BVB-Coach Edin Terzic jubelt zusammen mit Kapitän Marco Reus. © picture alliance/dpa/AP-Pool
Borussia Dortmund

Schalke leistet Schützenhilfe: BVB kann in Mainz die Champions League klarmachen

Borussia Dortmund bekommt im Rennen um die Champions League unerwartete Unterstützung: Der FC Schalke 04 leistet Schützenhilfe. Der BVB kann plötzlich die Königsklasse selber klarmachen.

Zwei Hotels, zwei Mannschaften, zwei Fernseher: Der Blutdruck der Mainzer und Dortmunder Profis dürfte am Samstagnachmittag hochgeschnellt sein. Dabei treten sie erst am Sonntag (18 Uhr/live bei Sky) in der Opel Arena gegeneinander an. Doch wenn eben tags zuvor bereits die Bundesliga-Konkurrenz ran muss, dann dürfte das in diesem besonderen Fall alle Spieler vor den Hotel-Fernseher gezogen haben. Und die Konkurrenz lieferte: Mainz sicherte sich auf der Couch den Klassenerhalt – und der BVB bekam unerwartet Schützenhilfe vom FC Schalke 04.

Schalke hilft: Borussia Dortmund kann die Champions-League-Quali schon gegen Mainz eintüten

Dank des völlig überraschenden 4:3-Siegs der Gelsenkirchener gegen BVB-Verfolger Eintracht Frankfurt bleibt Dortmund mit einem Punkt Vorsprung und dem besseren Torverhältnis auf Rang vier – und könnte mit einem Sieg am Sonntag vorzeitig die Qualifikation für die Champions League eintüten. Das Himmelfahrts-Wochenende wäre optimal gelaufen. Rechnerisch dürften sogar zwei Unentschieden reichen – doch darauf will sich niemand einlassen.

Die nun geretteten Mainzer hatten zum Ende der Hinrunde als Tabellenvorletzter noch aussichtslos zehn Zähler hinter dem rettenden Ufer gelegen. Dann übernahm Trainer Bo Svensson und formte aus einer orientierungslosen Truppe ein stabiles, spielfreudiges Topteam: Mainz ist Sechster der Rückrundentabelle, punktgleich mit dem BVB.

Mainz will trotz Klassenerhalt gegen Dortmund punkten

Es gebe „ein paar Szenarien, bei denen es positiv für uns ausgehen kann“, wusste Bo Svensson am Freitag. „Wenn die eintreffen, hätten wir etwas Brutales geschafft, und wir würden das ein wenig feiern.“ Das war am Samstag der Fall. Aber der Däne versprach: „Das hätte keinen Einfluss auf die Leistung gegen Dortmund.“ Mainz, seit neun Ligaspielen unbezwungen, wolle „einfach so weitermachen“ wie zuletzt. Heißt: punkten.

Der BVB muss also gewarnt sein, dass da nach dem Pokal-Triumph kein netter Sonntagsspaziergang ansteht. Doch der gesicherte Mainzer Ligaverbleib nimmt Brisanz aus der Begegnung. Beide Kontrahenten könnten nach dem Abpfiff feiern. Dabei geholfen, nach dem Rausch von Berlin mit geschärften Sinnen flugs umzuschalten in den Brot- und Buttermodus Bundesliga, haben den Borussen ausgerechnet die Schalker: Der Sieg des Revierrivalen eröffnete dem BVB die Chance, am Sonntag Tabellenplatz vier – und damit das Startrecht für die Champions League – vorzeitig und endgültig aus eigener Kraft abzusichern. Vor sechs Wochen noch undenkbar.

Borussia Dortmund hat reichlich Selbstvertrauen für den Endspurt gesammelt

An Selbstvertrauen dürfte es den Dortmundern sowieso nicht mangeln – fünf Liga-Erfolge in Serie und der Pokalsieg müssten die Beine trotz der jüngsten Anstrengungen leicht werden lassen. „Wir werden einen Teufel tun und uns auf unseren Lauf verlassen. Wir werden uns um die Dinge kümmern, die uns hierhin gebracht haben. Da waren gute Leistungen bei und verschiedene Herangehensweisen an unsere Gegner. Wir werden die Jungs darauf hinweisen, welche Räume morgen interessant für uns sein werden“, sagte BVB-Coach Edin Terzic am Samstag.

Mainz-Coach Svensson rechnet so oder so mit starken Gästen in Schwarzgelb. Es sei egal, „ob die bis zwei oder vier Uhr gefeiert haben“, sagte der 41-Jährige: „Es wartet eine hohe Hürde auf uns.“ Vor allem der Formanstieg einiger wichtiger BVB-Profis wird Svensson bei seiner Analyse nicht entgangen sein: Marco Reus erzielte fünf Tore in den vergangenen acht Pflichtspielen, zudem brillierte er am Donnerstag im Pokalfinale als Antreiber, Anführer und Vorbereiter.

Der BVB kann sich auf Jadon Sancho im Saisonfinale verlassen

Tempo-Dribbler Jadon Sacho nähert sich seiner Bestform und versprüht Spielfreude, auch Torjäger Erling Haaland verbreitet weiter Angst und Schrecken in den gegnerischen Strafräumen. Diesem Trio wird auch für den Erfolg in Mainz am Sonntag entscheidende Bedeutung zufallen. Edin Terzic richtete bereits am Abend des Pokaltriumphes den Blick voraus auf den Endspurt in der Bundesliga. Schließlich gilt es dort jetzt, das zweite große Ziel nach dem goldenen Pott einzufahren. „Bevor wir hier hingefahren sind“, erklärte Terzic nach dem Abpfiff und der Bierdusche durch seine Spieler in Berlin, „haben wir klar gesagt, dass wir Pokalsieger werden und als Pokalsieger noch sechs Punkte holen wollen.“

Beim Sechs-Punkte-Wunsch bleibt es. Für die Champions League reicht sogar schon die Hälfte.

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BVB-Redaktion
Jahrgang 1980, liebt Sport und lebt (meistens) sportlich. Erste journalistische Gehversuche mit 15. Einser-Diplom in Sportwissenschaft an der Universität Hamburg (2006). Heinz-Kühn-Stipendiat. Seit 2007 bei Lensing Media tätig. Seit 2012 BVB-Reporter.
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Sportredaktion Dortmund
Sascha Klaverkamp, Jahrgang 1975, lebt im und liebt das Münsterland. Der Familienvater beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit der Sportberichterstattung. Einer seiner journalistischen Schwerpunkte ist Borussia Dortmund.
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