Nach Covid-19-Fall in der BVB-U23: So geht es weiter

Borussia Dortmund II

Die U23 von Borussia Dortmund beklagt einen Corona-Fall in ihren Reihen. Wie es weitergeht, ist offen. Wir klären die wichtigsten Fragen.

22.10.2020, 19:48 Uhr / Lesedauer: 3 min
Nicht nur BVB-U23-Coach Enrico Maaßen fragt sich, wie es weitergeht.

Nicht nur BVB-U23-Coach Enrico Maaßen fragt sich, wie es weitergeht. © imago images/Thomas Bielefeld

Nach dem Corona-Fall bei Borussia Dortmund II beantworten die Ruhr Nachrichten die wichtigsten Fragen. Die BVB-U23 blickt in eine ziemlich ungewisse Zukunft.


? Was ist passiert?

Ein Mitarbeiter aus dem Dortmunder U23-Funktionsteam ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Diese Nachricht erreichte die Borussia am Mittwochnachmittag (21. Oktober), wenige Stunden vor der Auswärtspartie beim SV Lippstadt – und somit äußerst plötzlich. Ein Teil des BVB-Spielerpersonals, das den Weg in den Kreis Soest unternehmen sollte, hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits in Dortmund-Brackel eingefunden. Es saß nichtsahnend in den Privatautos, war startklar, um in den Mannschaftsbus gen Lippstadt zu steigen – und wurde stattdessen per WhatsApp-Nachricht abkommandiert. Ab in die häusliche Isolation.

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Die Ligapartie fiel wegen des Corona-Falls kurzfristig aus. Und Trainer Enrico Maaßen sagte auf Anfrage dieser Redaktion: „Eine Spielabsage bei dieser Informationslage ist nur logisch – und die einzige Möglichkeit. Hoffentlich bleibt es bei diesem einen Fall.“ Außerdem betonte der 36-Jährige: „Dem Infizierten wünschen wir natürlich einen unproblematischen Verlauf und eine schnelle Genesung.“ Am Mittwoch zeigte der Erkrankte, der seit der am vorherigen Samstag stattgefundenen Partie gegen Ahlen (6:0) keinen unmittelbaren Kontakt zum Team und den restlichen Mitarbeitern gehabt haben soll, keine problematischen Symptome. Gesundheitlich ging es ihm dem Vernehmen nach gut.


? Welche weiteren Folgen hat der Corona-Fall für den BVB II?

Zusätzlich zum Auswärtsspiel in Lippstadt wird nach unseren Informationen auch der eigentlich für Sonntag (25.10.) geplante Heimauftritt gegen Fortuna Düsseldorf II gestrichen. Der Trainingsbetrieb ist erst einmal ausgesetzt, da zunächst überprüft werden muss, ob es weitere an Covid-19 Infizierte rund um Borussia Dortmund II gibt. Die Spieler des aktuellen Regionalliga-Tabellenführers sollen sich – so gut es geht – daheim fit halten. Und alsbald getestet werden. [Update, 23. Oktober: Mittlerweile liegen die Testergebnisse vor, kein weiterer Akteur hat sich infiziert – der Spielbetrieb ist trotzdem eingeschränkt.]

Auf Anfrage dieser Redaktion gab der Verein am Donnerstag keine genaue Auskunft, wann und wie die Testungen stattfinden sollen. Höchstwahrscheinlich aber weiß er es selbst nicht. Denn eigentlich ist es üblich, dass sich das zuständige Gesundheitsamt – hier freilich die Dortmunder Behörde – beim Verein meldet. Würde der Klub eigenorganisiert testen, könnten die Ergebnisse nicht anerkannt werden.

Wenn die Borussia dieses Risiko verhindern will, wartet sie also aufs Gesundheitsamt. Und danach klingt es auch. So teilte der BVB den Ruhr Nachrichten in seiner kurz-knappen Stellungnahme immerhin mit, dass sich der Verein „sehr, sehr offen“ mit dem Dortmunder Gesundheitsamt austausche – und die jeweiligen Anforderungen der Behörden „umfänglich erfüllt, sogar übererfüllt“. Soll heißen: Wir kooperieren.

Was die bestehenden Corona-Sicherheitsvorkehrungen für die U23-Belegschaft angeht, wird es nach der Zwangspause wohl keine Anpassungen im Konzept geben. Schließlich hat sich das erkrankte Funktionsteam-Mitglied nach derzeitigem Stand nicht auf dem Trainingsgelände infiziert, sondern außerhalb, im privaten Bereich. Beim BVB sind sie darum aus gutem Grund davon überzeugt, dass die bislang bestehenden Maßnahmen funktionieren.


? Welche Maßnahmen hat der BVB bisher getroffen?

Wer Schnupfen oder Husten hat, so heißt es rund um die U23, solle zu Hause bleiben und sich auskurieren. Zudem besteht seit längerem eine Maskenpflicht; und die Spieler dürfen sich nicht gemeinsam in großer Gruppe im Duschraum oder in der Kabine aufhalten. Der unmittelbare Kontakt soll aufs nötige Minimum reduziert werden. Das gilt ebenso für die Freizeit, da besteht der Grundsatz, mit Augenmaß zu handeln, um die Infektionsgefahr bestmöglich zu begrenzen.


? Wie geht es jetzt weiter?

Nach den – aus BVB-Sicht hoffentlich bald – ausgeführten Testungen mit allseits negativem Ergebnis und einem emporgestreckten Daumen des Dortmunder Gesundheitsamtes könnte die Borussia zurück auf den Platz. Wann das der Fall sein wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu beantworten. Die gesamte Mannschaft harrt der Dinge, wartet ab, um beim Re-Start an die bisherige Erfolgstour anzuknüpfen.

In der Regionalliga kündigt sich derweil Terminchaos an. Die zwei Spielausfälle mit BVB-II-Beteiligung sind beileibe nicht die einzigen Absagen, auch Mannschaften wie Rot-Weiss Essen, Mönchengladbach II oder Alemannia Aachen mussten schon Corona-bedingt passen. Das ist problematisch, da der Spielplan ohnehin eng getaktet ist. Viel Zeit, um durchzuatmen bzw. Nachholspiele zu absolvieren, bleibt nicht. Es drohen noch mehr Englische Wochen als ursprünglich berechnet.

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