BVB-Sportdirektor Michael Zorc. © imago images/Jan Huebner
Borussia Dortmund

Nach Stuttgart ist vor Lissabon – BVB-Sportdirektor Zorc gibt Marschrichtung vor

Borussia Dortmund nutzt in der Liga die Chance und bleibt an der Spitze dran. In der Champions League sind die Ziele auch klar definiert. BVB-Sportdirektor Michael Zorc erklärt die Agenda.

Das Flutlicht draußen im Signal Iduna Park strahlte noch, da war das Spiel gegen den VfB Stuttgart in der BVB-Kabine schon abgehakt. Es war am Samstagabend schlicht keine Zeit für den Borussen-Tross, sich allzu lange mit den Details des umkämpften Duells zu beschäftigen. Die drei Punkte waren gesichert dank des späten Treffers zum 2:1 von Marco Reus, der Patzer der Bayern genutzt. Und damit die Pflicht erfüllt. Jetzt also konnten und mussten die Blicke der Borussia schon voraus gehen auf die nächste Aufgabe: Sporting Lissabon.

BVB richtet den Blick auf Lissabon

Am Dienstag klettern BVB-Profis, Trainer und Klub-Delegation in den Sonderflieger gen portugiesische Hauptstadt. Am Mittwoch um 21 Uhr rollt der Champions-League-Ball. Sportdirektor Michael Zorc brauchte nur ein Wort um zu erklären, was bis dahin ganz oben auf der BVB-Agenda stehen muss: „Regenerieren.“

Kein Zweifel, die Partie gegen couragierte Stuttgarter fraß Körner, und der seit Monaten personell gebeutelte BVB bewegte sich kräftemäßig ohnehin zuvor schon am Limit. Leer sind die Tanks aber offenbar noch nicht.

„Das Spiel gegen Stuttgart war intensiv, aber ich habe jetzt nicht das Gefühl, dass alle tot sind und gegen Lissabon auf den Felgen laufen werden“, erklärte Julian Brandt nach dem Abpfiff am Samstagabend, als er als letzter BVB-Profi die Kabine mit dicker Wollmütze auf dem Kopf verließ. Vielmehr habe der Heimsieg einen wichtigen Zweck erfüllt. „Er tut der Seele gut“, verriet Brandt, er gebe der Mannschaft neue Energie, schiebe die Gedanken an die hohe Belastung nach hinten. „Schließlich haben wir jetzt in Lissabon eine Riesenchance, es klarzumachen.“

BVB will auch aus finanziellen Gründen in der Champions League weiterkommen

In der Tat. Mit einem Sieg am Mittwochabend im Estadio Jose Alvalade wäre der Achtelfinal-Einzug für den BVB in der Königsklasse vorzeitig perfekt. Es wäre eine überaus beruhigende Nachricht, denn neben der sportlichen Strahlkraft, erneut zu den besten 16 Fußballteams des Kontinents zu zählen, gibt es auch noch den finanziellen Anreiz: 2,8 Millionen Euro zahlt die Uefa für einen Sieg in der Gruppenphase, rund 10 Millionen Euro Prämie gibt es für den Sprung ins Achtelfinale – plus weitere Vermarktungserlöse in ähnlicher Größenordnung. „Unser Thema heißt jetzt Lissabon, das hat herausragende Bedeutung für uns. Mit einem Sieg wären wir durch, das sollte also die Herangehensweise sein, wie wir dort auftreten“, forderte Michael Zorc.

Klar ist schon jetzt: Zum „wir“ wird Mats Hummels am Mitwoch nicht zählen. Borussias Abwehrchef hatte gegen Ajax zwar eine Rote Karte kassiert, die unberechtigt war, trotzdem blieb die Uefa hart – und die Sperre bestehen. Die schriftliche Stellungnahme des BVB an den Verband verpuffte wirkungslos. Gegen Lissabon muss es also ohne Hummels klappen. Helfen könnte Dan-Axel Zagadou, der französische Verteidiger hat seine Zerrung überwunden. Am Samstag holte er sich im Trikot der BVB U23 in der 3. Liga eine Stunde Spielpraxis und gab anschließend grünes Licht. Zagadou wird zum Lissabon-Kader zählen. Das gilt auch für Nico Schulz und Mo Dahoud, die ihre Muskelverletzungen auskuriert haben.

Nach dem Spiel gegen den VfB Stuttgart freute sich Michael Zorc über die guten Nachrichten aus dem Lazarett – und er bilanzierte: „Wenn man sich die Statistik in allen Bereichen anschaut, dann ist der Sieg für uns verdient. Wir waren den Tick besser, der das 2:1 ausgemacht hat.“ Wenn Zorc diese Worte auch so am Mittwochabend kurz vor Mitternacht in Lissabon wählen könnte, dann hätte es der BVB geschafft.

Eilmeldung: BVB-Profi Thorgan Hazard hat sich mit dem Coronavirus infiziert – hier gibt es alle Infos.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Sascha Klaverkamp, Jahrgang 1975, lebt im und liebt das Münsterland. Der Familienvater beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit der Sportberichterstattung. Einer seiner journalistischen Schwerpunkte ist Borussia Dortmund.
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