Bei den Topklubs in Europa begehrt: BVB-Torjäger Erling Haaland. © dpa
Borussia Dortmund

Team Haaland in Barcelona und Madrid: BVB schließt Wechsel im Sommer aus

Das Beraterteam von BVB-Stürmer Erling Haaland wird in Barcelona und Madrid gesichtet. Zwei Tage vor dem wichtigen Dortmund-Spiel gegen Frankfurt. Alles nur Spielchen? Es sieht danach aus.

Das Video ist nur 38 Sekunden lang und die Bilder wackeln schlimmer als Trainerstühle auf Schalke. Und doch reicht das dürftige Bewegtbildmaterial aus, um in der Fußballwelt ein gewisses Zucken auszulösen. Mino Raiola, der umtriebige Berater Erling Haalands, und Alf-Inge, der Vater des so treffsicheren BVB-Stürmers, sind am Donnerstag am Flughafen in Barcelona gesichtet worden.

Die in Barcelona beheimatete „Sport“ hat das Video gedreht und veröffentlicht. Dass es ausgerechnet die „Sport“ als Haus- und Hofberichterstatter des FC Barcelona war, kommt nicht sonderlich überraschend. Um 9.30 Uhr landete die Privatmaschine, Papa Haaland und Raiola wurden vom Fahrer des neuen Präsidenten des FC Barcelona, Joan Laporta, in Empfang genommen und in einem großen schwarzen Mercedes weiterkutschiert. Alles ganz gut lanciert, da kann man nicht meckern. Da passt es ins Bild, dass der Haaland-Tross einige Stunden später auch noch in Madrid gesichtet wurden.

BVB-Stürmer Haaland: Welches Spielchen spielt Raiola?

Die große Frage ist, welches Spielchen Raiola da spielt und ob mehr dahintersteckt. Es wäre nicht das erste Mal, dass der vielleicht ausgebuffteste Berater der Fußballbranche ordentlich Staub aufwirbelt, um für einen seiner Klienten einen besonderen Deal herauszuschlagen. Raiola kennt alle Tricks, auch die schmutzigen, und wendet sie auch an, wenn er glaubt, dass es eine gute Idee ist. Als Haaland Ende 2019 mit Borussia Dortmund verhandelte, machte die Raiola-Seite kein Geheimnis daraus, dass man sich auch in Leipzig umsah. Auch bei der Personalie Henrikh Mkhitaryan hat Raiola einst seine Spielchen mit der Borussia gespielt. Der BVB hat bei der Verpflichtung des Armeniers erst davon profitiert und später bei Mkhitaryans Abgang darüber geflucht.

Von dem Video aus Barcelona sind sie bei Borussia Dortmund jedenfalls nicht wirklich überrascht. Die Zahl der Vereine, die sich Erling Haaland leisten können, ist dabei überschaubar groß. Was die BVB-Verantwortlichen nach Informationen der Ruhr Nachrichten allerdings klipp und klar ausschließen, ist ein Wechsel Erling Haalands in diesem Sommer. Der 20-jährige Norweger, der in dieser Saison bislang 33 Tore in 31 Pflichtspielen für Borussia Dortmund erzielte, gilt als unverkäuflich – unabhängig vom sportlichen Abschneiden in dieser Saison. Darüber ist die Haaland-Seite bei einem Treffen in dieser Woche bereits informiert worden. Einen Wechsel des Norwegers wird es also frühestens im Sommer 2022 geben, dann besitzt der Stürmer dem Vernehmen nach eine Ausstiegsklausel in seinem bis 2024 laufenden Vertrag.

BVB-Sportdirektor Michael Zorc gibt sich entspannt

Fraglich ist, ob Raiola, der Vater und der Spieler das ohne Nebengeräusche akzeptieren werden, vor allem, falls der BVB die Champions League verpassen sollte. Das Video aus Barcelona zwei Tage vor dem für den BVB so wichtigen Spiel gegen Eintracht Frankfurt lässt daran zumindest Zweifel aufkommen, löst allerdings keine Unruhe bei den Dortmunder Bossen aus. „Wenn die beiden ein bisschen Sonne tanken wollen und sich dabei Corona-konform verhalten, ist doch alles in Ordnung“, sagte Michael Zorc am Donnerstag im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten.

Der BVB indes möchte den vollen Fokus auf das Spiel gegen die Frankfurter Eintracht richten. Egal, was in Barcelona oder sonst wo auf der Fußballwelt passiert und als verwackeltes Video festgehalten wird.

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Tobias Jöhren, Jahrgang 1986, hat an der Deutschen Sporthochschule in Köln studiert. Seit 2013 ist er Mitglied der Sportredaktion von Lensing Media – und findet trotz seines Berufes, dass Fußball nur die schönste Nebensache der Welt ist.
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Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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