Schnellstart der Bundesliga: Auf den BVB wartet ein sensibles Puzzle

hzBorussia Dortmund

Nach vielen Wochen voller Improvisation und völlig neuen Erfahrungen steigt der BVB wieder ins Mannschaftstraining ein. Der Re-Start wird für Favre, Reus und Co. zu einem sensiblen Puzzle.

Dortmund

, 08.05.2020, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Früh um neun Uhr herrschte am Donnerstag schon Hochbetrieb auf der Großbaustelle direkt am BVB-Gelände, wo ein neues Medienzentrum schon fertig gestellt ist, neue Parkplätze entstanden sind und wo die neue Geschäftsstelle Sport in die Höhe wächst. Es ist ein imposanter Bau, mit Büros für alle Angestellten und großzügig bemessenen Konferenz- und Tagungsräumen.

Für den BVB endet eine quälend lange Zeit der Ungewissheit

Im Juni soll schon der Umzug vom Rheinlanddamm erfolgen, jetzt wird richtig geklotzt. Fenster und Fensterbänke wurden angeliefert, Pflastersteine für die Zufahrten. Mehrere LKW standen da und blockierten die Straße. Das stellte auch die Geduld von BVB-Abwehrchef Mats Hummels auf die Probe, der einer der ersten Spieler war, die am Gelände eintrafen.

Geklotzt wird nun endlich auch wieder gemeinsam auf dem Platz. Um 10.39 Uhr war eine quälend lange Zeit der Ungewissheit für alle endlich vorbei. Nach dem Startsignal aus der Politik für eine Saisonfortsetzung ab Mitte Mai war am Mittwochabend bei Borussia Dortmund vom Gesundheitsamt der Stadt auch das Grüne Licht für die Wiederaufnahme des Teamtrainings eingetroffen.

Zagadou, Witsel, Can und Akanji fehlen beim BVB-Start

Endlich darf Lucien Favre nun seine Mannschaft wieder in größerer Runde begrüßen. Nicht alle allerdings waren zum Auftakt auch dabei: Dan-Axel Zagadou ist wegen seiner Außenbandverletzung im Knie noch für einige Wochen außer Gefecht gesetzt, bei ihm ist noch gar nicht sicher, ob er in dieser Saison noch einmal auf den Platz zurückkehren kann. Auch Axel Witsel, Emre Can und Manuel Akanji trainierten nicht mit dem Team. Marco Reus muss weiter sehr dosiert arbeiten. Aus der U23 war dafür Chris Führich dabei, aus der U19 Kapitän Alaa Bakir.

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Quarantäne, Training, Derby - der BVB vor dem Bundesliga-Neustart

Das Fehlen von Witsel und Can kann man als reine Vorsichtsmaßnahme werten, in den Tagen zuvor pausierten auch die angeschlagenen Jadon Sancho, Nico Schulz und Marcel Schmelzer, die allesamt mit muskulären Problemen zu kämpfen hatten.

Besondere Umstände verlangen eine hohe Flexibilität des BVB

Das zeigt, dass der Neustart zu einem sensiblen Puzzle wird. Zwar haben die Spieler im Grunde nicht pausiert und ein gewisses Fitness-Level halten können, zwei Monate ohne fußballspezifische Belastungen aber werden von Favre und seinem Trainerteam ein gutes Händchen bei der Belastungssteuerung verlangen.

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Mit nur gut einer Woche Mannschaftstraining als Vorlauf die Belastung deutlich zu steigern, gleichzeitig aber zu dosieren, das wird zum schwierigen Spagat für den Schweizer Trainer und seine Assistenten. Nicht nur Favre wird reklamieren, dass diese Zeit kaum ausreicht, um sich mit Sorgfalt und Vernunft vorzubereiten. Die besonderen Umstände verlangen aber von allen Klubs eine hohe Flexibilität.

BVB gegen Schalke - Revierderby unter sterilen Umständen

Von den Gedankenspielen, an diesem Wochenende zunächst den ursprünglich terminierten 34. Spieltag zu absolvieren, hatte sich das Liga-Präsidium nach intensiven Beratungen verabschiedet. Nicht zu bewerten ist, ob und für wen es nun ein Vorteil ist, dass gleich zum Auftakt in eine unter ungewöhnlichen Umständen stattfindende Restserie sogleich der FC Schalke 04 zu Gast sein wird. Das emotionalste aller Spiele einer Saison wird unter sterilen Umständen ausgetragen. Die Emotionen werden wohl beide vermissen.

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Bundesliga-Neustart: Der BVB kehrt zurück ins Teamtraining

Nach sieben Wochen Zwangspause haben die BVB-Profis am Donnerstag wieder in großer Gruppe trainiert.
07.05.2020
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Nach sieben Wochen Zwangspause haben die BVB-Profis am Donnerstag wieder in großer Gruppe trainiert. © Groeger
Nach sieben Wochen Zwangspause haben die BVB-Profis am Donnerstag wieder in großer Gruppe trainiert. © Groeger
Nach sieben Wochen Zwangspause haben die BVB-Profis am Donnerstag wieder in großer Gruppe trainiert. © Groeger
Nach sieben Wochen Zwangspause haben die BVB-Profis am Donnerstag wieder in großer Gruppe trainiert. © Groeger
Nach sieben Wochen Zwangspause haben die BVB-Profis am Donnerstag wieder in großer Gruppe trainiert. © Groeger
Nach sieben Wochen Zwangspause haben die BVB-Profis am Donnerstag wieder in großer Gruppe trainiert. © Groeger
Nach sieben Wochen Zwangspause haben die BVB-Profis am Donnerstag wieder in großer Gruppe trainiert. © Groeger
Nach sieben Wochen Zwangspause haben die BVB-Profis am Donnerstag wieder in großer Gruppe trainiert. © Groeger
Nach sieben Wochen Zwangspause haben die BVB-Profis am Donnerstag wieder in großer Gruppe trainiert. © Groeger
Nach sieben Wochen Zwangspause haben die BVB-Profis am Donnerstag wieder in großer Gruppe trainiert. © Groeger
Nach sieben Wochen Zwangspause haben die BVB-Profis am Donnerstag wieder in großer Gruppe trainiert. © Groeger
Nach sieben Wochen Zwangspause haben die BVB-Profis am Donnerstag wieder in großer Gruppe trainiert. © Groeger

Die Offenlegung der restlichen Termine löste auch beim BVB hektische Betriebsamkeit aus. Das Stadion muss auf die besonderen Corona-Bestimmungen vorbereitet werden, unzählige Details müssen nun auf organisatorischer Ebene innerhalb kürzester Zeit geklärt werden.

Der BVB begibt sich am Samstag in Quarantäne

Klar ist seit Donnerstagmittag der Fahrplan für Favre und seine Spieler: Am Samstag geht es in die vorgeschriebene siebentägige Quarantäne. Der BVB nutzt dafür das Teamhotel „l‘Arrivée“ im Süden der Stadt. Dort werden Mannschaft, Trainer- und Betreuerstab für eine Woche komplett isoliert. Das soll garantieren, dass zum Start nur garantiert infektfreie Spieler auf dem Rasen stehen.

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