Thomas Delaney muss um Einsatzzeiten kämpfen - das könnte ihm helfen

hzVom Vielspieler zum Bankdrücker

Thomas Delaney bleibt in der neuen Saison bislang nur die Rolle des Zuschauers beim BVB. Der Vielspieler der Vorsaison ist derzeit außen vor – Besserung ist nicht zwangsläufig in Sicht.

Dortmund

, 28.08.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Thomas Delaney war mal wieder einer der ersten BVB-Profis, die nach und nach im Mannschaftsbus verschwanden. Der Däne verließ das Rhein-Energie-Stadion nach Borussia Dortmunds 3:1-Sieg beim 1. FC Köln wortlos – und erneut ohne Spielminuten in den Beinen. Vier Pflichtspiele, kein einziger Einsatz: Delaney erlebt einen Saisonstart, der ihm nicht gefallen kann.

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Öffentlich würde der Mittelfeld-Arbeiter das vermutlich nie so kundgeben. Delaney ist ein Teamplayer, der den Erfolg der Mannschaft über persönliche Befindlichkeiten stellt. Entscheidend sei, dass der BVB am Ende als Klub besser werde, es gehe ums große Ganze, hat Delaney vor der Saison gesagt, als er nach dem verschärften Konkurrenzkampf im Dortmunder Mittelfeld gefragt wurde.

Thomas Delaney: „Musst damit rechnen, dass gute Spieler dazukommen“

„Bei einem Klub wie Dortmund musst du damit rechnen, dass gute Spieler dazukommen, die in die erste Elf drängen“, erklärte er. „Es wäre überraschend und wahrscheinlich sogar enttäuschend, wenn in der Sommerpause keine neue Konkurrenzsituation entstanden wäre.“ Und weiter: „Wir können diesen internen Konkurrenzkampf gut gebrauchen, auch wenn er den einen oder anderen Spieler vielleicht Spielminuten kostet.“

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Aktuell kostet der Konkurrenzkampf vor allem Delaney Minuten, was den 27-Jährigen dann wohl doch ein wenig überrascht haben dürfte. Julian Weigl hat in den vergangenen Wochen Delaneys Platz neben Axel Witsel auf dem Rasen eingenommen - das hatte sich in der Saisonvorbereitung schon abgezeichnet - und Delaney hat gewissermaßen Weigls Platz aus der Hinrunde auf der Ersatzbank übernommen.

Favre verzichtet nur sieben Mal auf Delaney

„Ich sehe keinen Grund, warum ich nicht genauso viele Spiele machen sollte wie in der zurückliegenden Saison.“ Auch das hat der dänische Nationalspieler vor der Saison erklärt. Er wolle mehr Tore schießen und mehr Vorlagen liefern als in der vergangenen Spielzeit.

Thomas Delaney muss um Einsatzzeiten kämpfen - das könnte ihm helfen

Zufriedenheit sieht anders aus! Nicht nur Thomas Delaney (hinten links) würde seinen Platz auf der BVB-Bank liebendgern gegen einen auf dem Rasen tauschen. © imago

Drei Treffer und sechs Assists zählte die Statistik in Delaneys Premierensaison beim BVB, nachdem er für rund 20 Millionen Euro von Werder Bremen ins Ruhrgebiet gewechselt war. Vor allem aber stand er in 38 von 45 Pflichtspielen auf dem Spielfeld. Nur siebenmal verzichtete BVB-Trainer Lucien Favre in der gesamten vergangenen Saison auf Delaney, nun viermal in vier Partien.

Delaneys Stärken könnten noch wertvoll werden

Aktuell scheinen die Dienste des Dänen, die eher die Grundtugenden des Fußballs – Kampfgeist, Leidenschaft, Laufbereitschaft – bedienen, nicht mehr übermäßig gefragt zu sein.

Vielleicht ändert sich das gegen spielstärkere Gegner, wenn das Verteidigen noch ein bisschen mehr in den Vordergrund rückt. Eine Garantie dafür gibt es freilich nicht. Und zumindest gegen eine Vielzahl an tiefstehenden Gegnern drängen sich eher offensivere Lösungen wie Julian Brandt, Mahmoud Dahoud oder Mario Götze im Mittelfeldzentrum auf.

Zorc erwartet „professionellen Umgang“

„Wir haben große Konkurrenz“, sagt Favre nur, wenn er auf die Spieler angesprochen wird, die sich derzeit hinten anstellen müssen. Und BVB-Sportdirektor Michael Zorc verweist darauf, dass er von jedem Profi, der mit seinen Einsatzzeiten unzufrieden ist, einen „professionellen Umgang“ erwartet.

Am professionellen Umgang wird es bei Delaney, der in seinem ersten Jahr in Dortmund auf Anhieb dem Mannschaftsrat angehörte, in seinem zweiten Jahr allerdings nicht mehr, vermutlich nicht scheitern. Der Linksfuß ist niemand, der im Verdacht steht, für Stunk zu sorgen, wenn es nicht nach seiner Pfeife läuft.

Delaney wird um seine Chance kämpfen müssen

„Als ich in Dortmund unterschrieben habe, war ich nicht sicher, ob ich 10 oder 35 Spiele machen würde. Mir wurde nichts versprochen. Jetzt ist es natürlich nicht anders.“ Das ist noch so eine Delaney-Aussage aus der Saisonvorbereitung. Er wird um seine Chance kämpfen müssen. Aber das kann er ja so gut wie kaum ein anderer Spieler im prominent besetzten Dortmunder Kader.

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