Über Konkurrenzkampf, Schnee und die Selecao

Felipe Santana im Interview

DONAUESCHINGEN Die Familie ist immer mit dabei. Rechts auf dem Unterarm hat sich BVB-Innenverteidiger Felpe Santana (23) die Namen seiner Familienmitglieder tätowieren lassen, links zieren zwei Symbole seinen Arm: eins für Frieden, das andere für Glück. Er sei ein glücklicher Mensch, erzählt der Brasilianer unserem Redakteur Dirk Krampe in Interview.

von Von Dirk Krampe

, 13.07.2009, 17:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Felipe Santana hat sich vom nicht ganz ernst genommenen Brasilien-Import zu einem Top-Innenverteidiger der Fußball-Bundesliga entwickelt.

Felipe Santana hat sich vom nicht ganz ernst genommenen Brasilien-Import zu einem Top-Innenverteidiger der Fußball-Bundesliga entwickelt.

Sehr schwer. Die Mentalität der Leute, die Spielweise, alles war neu für mich. In Brasilien mögen wir Kurzpass-Spiel. Hier wird viel mehr mit langen Bällen operiert, und das Tempo im Spiel ist viel höher. Dazu kamen die Sprachprobleme. Das war am Anfang das Schlimmste.

Ich glaube, ich habe mich in allen Bereichen weiterentwickelt. Ich spüre das Vertrauen meiner Mitspieler, auch das Vertrauen des Trainers ist natürlich gewachsen.

Ich bin hierher gekommen und habe mir gesagt: Alles ist anders, als du es kennst, es ist ein Anpassungsjahr für dich. Und dann habe ich versucht, mich so vorzubereiten, dass ich bereit bin, wenn der Trainer mich braucht.

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Im Training hatte ich dieses Gefühl relativ schnell. In der Bundesliga hat das noch gedauert. Der Durchbruch für mich kam in meinem dritten Einsatz, im Heimspiel gegen Frankfurt (am 21. November, d. Red.). Da wusste ich: Jetzt hast du es nicht nur dir selbst, jetzt hast du es auch dem Team bewiesen, dass Du mithalten kannst. Und meine Mitspieler haben mich spüren lassen, dass sie mir vertrauen.

Na ja, die Selecao hat nicht unbedingt ein Problem mit den Innenverteidigern. Lucio und Juan sind zwei richtig gute Spieler, die in Deutschland jeder kennt. Aber natürlich ist die Bundesliga eine Bühne, und die Weltmeisterschaft 2010 ist für mich ein Ziel.

Zu Dunga gab es noch keinen Kontakt. In den Medien wird viel spekuliert. Es gibt einen Neuen für die Nationalmannschaft, liest man da. Ich will meine Arbeit weiter gut machen, dann ergibt sich der Rest.

Für den BVB ist es doch gut, dass er auf so viele Innenverteidiger mit Qualität bauen kann. Auch Uwe Hünemeier zähle ich dazu. Es ist ein sauberer und fairer Konkurrenzkampf. Es liegt am Trainerteam zu entscheiden, wer am Wochenende die ideale Besetzung ist.

Nein, das glaube ich nicht. Mats hat eine starke Hinrunde gespielt. Es ist ein offenes Rennen. Der BVB ist da in einer glücklichen Situation.

Ich habe mich gut eingelebt und angepasst. Ich habe brasilianische Freunde in Dortmund, natürlich auch den engen Kontakt zu meinen brasilianischen Mitspielern. Kompliziert wird es beim Wetter.

Ich kann damit leben. Gott sei Dank sind die Wohnungen und Häuser im Winter geheizt.

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