Thomas Delaney bringt beim BVB die Mentalität zurück - und hat große Ziele

hzBVB-Saisonrückblick

Dänen lügen nicht. Und Thomas Delaney ist Däne. „Ich spiele immer mit großem Herz“, versprach er, als er im Sommer 2018 beim BVB unterschrieb. Delaney hielt Wort. Lief er im BVB-Trikot auf, gab es immer Fußball am Limit.

Dortmund

, 29.05.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Zahlen, die Thomas Delaney in seiner Premieren-Saison in Dortmund sammelte, können sich sehen lassen. Trotz kleinerer Durchhänger in der Rückrunde. Vor allem die Werte, für die Borussias Sportdirektor Michael Zorc in erster Linie rund 20 Millionen Euro Ablöse an Werder Bremen überwiesen hatte: Laufbereitschaft, Zweikampfhärte, Aggressivität.

Delaney - ein Mentalitätsspieler im BVB-Mittelfeld

Der BVB fand in Delaney den sehnsüchtig gesuchten Mentalitätsspieler fürs defensive Mittelfeld. Den, der trotz aller Entspanntheit außerhalb des Platzes, wenn es zählt, auf dem Rasen den Terrier auspackt. Stolze 317 Kilometer spulte Delaney in 30 Ligaspielen für den BVB ab, er riss fast 1300 schnelle Läufe ab, er gewann 57 Prozent seiner Zweikämpfe, eroberte im Zentrum etliche Bälle, bremste viele Angriffe des Gegners.

Thomas Delaney bringt beim BVB die Mentalität zurück - und hat große Ziele

Und er beging 41 Fouls, mehr als jeder andere Borusse. Es ist der letzte Beweis dafür, dass Delaney wie versprochen zubiss. Hart, aber selten überhart oder unklug. Sieben Gelbe Karten kassierte er, sie sind Ausdruck seiner Leidenschaft, sobald der Anpfiff ertönt – und ein weiteres erfülltes Versprechen. „Ich liebe verteidigen und attackieren“, hatte Delaney zu Saisonbeginn erklärt.

Gemeinsam mit Witsel das dynamische Duo beim BVB

Diese Liebe lebte er für Schwarzgelb zweifelsohne aus. Giftig, unermüdlich. Neben Axel Witsel zeichnete er verantwortlich für den Dortmunder Maschinenraum, im Mittelfeldzentrum liefen bei dem neuen dynamischen Duo die Fäden zusammen. Dort wurden Gegenangriffe abgefangen und eigene Vorstöße eingeleitet. Für den Erfolg seiner offensiven Impulse sprechen drei Tore und sechs Assists. Eine starke Bilanz für einen defensiven Kämpfer und Balleroberer.

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Mehr noch: Delaney verlieh dem BVB-Konstrukt in vielen Partien auch ein hohes Maß an Sicherheit und einen verlässlichen Spielaufbau: 90 Prozent seiner Pässe landeten beim Mitspieler, nicht selten war er so der Ausgangspunkt eines am Ende erfolgreichen Angriffs.

Erstes Tor für den BVB im Revierderby auf Schalke

In die Herzen der BVB-Fans spielte sich Thomas Delaney schnell dank seiner nimmermüden Spielweise, dank seiner Malocher-Qualitäten. Aber endgültig in Feierlaune brachte die neue Nummer 6 die Anhänger mit einem besonderen Treffer: Dem 1:0 im Derby in der Hinrunde gegen Schalke. Keine Frage, einen besseren Zeitpunkt für sein erstes Tor im BVB-Trikot hätte er sich nicht aussuchen können.

Ekstase pur! Thomas Delaney trifft im Revierderby auf Schalke.

Ekstase pur! Thomas Delaney trifft im Revierderby auf Schalke. © imago

„Ich will ein wichtiger Spieler sein und auch Verantwortung übernehmen“, hatte Delaney bei seinem Dienstantritt in Dortmund gesagt. Zu einem sehr wichtigen Spieler avancierte er dann sogar, denn als Delaney im zweiten Teil der Saison etwas müde wirkte, da wackelte auch die Borussia ein ums andere Mal.

„Wie Gassi gehen mit zehn Hunden“

Und seine Erlebnisse als routinierte Führungskraft in der mit etlichen Jungstars gespickten Dortmunder Mannschaft umschrieb der 27-Jährige dieser Redaktion gegenüber im Winter scherzhaft so: „Mit den jungen Spielern ist es wie beim Gassigehen mit zehn Hunden.“ Auch für solche Sprüche lieben ihn die BVB-Fans.

Delaney ist ein wohltuend lockerer Typ im mitunter so überdrehten Zirkus Profifußball. Und ein bodenständiger. „Ich bin nicht der größte Star hier. Aber das bekommt mir ganz gut und ich mache einfach, was ich am besten kann“, sagt Delaney über sich. Was er am besten kann - also Fußball kämpfen und arbeiten. Für den BVB, „im besten Stadion in Europa“, wie er meint, auch in der nächsten Saison. Die dann gekrönt wird von einem Titel? An Delaney soll es nicht scheitern: „Ich bin hierher gekommen, um Pokale zu gewinnen.“ Dänen lügen nicht.

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