Piszczek-Rücktritt: BVB sucht ohne Eile - Favre könnte überraschen

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Durch den Rücktritt von Lukasz Piszczek muss der BVB einen neuen Vize-Kapitän benennen und den Mannschaftsrat neu besetzen. Die Suche läuft ohne Eile, eine Personalie könnte überraschen.

Dortmund

, 21.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Handlungsstress verspürt Sportdirektor Michael Zorc in dieser Sache nicht. Es gebe eine „enge Kommunikation“ mit dem Trainerteam, sagt der 57-Jährige, die letztliche Entscheidung wird Trainer Lucien Favre fällen - und dies deutlich vor dem ersten Pflichtspiel am 14. September in Duisburg. Während die Wahl des ersten Stellvertreters von Marco Reus keine Überraschung bringen dürfte, bleibt die Besetzung der Stelle des zweiten Vize-Kapitäns interessant. Den Mannschaftsrat könnte Favre mit „frischem Blut“ auffüllen.

Piszczek stellt sein BVB-Amt nach zwei Jahren zur Verfügung

Nach dem Rücktritt von Lukasz Piszczek, der sein Amt als Vize-Kapitän nach zwei Jahren zur Verfügung stellt, ist Abwehrchef Mats Hummels die logische Alternative. Hummels, der den BVB in Abwesenheit von Marco Reus und Lukasz Piszczek als zweiter Stellvertreter von Reus schon in fünf Pflichtspielen (3x Bundesliga, 2x Champions League) der vergangenen Saison als Kapitän aufs Feld führte, bringt ähnlich viel Erfahrung mit wie der 35-jährige Pole. Er ist als Meinungs- und Wortführer bekannt und anerkannt - und auch bereit, diese Verantwortung mit einem offiziellen Amt zu verknüpfen.

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Nach seiner Rückkehr aus München hat sich Hummels in den ersten acht Monaten als Lautsprecher noch deutlich zurückgehalten - in Abwesenheit des verletzten Reus dann ab dem Frühjahr als Chef auf dem Platz aber deutlich erkennbar positioniert. Noch bevor Piszczek Mitte vergangener Woche seinen Rücktritt offiziell machte, hatte Hummels in einer Medienrunde erklärt, sein Anspruch an sich für die neue Saison sei, „Kommandos zu geben“ und sofort „gegenzusteuern, wenn ich spüre, dass die Bereitschaft im Training mal nicht zu groß ist.“

BVB-Trainer Favre wird sich vor dem Pokalspiel erklären

Um seine Meinung klar zu artikulieren, ergänzte der 31-Jährige noch, „muss ich nicht unbedingt ein offizielles Amt bekleiden.“ Dieses wird ihm aller Voraussicht nach nun aber doch angedient werden. Zeitdruck verspürt niemand bei Borussia Dortmund in dieser Personalie, klar ist aber auch, dass sich Favre wohl deutlich vor dem Pokalspiel gegen Duisburg erklären wird. Hinter Marco Reus, der seine Kapitänsrolle nach der Teil-Rückkehr ins Mannschaftstraining Anfang der Woche deutlich schneller wieder wird ausfüllen können, dürfte Hummels die Nummer zwei werden. Als zweiter Stellvertreter steht Axel Witsel bereit.

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Mehr Spannung verspricht die Besetzung des durch Piszczeks Rücktritt auch frei werdenden Postens im Mannschaftsrat. Vor einem Jahr hatte Favre dieses Gremium von sechs auf vier Positionen verkleinert und radikal umbesetzt, als er nur Reus und Piszczek bestätigte und Hummels und Witsel neu berief. Das kam vor allem bei Manuel Akanji nicht allzu gut an, der im ersten Favre-Jahr dort noch vertreten war, dann aber seinen Posten wie auch Julian Weigl, Thomas Delaney und Marcel Schmelzer (aus freien Stücken) räumen musste.

Erhält die junge BVB-Generation eine Stimme im Mannschaftsrat?

Favre setzte auf Erfahrung. Alle vier Mitglieder des Mannschaftsrats waren älter als 30 und verfügten dementsprechend über reichlich Erfahrung. In Emre Can stünde eine passende Alternative für Piszczeks Posten parat, auch Roman Bürki könnte nach seiner Vertragsverlängerung als ein Wortführer in der Mannschaft auch auf dieser Ebene Verantwortung übernehmen.

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Möglich aber ist auch, dass Favre angesichts der vielen jungen Spieler im Kader auch dieser Fraktion eine Stimme verleihen wird - Giovanni Reyna als einer der Zukunftsspieler der Borussia hat gezeigt, dass er auf dem Platz Verantwortung übernehmen kann. Ihm wäre auch auf dieser Ebene der nächste Schritt zuzutrauen.

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