Sollte Joachim Löw den ausgebooteten Mats Hummels ins DFB-Team zurückholen?

hzPro und Contra

Das DFB-Team offenbart massive Abwehrprobleme. Prompt werden Rufe nach einer Rückkehr des ausgebooteten Mats Hummels laut. Wir diskutieren: Sollte Joachim Löw den BVB-Spieler zurückholen?

Dortmund

, 09.09.2019, 17:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hummels hat mit dem Thema Nationalmannschaft noch nicht abgeschlossen, er wäre auch unter diesem Trainer zu einer Rückkehr bereit.

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Pro: Ja, die anderen sind nicht besser (Von Jürgen Koers)

Ob denn nun Mats Hummels oder Niklas Süle der beste deutsche Innenverteidiger sei, diese Frage füllte für einige Wochen das Sommerloch. Bundestrainer Joachim Löw hatte sich da bereits entschieden: Hummels, den Neu-Borussen, brauche er nicht mehr für seine Nationalmannschaft. Die Begründung: Neustart, Weichen für die Zukunft stellen, Chancen zur Entwicklung für die anderen, blablabla.

Elf Typen „Lieblings-Schwiegersohn“

Manchmal hilft bei unklaren Lagen die Sicht von außen. Hollands Star Rafael van der Vaart spottete ungeniert: „Ich finde, wenn man Spieler aussortiert, müssen die anderen deutlich besser sein. Und das sind die nicht.“ Kein Widerspruch!

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In der Tat und ganz objektiv sind Matthias Ginter, Jonathan Tah oder Antonio Rüdiger (noch) keine kompletteren Fußballer als Hummels. Sie sind auch nicht ehrgeiziger oder die bessere Wette auf die nahe Zukunft. Sie sind vermutlich leichter zu führen, stromlinienförmiger als der kritische und kontrovers diskutierende Hummels. Besser verteidigen können sie nicht. Und eine Fußball-Mannschaft mit elf Typen „Lieblings-Schwiegersohn“ war noch selten erfolgreich.

Rolle rückwärts wird der Bundestrainer nicht wagen

Rational liegt Löw mit seinem Umbruch und der taktischen Neuausrichtung ja nicht falsch. Es musste sich etwas ändern im DFB-Land. Doch Grundlage aller Überlegungen sollte die These bleiben, die besten Spieler zu nominieren. Dann wäre Hummels zurück im Team. Diese Rolle rückwärts wird der Bundestrainer nicht wagen: Sie käme dem Eingeständnis gleich, falsch gelegen zu haben.

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Contra: Nein, Löw muss Vertrauen haben (Von Dirk Krampe)

Mats Hummels selbst hat zu Beginn seiner Karriere davon profitiert, dass ihm sein Trainer Jürgen Klopp auch Vertrauen schenkte, als er sportliche Krisen durchlebte. Auch das Dortmunder Innenverteidiger-Duo Hummels/Subotic hat dicke Böcke geschossen, im Blick zurück verklärt sich das manchmal. Klopp hat sie trotzdem eingesetzt und wurde dafür mit zunehmener Konstanz belohnt.

Löw sollte seinem Weg treu bleiben

Zugegeben: Der Vergleich hinkt ein wenig, weil Borussia Dortmund seinerzeit in einem Neuaufbau steckte und von der Mannschaft damals nicht allzu viel erwartet wurde. Der Erwartungsdruck bei der Nationalmannschaft hingegen ist immer riesengroß - gepaart mit der Pflicht, dass auch die Ergebnisse stimmen müssen. Joachim Löw sollte dennoch seinem Weg treu bleiben und nicht beim kleinsten Gegenwind umfallen. Nach diesem einem Spiel in Hektik zu verfallen, wäre unangebracht.

Sollte Joachim Löw den ausgebooteten Mats Hummels ins DFB-Team zurückholen?

Beim 2:2 gegen die Niederlande bestritt Mats Hummels im November 2018 sein letztes von bislang 70 Länderspielen. © dpa

Dass Jonathan Tah, Matthias Ginter und Niklas Süle große Talente sind, daran ändert auch ihr fehlerhaftes Spiel gegen die Niederlande nichts. Dass sie die Klasse eines Hummels (noch) nicht haben, werden sie selbst kaum bestreiten. Klasse allerdings kann nur mit der Erfahrung enstehen, und Löw muss derjenige sein, der sie auf dem Weg dahin unterstützt.

Glaubwürdigkeit steht im Mittelpunkt

Nicht zuletzt: Es geht am Ende auch um die Glaubwürdigkeit Löws als Bundestrainer. Nicht unbedingt der Öffentlichkeit gegenüber. Bestimmt aber im Kreis der anderen Nationalspieler.

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