Neuer BVB-Trainer Marco Rose: „Nehme keine Spieler mit“

Borussia Dortmund

Der zukünftige BVB-Trainer Marco Rose hat in einer emotionalen Pressekonferenz seinen bevorstehenden Abschied von Borussia Mönchengladbach erklärt. Und auch über kolportierte Spielertransfers gesprochen.

Dortmund

, 17.02.2021, 10:44 Uhr / Lesedauer: 3 min
Marco Rose verlässt Gladbach nach der Saison und wechselt zu Borussia Dortmund.

Marco Rose verlässt Gladbach nach der Saison und wechselt zu Borussia Dortmund. © dpa

Der kleine Versprecher passte zum Tumult und Durcheinander um den bevorstehenden Wechsel von Borussia Mönchengladbachs Trainer Marco Rose (42) zum BVB. Er stehe selbstverständlich weiter zu allem, was er Gutes über den Verein, die Fans und die Mitarbeiter von Borussia Dortmund gesagt habe in der Vergangenheit, sagte Rose, ehe er von seinem Pressesprecher korrigiert wurde. Er meinte natürlich die andere Borussia. Seinen aktuellen Arbeitgeber.

Rose bringt Zickler, Maric und Eibenberger mit zum BVB

In den vergangenen Wochen hatte die Unruhe massiv zugenommen, auch durch die am Montag von der Gladbacher Borussia kommunizierte Entscheidung hatte sich die Lage nicht beruhigt. Im Gegenteil. Also gingen Rose und Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl am Mittwochmorgen in die Offensive, erklärten in einer Pressekonferenz aus ihrer Sicht die Hintergründe und räumten mit Gerüchten auf.

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Entscheidend für den BVB: Rose, der in Dortmund einen Dreijahresvertrag ohne Ausstiegsklausel unterschreiben wird, bringt seine Assistenten Alexander Zickler (46) und Rene Maric (28) sowie Fitnesstrainer Patrick Eibenberger (33) mit. Spieler werde er aus Mönchengladbach nicht mitnehmen nach Dortmund, das schloss Rose explizit aus und erstickte damit Gerüchte unter anderem um Florian Neuhaus oder Marcus Thuram. „Und wenn Marco Rose sagt, er nimmt keinen Spieler mit nach Borussia Dortmund, dann nimmt Marco Rose keinen Spieler mit nach Borussia Dortmund.“ Sagte Marco Rose.

BVB und Rose waren seit Dezember weitgehend einig

Wochenlang hatte der Gladbacher Trainer, den der BVB bereits vor Monaten kontaktiert hatte, mit der Frage über seine Zukunft gerungen. Schon Mitte Dezember hatten die Ruhr Nachrichten berichtet, dass zwischen den Dortmunder Bossen und dem auserkorenen Chefcoach eine weitgehende Einigung bestand.

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Vor wenigen Wochen entschied sich Rose schließlich, von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch zu machen - für eine Entschädigung von rund fünf Millionen Euro darf er im Sommer vom Niederrhein nach Westfalen wechseln. „Das ist völlig legitim, das ist völlig vertragskonform“, sagte Eberl. Die Gespräche seien offen, emotional und vertraulich gewesen. Auch wenn er sich selbstredend eine andere Entscheidung von Rose gewünscht habe. Auch für die Co-Trainer muss der BVB eine kleine Ablöse zahlen.

Rose entscheidet sich „für die reizvolle Aufgabe Borussia Dortmund“

Die Mitarbeiter und die Mannschaft am Montag darüber zu informieren, das sei „der schwierigste Schritt“ gewesen, erklärte Rose. Die Gespräche hätten in einer entspannten, klaren Atmosphäre stattgefunden. „Die Jungs sind teilweise viele Jahre dabei, haben selbst mal den Verein gewechselt. Unser Innenverhältnis ist sehr offen und gut.“ Er habe eine Entscheidung für seine eigene Zukunft treffen müssen, die sei letztlich „für die reizvolle Aufgabe Borussia Dortmund“ ausgefallen, auch wenn es „nicht leicht gefallen“ sei, sich gegen Gladbach zu entscheiden.

Mit dem bevorstehenden Wechsel unter der Decke zu halten, sei irgendwann keine Option mehr gewesen. „Druck ist aufgekommen, wir mussten die Entscheidung jetzt treffen, um Ruhe reinzubekommen“, sagte Rose, und musste leicht schmunzelnd ergänzen: „An der Ruhe müssen wir noch arbeiten.“

Auf einem Banner und im Netz wird Rose beschimpft und bedroht

Die Aufregung in und um Mönchengladbach könne er nachvollziehen, allerdings nicht in jeder Ausprägung. „Ich habe doch niemanden umgebracht.“ In den Fankreisen am Niederrhein war die Stimmung längst angespannt, nach dem verlorenen Derby (1:2 gegen den 1. FC Köln) und dem verkündeten Wechsel gab es Anfeindungen im Internet. Etliche Anhänger, die ihren Protest derzeit nicht im Stadion zeigen können, fordern offen die vorzeitige Trennung von Rose. „Das Thema Marco Rose bei Borussia Mönchengladbach hat sich damit für uns erledigt“, kommentierte der Fan-Dachverband der Borussia am Dienstag. Am Mittwochmorgen hing ein Banner am Borussia-Park, in Schwarz und Gelb gehalten mit der Aufschrift: „Kein Söldner steht über dem Verein - sofort raus mit dem charakteRlOSEn Schwein“. Die Parole wurde nach kurzer Zeit abgehängt.

Eberl bestätigte vehement, bis zum Sommer mit Rose weiterarbeiten zu wollen, er hege keine Zweifel, dass das gelinge. Zur Aufmunterung bekam der Sportdirektor von seinem scheidenden Trainer nach der Pressekonferenz einen Klaps auf die Schulter. Den Zorn der VfL-Anhänger will Eberl für den unwahrscheinlichen, aber erhofften reibungslosen weiteren Saisonverlauf selbst schultern: „Die Fans müssten sauer auf mich sein. Ich habe dem Trainer diese Ausstiegsklausel vor zwei Jahren im Vertrag zugestanden. Die Wahrheit ist aber auch: Sonst hätte ich ihn damals nicht bekommen.“ Und der BVB jetzt nicht.

BVB und Gladbach treffen Anfang März im DFB-Pokal aufeinander

Ob die Gladbacher Spieler Rose nun noch bereitwillig folgen, entscheidet sich in den kommenden, wegweisenden Wochen. In den Spitzenspielen gegen Leipzig und Leverkusen geht es darum, ob es erneut in die Champions League gehen kann. Dort steht in der kommenden Woche das Hinspiel gegen Manchester City an, kurz darauf folgt das brisante Pokalspiel gegen Roses künftigen Klub Dortmund.

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