Vollgas oder Vollbremsung? Für den BVB steht in Mönchengladbach viel auf dem Spiel

Borussia Dortmund

Coronavirus, neuerliche Fan-Proteste - vor dem BVB-Gastspiel in Mönchengladbach ging es selten um den Sport. Doch für beide Klubs hat die Partie richtungsweisenden Charakter.

Dortmund

, 07.03.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der BVB gewann die vergangenen zehn Pflichtspiele gegen Mönchengladbach.

Der BVB gewann die vergangenen zehn Pflichtspiele gegen Mönchengladbach. © dpa

Das Duell des Tabellenvierten aus Gladbach (46 Punkte) gegen den Dritten BVB (48) hat richtungsweisender Charakter für beide: Der Verlierer muss seine Ambitionen nach ganz oben erst einmal, vielleicht ja endgültig, hinten anstellen. Der Gewinner hingegen mischt weiter mit und darf träumen.

BVB muss sich im Vergleich zum Freiburg-Spiel deutlich steigern

Zwei Mal schon haben sich die Kontrahenten in dieser Saison schon gegenüber gestanden. Im Herbst traf die Dortmunder Borussia in der Liga und im Pokal binnen elf Tagen daheim auf die Elf vom Niederrhein, die jeweils als Bundesliga-Tabellenführer anreiste, aber, wie das in den vergangenen Jahren zur Regel wurde, brav Sieg und Punkte dem BVB überließ. In den vergangenen zehn Pflichtspielen gegeneinander hieß der Gewinner immer Borussia - Dortmund. Eine vergleichbar schwarze Serie müssen die Mönchengladbacher gegen keinen anderen Gegner beklagen.

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Aus Dortmunder Sicht darf sie freilich auch nach den 90 Minuten am Samstag (18.30 Uhr, Sky) ruhig Bestand haben. Der BVB, stellt Michael Zorc klar, brauche allerdings „eine klare Leistungssteigerung gegenüber unserem Spiel gegen Freiburg.“ Auch wenn wenig über Fußball gesprochen wurde: Dass seine Borussia am vergangenen Wochenende beim mageren 1:0 gegen die Breisgauer etliche Wünsche offen ließ, hat der Dortmunder Sportdirektor nicht vergessen.

Mönchengladbach gegen BVB: Coronavirus und Fan-Proteste

Im Vorfeld der Partie hofften beide Seiten, dass spätestens mit dem Anpfiff der Sport in den Vordergrund rücken wird. Die sichere Durchführung (und den sicheren Besuch) hat das Gesundheitsamt der Stadt Mönchengladbach Mitte der Woche betont, dazu gehört auch die „Empfehlung“ für Fans aus dem stark vom Coronavirus betroffenen Kreis Heinsberg in der Gladbacher Nachbarschaft, der Partie freiwillig fern zu bleiben.

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BVB vor Gladbach-Spiel: Delaney und Götze zurück

Ein deutlich greifbareres Problem für die Klubs ist die die nächste Runde im Konflikt zwischen Teilen der Ultragruppierungen und dem Deutschen Fußball-Bund. Auch in Gladbach sind weitere Proteste angekündigt, die Hoffnung besteht, dass die Kritik ähnlich wie im DFB-Pokal unter der Woche weitgehend sachlich geäußert wird. BVB-Sportdirektor Michael Zorc betonte „als positiv denkender Mensch, dass ich glaube, dass kein Spielabbruch droht“. Dem steht allerdings der am Freitag öffentlich gewordene Brief des Zusammenschlusses „Fanszenen in Deutschland“ gegenüber, in dem die Ultras weitere Proteste ankündigen und „im Zweifel Unterbrechungen und Abbrüche in Kauf nehmen“. Auch im Bewusstsein, dass das dem eigenen Klub schaden könne. Mit den eigenen Fans habe der BVB intensiv gesprochen, sagte Zorc.

BVB-Torhüter Roman Bürki ist seit drei Liga-Spielen ohne Gegentor

Dortmund kann bis auf Marco Reus und Thomas Delaney Bestbesetzung aufbieten, große Änderungen sind nicht zu erwarten. Gegen die drittbeste Defensive der Liga braucht Dortmund einen offensiven Glanztag. Dass der BVB sich in einigen Spielen zu sehr auf seine torgefährlichen Angreifer verlassen habe, sei vielleicht „ein Ansatzpunkt für uns“, sagte Gladbachs Innenverteidiger und Ex-Dortmunder Matthias Ginter dem „Kicker“.

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Schlecht für Ginter und die Fohlen, dass der BVB zuletzt auch Spaß am Verteidigen gefunden hat. In den vergangenen drei Liga-Partien blieb Roman Bürki ohne Gegentor. Gegen das drittbeste Heimteam der Liga, auch das ist Borussia Mönchengladbach, wäre eine weitere weiße Weste der Grundstein für ein Ausrufezeichen am Beginn einer sportlich wichtigen Woche für die Borussia aus Dortmund. Vollgas oder Vollbremsung? Ob Lucien Favre in seiner Aufstellung mutig bleibt oder angesichts der Gladbacher Heimstärke eine zusätzliche Absicherung einbaut, diese Frage ließ der Coach natürlich offen.

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