TSG-Mäzen Dietmar Hopp attackiert erneut den BVB: „Kommerz pur“

Borussia Dortmund

Dietmar Hopp, Mäzen der TSG 1899 Hoffenheim, attackiert den BVB. Er wirft Borussia Dortmund das vor, was die Fans an ihm kritisieren. Nicht zum ersten Mal.

Dortmund

, 03.07.2020, 10:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp sieht Kommerz beim BVB.

Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp sieht Kommerz beim BVB. © picture alliance/dpa

Dietmar Hopp hat viel Geld. Damit darf er machen, was er will. Er hat sich vor einiger Zeit unter anderem dafür entschieden, die TSG 1899 Hoffenheim finanziell zu unterstützen. Klingt zunächst fair – doch genau das kritisieren viele Fußball-Fans, darunter auch lautstark die Fans von Borussia Dortmund. Sie sorgen sich um Traditionen. Hopp lässt das kalt – und er dreht den Spieß um.

TSG-Mäzen Hopp attackiert den BVB: „Kommerz pur“

„Das ist nach wie vor eine Geschichte, die mir weh tut, weil sie ungerecht ist und weil ich mir nach wie vor nicht vorstellen kann, wie man sich so etwas zurecht konstruieren kann“, sagt er in einem Interview mit Sport1. Die Fans sehen in Hopp das Sinnbild des verhassten Kommerzes. Der TSG-Mäzen bestreitet das.

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„Wir bei der TSG sind ein Klub“, sagt Hopp, „der nicht Kommerz-Verein genannt werden darf.“ Hopp führt stattdessen andere Klubs als Negativ-Beispiel an. „Schauen wir mal auf Borussia Dortmund, das ist inzwischen Kommerz pur. Oder richten wir den Blick nach Berlin, da sind viele Millionen im Umlauf. Ich freue mich für die Entwicklung bei der Hertha, aber ich kann nicht verstehen, dass ich auch von deren Fans attackiert werde“, erklärt er.

Hopp verteilt nicht den ersten Seitenhieb gegen den BVB

Es ist nicht das erste Mal, dass Hopp gegen den BVB schießt und einen Seitenhieb dieser Art verteilt. Schon im März 2020 hat er ähnliche Aussagen getätigt. „Wenn es um das Thema Kommerzialisierung im Fußball geht, empfehle ich einen Blick zurück: Die Borussia Dortmund KGaA ist bis dato die einzige börsennotierte Fußballkapitalgesellschaft, der Börsengang im Jahr 2000, zu Zeiten der vermeintlichen ‚New- Economy‘, spülte einen dreistelligen Millionenbetrag in die Kasse“, wurde Hopp damals in einem Beitrag auf der vereinseigenen Homepage zitiert.

Im April sorgte er mit einem umstrittenen Einspieler für das „Aktuelle Sportstudio“ im ZDF für Aufregung. „Mich zum Gesicht für den Kommerz zu machen, ist wirklich nicht nachvollziehbar. Leider war die Hetze so perfekt inszeniert, dass Ultras vieler Vereine mitgemacht haben“, sagte er.

Fehde zwischen Hopp und BVB-Ultras zieht sich

Die Fehde zwischen Hopp und den BVB-Ultras hält schon lange an, die Proteste gegen seine Person rückten wegen der Coronakrise aber zuletzt in den Hintergrund. Wo kein Fan im Stadion ist, da ist auch kein Schmähgesang. Eine Welt ohne Fans wünscht sich der TSG-Mäzen aber deswegen keinesfalls.

„Geisterspiele können nicht der Sinn des Spiels sein, es gehören nun mal die Zuschauer und die Stimmung zu diesem schönen und emotionalen Sport dazu. Sonst könnte man ja auch auf einer Wiese spielen“, meint Hopp. Und: „Man kann es nicht auf das große Ganze beziehen, ob die Fankultur jetzt in der Coronakrise besser oder schlechter dran ist. Mir tut es einfach leid, dass die Fans nicht mehr ins Stadion dürfen. Es sind immer nur einige wenige Personen, die mich beleidigen, das ist vergleichsweise nicht so wichtig. Wichtiger wäre, dass die Normalität im Fußball endlich wieder zurückkehrt.“

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