Spanische Erinnerungen - die BVB-Bilanz im Europapokal gegen Real, Barca, Malaga und Co.

Champions League

30 Mal durfte sich der BVB in der Vereinsgeschichte bislang mit spanischen Klubs messen. Die Bilanz ist ernüchternd. Doch hinter den Spielen steckte oft weitaus mehr.

Dortmund

, 17.09.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Spanische Erinnerungen - die BVB-Bilanz im Europapokal gegen Real, Barca, Malaga und Co.

Der Moment der Ekstase gegen Malaga: Felipe Santana (vorn) traf in der Nachspielzeit zum 3:2, seine BVB-Kollegen Lukasz Piszczek, Robert Lewandowski, Mario Götze, Julian Schieber und Neven Subotic versuchen, ihn einzufangen. © imago

Mal erlebte die Borussia bittere Enttäuschungen, mal aber auch grandiose Fußballmärchen. Wir blicken auf die spannendsten Partien in den Vergleichen gegen Real Madrid, Barcelona und Co.


BVB - FC Barcelona 1:1 (0:1) 11.3.1998, Uefa Super Cup, Hinspiel – Erst zwei Mal in der Vereinsgeschichte durfte sich Borussia Dortmund mit dem großen FC Barcelona messen: Im Uefa Supercup 1998, für den sich Barca durch einen Sieg gegen Paris Saint-Germain im Finale des Pokals der Pokalsieger qualifiziert hatte. Der BVB konnte als amtierender Champions-League-Sieger aber keine der beiden Partien gewinnen. Im Hinspiel im Camp Nou unterlag Dortmund mit 0:2, auch das Rückspiel bescherte den Fans nicht die erhoffte Sensation. Immerhin: Der BVB wehrte sich mit aller Macht gegen die von Louis van Gaal trainierte Startruppe rund um Luis Figo, Rivaldo, Luis Enrique und Co. Mehr als der Treffer von Jörg Heinrich zum 1:1 bleibt aber nicht in Erinnerung.

BVB - Real Madrid 4:1 (1:1) 24.4.2013, Champions-League-Halbfinale, Hinspiel – Gegen Real Madrid, das zweite spanische Schwergewicht, sieht die BVB-Bilanz besser aus. Schon 14 Mal trafen beide Klubs in der Champions League aufeinander. Den sechs Madrider Siegen stehen fünf Remis und drei Erfolge des BVB gegenüber. Unvergessen: Das 4:1 im Halbfinal-Hinspiel der Saison 2012/2013, das den Grundstein für den Einzug ins deutsche Finale mit dem FC Bayern München legte. Robert Lewandowski netzte gleich vier Mal ein, da klappte auch Jose Mourinho und Cristiano Ronaldo die Kinnlade runter.

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BVB - Atletico Madrid 4:0 (1:0) 24.10.2018, Champions League, Gruppenphase – Witsel, Guerreiro, Sancho und noch einmal Guerreiro! Die sonst so beinhart und organisiert verteidigenden Madrilenen gerieten in Dortmund mächtig unter die Räder. Der BVB spielte wie im Rausch, entfaltete einen ungeheuren Druck in der Offensive und erinnerte an beste internationale Zeiten. Selbst Atletico-Trainer Diego Simeone gestand: „Es macht großen Spaß, ihnen zuzusehen.“ Die Gesamtbilanz gegen Atletico: drei Siege, ein Remis, zwei Niederlagen.

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Doppelpack beim 4:0 in Madrid: Raphael Guerreiro und Borussia Dortmund fertigten Atletico ab. © imago/

BVB - FC Malaga 3:2 (1:1) 9.4.2013, Champions-League-Viertelfinale, Rückspiel – Die Bilanz des BVB gegen Malaga fühlt sich nach so viel mehr an als nur einem Sieg und einem Remis. Die Bedeutung des Wunders von Dortmund mit Marco Reus und Felipe Santana in den Hauptrollen kann in Zahlen gar nicht wiedergegeben werden. Das 1:2 und somit das drohende Aus im Viertelfinale der Champions League drehten Reus und Santana in der Nachspielzeit innerhalb von 69 Sekunden mit je einem Tor. Der BVB konservierte den Schwung für die schon erwähnte Wahnsinns-Leistung gegen Madrid. „Ich bekomme jedes Mal Gänsehaut, wenn ich daran zurückdenke“, beschreibt Santana auch Jahre danach den bedeutendsten Moment seiner Karriere.


BVB - Deportivo La Coruna 3:1 n.V. 6.12.1994, Uefa-Cup-Achtelfinale, Rückspiel – Mit einer 0:1-Hypothek aus dem Hinspiel ging der BVB am Nikolaustag 1994 ins Spiel gegen Deportivo La Coruna. Dank eines Treffers von Michael Zorc und der grandiosen Leistung von Keeper Stefan Klos schafften es die Borussen in die Verlängerung. Dort allerdings schien mit dem Ausgleich in der 102. Minute die Luft raus und die Entscheidung gefallen zu sein. Aber Karl-Heinz Riedle in der 116. Minute und Lars Ricken nur drei Minuten später sorgten für den Malaga-Moment der 90er-Jahre. Trotz der ausgeglichenen Bilanz in den zwei Vergleichen konnte sich der BVB als klarer Sieger fühlen.

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Können es nicht glauben: Matthias Sammer (v.l.) Stefan Klos und Bodo Schmidt jubeln über den 3:1-Sieg gegen Deportivo La Coruna. © imago

BVB - Real Saragossa 3:1 (3:0) 24.11.1992, Uefa-Cup-Achtelfinale, Hinspiel – Der Weg zum Champions-League-Titel 1997 führte in der Gruppenphase über Atletico Madrid. Das Finale gegen Juventus Turin war die Neuauflage des Uefa-Cup-Endspiels von 1993. Auch damals musste sich Borussia Dortmund auf dem Weg ins Finale gegen einen spanischen Klub behaupten: Im Achtelfinale war Real Saragossa mit Andreas Brehme ein unerwartet schwerer Gegner. Dem schwachen Rückspiel (1:2) ging ein überragender Auftritt in Dortmund voraus. Stephane Chapuisat, Michael Zorc und Flemming Povlsen brachten den BVB zur Pause mit 3:0 in Führung. Am Ende reichte das 3:1 so gerade eben zum Einzug ins Viertelfinale.


FC Sevilla - BVB 2:2 (2:1) 15.12.2010 Europa-League-Gruppenphase – Am Ende der Saison 2010/2011 feierte der BVB die Deutsche Meisterschaft. Dass sich die Dortmunder voll auf die Bundesliga konzentrieren konnten, war am Ende vielleicht eine glückliche Fügung. Das Aus in der Europa-League-Gruppenphase zunächst aber eine herbe Enttäuschung.

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Der BVB spielt nur 2:2 in Sevilla und verpasst das Weiterkommen in der Europa League. © imago

Am letzten Spieltag verpasste der BVB durch ein 2:2 in Sevilla beim Konkurrenten um Platz zwei den Einzug ins Sechzehntelfinale. Die Tore durch Shinji Kagawa und Neven Subotic reichten nicht. Ein angefressener Jürgen Klopp gab damals zu Protokoll, der Gegner habe deutscher gespielt, als jemals eine deutsche Mannschaft gespielt habe: „Die haben nur auf Zeit gespielt. Das war eine peinliche Vorstellung.“ Zuhause hatte der BVB gegen Sevilla ein 0:1 hinnehmen müssen. Das Happy End folgte am 34. Bundesliga-Spieltag.

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