Borussia Dortmund

Trotz Protest der BVB-Fans: Champions League wird reformiert

Die Uefa hat eine Reform der Champions League beschlossen. Qualifiziert sich der BVB für den Wettbewerb, hieße das: Mehr Spiele, höhere Einnahmen. Das gefällt nicht allen.
Ein Banner hängt auf der Dortmunder Südtribüne: „Stop UCL Reforms!“ © Maik Hölter/TEAM2sportphoto

Ab der Saison 2024/25 werden 36 statt bislang 32 Teams an der Gruppenphase der Königsklasse teilnehmen, zudem wird es insgesamt 100 weitere Spiele geben, wie die Uefa am Montag nach einer Entscheidung ihres Exekutivkomitees mitteilte. Zwei der vier neuen Plätze werden dabei nicht mehr wie bislang üblich aufgrund von Leistungen aus der vorigen Saison vergeben. Stattdessen sind dafür Platzierungen der Vereine in der Fünfjahreswertung der Uefa ausschlaggebend. Stimmberechtigt als Exko-Mitglied war auch Rainer Koch, Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes.

Super League überschattet Reform der Champions League

Der Beschluss wurde durch die Pläne von zwölf europäischen Spitzenvereinen aus England, Spanien und Italien für eine unabhängige, internationale Super League überschattet – deutsche Klubs gehören derzeit nicht dazu. Dem Dutzend reichen die zu erwartenden Einnahmen aus der Uefa-Reform nicht, zudem fehlt ihnen die Sicherheit, auf jeden Fall international dabei zu sein.

Erreicht Borussia Dortmund 2024 die dann modifizierte Champions League, wird nicht mehr wie gewohnt in acht Vorrundengruppen gespielt. Anstelle dessen wird es nach dem sogenannten „Schweizer Modell“ eine Liga geben, in der aber nicht Jeder gegen Jeden antritt. Dabei bestreitet jedes Team zehn statt bislang sechs Vorrundenspiele. Die garantierten Einnahmen pro Klub sind also deutlich höher als bislang. Die acht topplatzierten Mannschaften ziehen direkt in das Achtelfinale ein. Die Teams auf den Rängen neun bis 24 treffen in Playoffs aufeinander, um die weiteren acht Teilnehmer an der K.o.-Runde zu ermitteln.

BVB-Boss Watzke sieht Reform der Champions League als kleineres Übel an

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der sich klar gegen die Super League positionierte, ordnete jüngst im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten die Reform der Champions League ein als „einzigen Weg, um eine Super League der internationalen Topklubs zu verhindern“. Für ihn sei „immer die Integrität eines Wettbewerbs ein ganz entscheidender Faktor“.

Änderungen wird es auch in den weiteren internationalen Wettbewerben geben. Die zweitklassige Europa League wird im selben Format wie die Champions League ausgetragen, allerdings mit nur acht Gruppenspielen pro Team. In der neuen Conference League soll es sechs Vorrundenpartien pro Mannschaft geben. Die Reform wird von organisierten Anhängern stark kritisiert. Auch im Stadion des BVB platzierten Fans mit Zustimmung des Vereins mehrfach Protestbanner, zuletzt am Sonntag zum Spiel gegen Werder Bremen.

Mit Material von dpa.

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