Borussia Dortmund

Nach Anschlag nahe Tel Aviv: Israel-Reise des BVB abgesagt

Borussia Dortmund wird nicht wie geplant nach Saisonschluss nach Israel reisen. Durch einen Anschlag in der Nähe von Tel Aviv hat sich am Donnerstagabend die Sicherheitslage akut verschärft.
Tel Aviv Hafen
Eigentlich sollte der BVB vom 15. bis 18. Mai nach Tel Aviv reisen. Nach den neusten Ereignissen wackelt die geplante Reise. © IMAGO/Xinhua

Update, 05. Mai 22: Die Israel-Reise von Borussia Dortmund wird verschoben. Durch einen Anschlag am Donnerstagabend in der Nähe von Tel Aviv hat sich die Sicherheitslage zugespitzt.

Borussia Dortmund muss die Sicherheitslage neu bewerten

Nach Informationen der Ruhr Nachrichten aus Israel haben die Organisatoren der Reise nach intensiven Gesprächen am späten Donnerstagabend entschieden, dass der Besuch nicht wie geplant stattfinden kann. Ein neuer Termin wird nun gesucht. Es war vorgesehen, dass der BVB mit der gesamten Profimannschaft direkt nach dem letzten Saisonspiel vom 15. bis 18. Mai nach Israel reist, Besuche in Tel Aviv und Jerusalem absolviert und zudem ein Freundschaftsspiel gegen Maccabi Netanja bestreitet.

Schon in den Tagen zuvor haben sich organisatorische Hürden für die Reise ergeben, die in der kurzen Zeitspanne bis zum Abflug nur schwer zu überwinden gewesen wären. Hinzu kam jetzt die für den BVB neu zu bewertende Sicherheitslage. Am Donnerstagabend wurde das Land von einem weiteren Anschlag erschüttert. In der Ortschaft Elad östlich von Tel Aviv gab es laut Polizeiangaben mehrere Tote und Verletzte. Bereits mittags war es auf dem Tempelberg in Jerusalem zu schweren Zusammenstößen zwischen israelischen Sicherheitskräften und Palästinensern gekommen.

Borussia Dortmund plante viertägige Reise nach Israel

Erstmeldung vom 02. Mai 2022: Am 14. Mai beschließt Borussia Dortmund mit dem Heimspiel gegen Hertha BSC die Bundesliga-Saison. In die Sommerpause verabschieden sich die Spieler anschließend aber nicht. Der BVB bricht vom 15. bis 18. Mai zu einer nicht alltäglichen Reise nach Israel auf.

Während der viertägigen Visite wird Borussia Dortmund am 17. Mai ein Freundschaftsspiel gegen Maccabi Netanja absolvieren. Die Anstoßzeit ist noch offen. „Zum Abschluss unserer Saison mit all ihren Höhen und Tiefen freuen wir uns noch auf ein attraktives Kräftemessen gegen ein israelisches Top-Team. Wir sind gespannt auf die sicherlich euphorische Stimmung im Stadion und möchten unseren Beitrag zu einem für viele BVB-Fans in Israel unvergesslichen Abend liefern“, kündigt der künftige Sportdirektor Sebastian Kehl an. Darüber hinaus ist ein Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem geplant. Neben dem gesamten Profikader werden auch Mitglieder der Geschäftsführung und einige BVB-Legenden der Delegation angehören.

BVB-Geschäftsführer Watzke spricht von denkwürdigen Begegnungen

„Wir waren beim World Holocaust Forum im Januar 2020 letztmals in Israel. Es wird aller höchste Zeit, dass wir wieder nach Israel reisen“, hatte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bereits am Rande des Fachtags „Antisemitismus und Profifußball“ Ende März in Dortmund gesagt. Nun lassen die Schwarzgelben Taten folgen und brechen Mitte Mai nach Israel auf. In der Vergangenheit hatte der BVB nach Saisonende Touren in die USA und nach Asien unternommen. Beides kam angesichts der Corona-Pandemie nicht in Frage. Der Klub hat sich für eine Visite in Israel entscheiden, auch wenn die Sicherheitslage dort durchaus angespannt ist. Anfang April waren bei vier Terroranschlägen in Be’er Sheva, Chadera, Bnei Brak und Tel Aviv insgesamt 14 Menschen getötet worden.

Dennoch wird die Borussia die Reise antreten. „Wir sind bei unseren Besuchen in Israel 2019 und 2020 mit offenen Armen empfangen worden, hatten viele denkwürdige Begegnungen mit den Menschen im Land. Umso mehr freue ich mich darauf, jetzt mit der Mannschaft unsere vielen israelischen Fans besuchen und neue Freunde kennenlernen zu können“, sagt Hans-Joachim Watzke, für den die Völkerverständigung bei dieser Reise im Vordergrund steht.

BVB-Geschäftsführer Cramer ist gespannt auf Haus der Sammlungen

Seit 2008 setzt sich der BVB intensiv in verschiedenen Projekten gegen Antisemitismus und Rassismus ein, unternimmt regelmäßig Bildungsreisen nach Israel. Zudem hat er 2019 auf Initiative des Freundeskreises Yad Vashem den Ausbau der Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem mit einer Million Euro unterstützt. Das Geld floss in den Bau des „Hauses der Sammlungen“. Auf 4200 Quadratmetern wurde darin zusätzlicher Raum zur Aufbewahrung, Forschung und Restaurierung von Objekten aus der Zeit des Holocaust geschaffen, um sie für die Nachwelt zu erhalten. Durch die im „Haus der Sammlungen“ aufbewahrten persönlichen Dokumente, Kunstwerke und Artefakte kann die Geschichte des Holocaust und die einzelner Jüdinnen und Juden sichtbar gemacht werden.

„Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, die Gelegenheit dieser Reise zu ergreifen, um mit der gesamten Mannschaft von Borussia Dortmund Yad Vashem zu besuchen. Wir sind insbesondere sehr gespannt auf den Baufortschritt des ‚Haus der Sammlungen‘“, sagt BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer. Durch den Vergleich mit dem fünfmaligen Landesmeister Maccabi Netanja erhält die Reise auch noch eine sportliche Note. „Wir haben lange und gewachsene Verbindungen zu und nach Israel, deshalb haben wir uns besonders gefreut, als wir die Einladung für ein Freundschaftsspiel gegen Maccabi Netanja erhalten haben“, sagt Hans-Joachim Watzke.

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