Stefan Effenberg: Ich kann die Trainerdiskussion beim BVB nicht nachvollziehen

hzGastkolumne

Stefan Effenberg kann die Diskussionen um BVB-Trainer Favre nicht nachvollziehen. In seiner Gastkolumne schreibt der 51-Jährige, warum er Dortmund weiterhin für einen Titelkandidaten hält.

Dortmund

, 29.10.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Borussia Mönchengladbach ist gut drauf. Entscheidend waren für mich vor allem die Spiele im September gegen Wolfsberg, als es diese schlimme 0:4-Niederlage gab, und das Derby danach gegen Düsseldorf, als die Mannschaft das Spiel nach einem 0:1 durch zwei späte Tore noch in einen 2:1-Sieg verwandelt hat.

Borussia Dortmund ist immer noch Borussia Dortmund

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Da hätte die Saison für die Gladbacher schwierig werden können, aber sie haben die Wende geschafft und vor allem danach dann auch richtig guten Fußball gespielt. Jetzt stehen sie weit oben in der Tabelle und das auch verdient. Deswegen rechne ich Gladbach gute Chancen aus am Mittwochabend, aber fest steht auch: Borussia Dortmund ist immer noch Borussia Dortmund.

Allerdings ist es auffällig, dass der BVB in dieser Spielzeit noch nicht so stabil ist wie in der vergangenen Saison. Das kann jeder an der Tabelle ablesen. Ich finde das alles allerdings bei weitem nicht so schlimm, wie es teilweise dargestellt wird. Ich kann auch, ehrlich gesagt, die Trainerdiskussion in Dortmund nicht nachvollziehen. Lucien Favres Handschrift ist klar erkennbar. Ich sehe nicht das „Problem Favre“. Am Ende geht es darum, dass die Spieler es auf dem Platz umsetzen.

Beim BVB ist natürlich Druck auf dem Kessel

Natürlich ist Druck auf dem Kessel in Dortmund, weil die Ansprüche nun mal so hoch sind, aber diese Ansprüche haben die Spieler ja auch an sich selbst. Ich bin davon überzeugt: Wenn es in Deutschland Klubs gibt, die mit diesem Druck umgehen können, dann sind es Bayern München und Borussia Dortmund.

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Insgesamt sehe ich die Situation in Dortmund nicht als so dramatisch schlecht an und bin mir sehr sicher, dass in diesem Team und auch in dem Team um das Team herum so viel Qualität steckt, dass der BVB das Blatt wieder dreht. Es muss natürlich schnell Ruhe reinkommen, aber die Qualität dafür ist vorhanden. Wenn sie nicht da wäre, würde ich mir deutlich mehr Sorgen um den BVB machen. Aber ich sehe auch dieses Problem nicht.

Die Anlage beim BVB ist da - und sie ist gut

Im Fußball kann es sehr schnell gehen, in beide Richtungen. Das wird zu oft vergessen. Es sind entscheidende Wochen - und vielleicht reden wir in 14 Tagen davon, dass beim BVB alles wieder in bester Ordnung ist. Was nämlich viele ausklammern, ist, dass man in der einen oder anderen Situation auch mal das nötige Spielglück benötigt. Und ich bleibe dabei: Die Anlage beim BVB ist da - und sie ist gut.

Bochum gegen Bayern live auf Sport1
  • Vor dem Borussen-Duell ist Stefan Effenberg am Dienstagabend als TV-Experte gefordert.
  • Sport1 überträgt die Partie zwischen dem VfL Bochum und Rekordmeister Bayern München (20 Uhr) live im frei empfangbaren Fernsehen.
  • Effenberg sagt: „Ich bin gespannt, ob der VfL für eine Sensation gegen die Bayern in Frage kommt.“
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