Platz vier ist für den BVB wieder in Reichweite: Edin Terzic (r.) und Marco Reus. © imago images/Joachim Sielski
Meinung

Stimmt’s beim BVB im Kopf, stimmen in Dortmund auch die Ergebnisse

Der BVB meldet sich eindrucksvoll zurück. Nach dem 2:0 in Wolfsburg ist die Champions League wieder greifbar. Ein Grund für das Comeback: Kopfsache. Jürgen Koers kommentiert.

Manuel Akanji sprach nach dem 2:0 in Wolfsburg eine kolossale Erkenntnis recht gelassen aus: „Wir haben als Mannschaft super verteidigt.“ Ein Kollektiv, das sich gemeinsam zur Wehr setzt, sogar in einer 30-minütigen Unterzahl einer Belagerung standhält: Der BVB verdient sich auf der Zielgeraden dieser Achterbahn-Saison Attribute, die selbst vereinsintern nur wenige für zutreffend gehalten hätten.

Nach dem 1:2 gegen Eintracht Frankfurt am Osterwochenende spürten die Borussen das Messer an der Kehle. Eine Saison ohne Champions League – ein Unding! Seitdem stimmen die Werte im Kerngeschäft Profifußball wieder. Laufbereitschaft ergänzt sich mit gutem Stellungsspiel. Taktische Disziplin ermöglicht kreative Kombinationen. Die Schwarzgelben treten kampfbereit auf, sie spielen hartnäckig und sind wieder heiß auf Siege. Sie lassen sich auch nicht von Rückschlägen (Rückstand und Ausgleich in Stuttgart, Rückstand gegen Bremen, Unterzahl in Wolfsburg) aus dem Konzept bringen. Bei der Abwehrschlacht, auf die das Gastspiel in der Autostadt am Samstag hinauslief, hätte man dem BVB mit dem Eindruck von vor vier Wochen nicht im Vorteil gewähnt – und damit weit gefehlt.

BVB-Trainer Edin Terzic hat diesen Geist wieder geweckt

Auf Platz vier standen die Borussen zuletzt am 17. Spieltag. Jetzt haben sie in vier Spielen neun Zähler auf Wolfsburg wettgemacht. Im Dreikampf um die Champions-League-Plätze mit dem VfL und Eintracht Frankfurt müssen sie bis zum 34. Spieltag noch mindestens einen Konkurrenten hinter sich lassen.

Sehr, sehr viel steht und fällt bei Borussia Dortmund mit der richtigen Haltung auf dem Platz. Stichwort: Siegeswille. Stimmt die Arbeitsmoral, setzen sich die besseren Fußballer mehrheitlich durch. Diesen Geist hat Trainer Edin Terzic wieder geweckt und gestärkt. Er macht Mut, steckt mit einer Leidenschaft an. Die Aufholjagd auf Platz vier ist kompliziert genug. Sie fordert den Charakter heraus. Aktuell passt die Antwort. Das lässt hoffen.

Die BVB-Einstellung stimmt nur im letzten Abschnitt der Saison

Die Frage, warum sich diese Einstellung erst nach drei Vierteln der Spielzeit in den Köpfen der Spieler festgesetzt hat, gehört zwingend auf die Agenda für die Saisonanalyse. Dann im Idealfall aus der Warte, dass nochmal einiges gutgegangen ist, obwohl längst nicht alles gut war.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Jahrgang 1980, liebt Sport und lebt (meistens) sportlich. Erste journalistische Gehversuche mit 15. Einser-Diplom in Sportwissenschaft an der Universität Hamburg (2006). Heinz-Kühn-Stipendiat. Seit 2007 bei Lensing Media tätig. Seit 2012 BVB-Reporter.
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