Verabschiedet sich Julian Weigl vom BVB in Richtung Berlin? Das sagt unser Reporter

hzBVB-Gerüchtecheck

In der BVB-Gerüchteküche brodelt es. Aktuell wird Julian Weigl mit Hertha BSC und Benfica Lissabon in Verbindung gebracht. Unser Reporter ordnet das Gerücht ein und bewertet, was dran ist.

Dortmund

, 18.12.2019, 18:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie lautet das Gerücht?

Angesichts der schlechteren Einsatzperspektive in der Rückrunde, wenn die derzeit verletzten Axel Witsel und Thomas Delaney zurückerwartet werden, erwäge Julian Weigl schon im Winter eine Luftveränderung, schreibt die „Bild“ und bringt die Berliner Hertha als möglichen Interessenten ins Spiel. Zudem hält sich hartnäckig ein Interesse von Benfica Lissabon, das berichten mehrere portugiesische Medien.


Was zeichnet den Spieler aus?

Weigls Sicherheit am Ball habt ihm mal den Spitznamen „Passmaschine“ eingebracht. Sein Aufstieg begann unter Thomas Tuchel, mit der Verpflichtung von Axel Witsel vor 18 Monaten aber wurde Weigl plötzlich ein Hochkaräter vor die Nase gesetzt.

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Den Status als unumstrittener Stammspieler hatte er zuvor schon eingebüßt. Unter Lucien Favre empfahl er sich als Alternative in der Innenverteidigung und sammelte so weiterhin regelmäßige Einsatzzeiten. Den Sprung zu einer festen Größe im zentralen defensiven Mittelfeld hat er allerdings noch nicht geschafft.


Was sagt unser BVB-Reporter?

Im Sommer stand Weigl kurz vor einem Wechsel in die italienische Liga, der AS Rom soll starkes Interesse an einer Verpflichtung des 24-Jährigen gehabt haben. Letztlich kam der Transfer nicht zustande, Interesse von Thomas Tuchel aus Paris konkretisierte sich erst gar nicht.

Weigl hat 19 der bislang 25 Pflichtspiele (inklusive Supercup) bestritten und darf sich damit als Stammspieler fühlen. Der geplatzte Wechsel im Sommer ändert aber wohl nichts an seinen Plänen, mit einem Neuanfang für sich auch neue Reize zu setzen.

Verabschiedet sich Julian Weigl vom BVB in Richtung Berlin? Das sagt unser Reporter

Aktuell sammelt Julian Weigl wieder viele Spielminuten beim BVB. © Kirchner-Media

Dass der BVB diesmal dem Werben etwaiger Interessenten nachgeben könnte, erscheint angesichts der Gesamtsituation für die kommende Transferperiode im Winter allerdings unwahrscheinlich. Ein Verkauf Weigls würde zwingend die Notwendigkeit einer Neuverpflichtung nach sich ziehen, da liegen die Prioritäten der Borussia allerdings woanders.

Weigls Vielseitigkeit ist ein weiterer Aspekt, der gegen einen Wintertransfer spricht. Nach der Umstellung auf eine Dreierkette mit drei Innenverteidigern bleibt Trainer Lucien Favre als Backup nur der unerfahrene Leonardo Balerdi.

Weigl ist die Trumpfkarte in der Hinterhand, die Favre regelmäßig ziehen könnte, um seinen etablierten Stamm-Innenverteidigern Pausen zu verschaffen. Die werden sie bei weiter hoher Belastung nach der Winterpause auch brauchen.

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Zudem dürften die jetzt genannten angeblichen Interessenten auf Weigls persönlicher Wunschliste nicht allzu weit oben stehen. Benfica spielt zwar regelmäßig Champions League, die portugiesische Liga aber zählt nicht zu den vier Top-Ligen Europas.

Ein Wechsel innerhalb der Bundesliga zur Hertha dürfte noch weniger Reiz ausüben. Der Hauptstadt-Klub sollte zwar mit den neuen finanziellen Möglichkeiten perspektivisch in der Tabelle nach oben klettern können, aktuell - aber und auch in naher Zukunft - würde Weigl auf regelmäßige internationale Spiele in der Champions League verzichten müssen. Für seine Ambitionen auf eine Rückkehr ins DFB-Team wäre dies nicht zuträglich.

Eine Änderung der Bewertung von Weigls Situation seitens der Borussia würde wohl nur dann in Frage kommen, wenn ein äußerst werthaltiges Angebot für den 24-Jährigen eintrudeln sollte und eine adäquate Alternative im Winter verfügbar wäre. Weigls Vertrag in Dortmund läuft noch bis zum Sommer 2021.

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