die Bilder des BVB-Abschlusstrainings vor dem Champions-League-Spiel gegen Inter Mailand.
04.11.2019
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Bilder des BVB-Abschlusstrainings vor dem Champions-League-Spiel gegen Inter Mailand.© dpa
Bilder des BVB-Abschlusstrainings vor dem Champions-League-Spiel gegen Inter Mailand.© dpa
Bilder des BVB-Abschlusstrainings vor dem Champions-League-Spiel gegen Inter Mailand.© dpa
Bilder des BVB-Abschlusstrainings vor dem Champions-League-Spiel gegen Inter Mailand.© dpa
Bilder des BVB-Abschlusstrainings vor dem Champions-League-Spiel gegen Inter Mailand.© dpa
Bilder des BVB-Abschlusstrainings vor dem Champions-League-Spiel gegen Inter Mailand.© dpa
Bilder des BVB-Abschlusstrainings vor dem Champions-League-Spiel gegen Inter Mailand.© dpa
Bilder des BVB-Abschlusstrainings vor dem Champions-League-Spiel gegen Inter Mailand.© dpa
Bilder des BVB-Abschlusstrainings vor dem Champions-League-Spiel gegen Inter Mailand.© dpa
Bilder des BVB-Abschlusstrainings vor dem Champions-League-Spiel gegen Inter Mailand.© dpa
Bilder des BVB-Abschlusstrainings vor dem Champions-League-Spiel gegen Inter Mailand.© dpa
Bilder des BVB-Abschlusstrainings vor dem Champions-League-Spiel gegen Inter Mailand.© dpa

Offensiv aber biss sich die Borussia an der körperbetonten Spielweise der Italiener gegen den Ball die Zähne aus. „So wenig wie möglich“, folgert Brandt, der in Mailand gegen die Hünen-Abwehr um Brozovic und Skriniar kein Land sah, dürfe sich der BVB daher in aufreibende Zweikämpfe verstricken lassen. „Wir müssen den Ball laufen lassen, mit wenigen Kontakten spielen.“ Und den Geschwindigkeitsvorteil nutzen, den der BVB auf seiner Seite zu haben glaubt.

BVB hofft auf eine weitere magische Nacht

Wie in der Liga hat Borussia Dortmund auch in der Champions League noch reichlich Luft nach oben. Die Partie heute besitzt angesichts der Konstellation in der Gruppe schon vorentscheidenden Charakter, es ist das Duell der beiden Teams, die sich hinter dem FC Barcelona das zweite Ticket für das Achtelfinale im Frühjahr sichern wollen. Obwohl Favre viel Lob für die Abwehrstärke der Mailänder verteilte, ist nichts unmöglich.

Magische Nächte hat es im Signal Iduna Park schon einige gegeben, wenn die Champions-Hymne ertönte, eine weitere würde heute noch einmal kräftigen Rückenwind auch für den Bundesliga-Gipfel bei den angeschlagenen Bayern geben. „Wir haben hier schon gegen andere Mannschaften gewonnen“, rief auch Brandt noch einmal in Erinnerung. „Das sollte man auf dem Platz sehen.“

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