Warum Thorgan Hazard den Stümerjob beim BVB relativ einfach findet

hzBVB-Neuzugang

Thorgan Hazard will bei Borussia Dortmund den nächsten Schritt in seiner Karriere gehen. Am Fleiß dürfte der Plan eigentlich nicht scheitern. An seiner Variabilität auch nicht.

Bad Ragaz

, 29.07.2019 / Lesedauer: 4 min

Thorgan Hazard ist ein fleißiger Fußball-Profi. Sein Papa Thierry, der einst selbst in der zweiten belgischen Liga kickte, hat mal, als er gefragt wurde, welcher seiner vier Söhne der talentierteste Fußballer sei, gesagt: „Es kommt darauf an, was genau man unter Talent versteht. Technisch gesehen ist Eden der beste, aber was den Fleiß angeht, ist Thorgan vorne.“

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Nun ist es vermutlich keine Schande, technisch nicht ganz so versiert zu sein wie Eden Hazard, der in diesem Sommer für rund 100 Millionen Euro vom FC Chelsea zu Real Madrid gewechselt ist. Und wenn man Thorgan Hazard in seinen ersten Wochen bei Borussia Dortmund so beobachtet, dann gewinnt man ziemlich schnell den Eindruck, dass auch der jüngere Bruder des Megastars durchaus weiß, wie man mit der Kugel umgeht. Zumindest, wenn der Fuß das Streicheln des Balles zulässt.

Hazard muss nach seinem ersten Tor für den BVB verletzt ausgewechselt werden

Daran hapert es gerade so ein bisschen. Seit Samstagabend ist der BVB-Neuzugang zum Warten verdammt. Hazard hatte gerade sein erstes Tor für Borussia Dortmund erzielt, beim 4:1 im Testspiel gegen Udinese Calcio traf er nach sechs Minuten zum 1:0 für Schwarzgelb. Danach allerdings musste er, weil er umknickte, verletzt vom Platz – und hat ihn seitdem noch nicht wieder betreten.

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BVB-Medienrunde mit Thorgan Hazard in Bad Ragaz

Es sei keine große Sache, sagt Hazard, der zeitnah wieder ins Training einsteigen will, aber es schmeckt ihm überhaupt nicht. „Ich kann nicht trainieren, für mich ist das ...“ – und dann rutscht ihm das Wort mit sch am Anfang und e am Ende raus. „Ich will trainieren, ich will helfen“, sagt er.

Hazard hat einen Einsatz im Supercup noch nicht aufgegeben

Noch hat Hazard, für den der BVB im Sommer rund 26 Millionen Euro Ablöse an Borussia Mönchengladbach überwiesen hat, die Hoffnung auf den Supercup am kommenden Samstag nicht aufgegeben. Doch er weiß auch, dass er jetzt gerade nichts überstürzen darf, um eine womöglich schlimmere Verletzung zu riskieren.

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Es warten schließlich noch wichtigere Spiele auf den BVB und Hazard als der Supercup, auch wenn man in diesen Tagen ab und zu fast einen anderen Eindruck gewinnen könnte bei all dem Wirbel, der um das erste Aufeinandertreffen zwischen dem BVB und dem FC Bayern München nach der Sommerpause gemacht wird. Doch der Supercup bleibt nur das wichtigste Vorbereitungsspiel des Somemers, die Liga genießt oberste Priorität, dann folgen Champions League und DFB-Pokal auf einer Stufe.

Hazard über Platz im Strurmzentrum: „Wird relativ einfach sein, dort zu spielen“

Thorgan Hazard ist in all diesen Wettbewerben durchaus fürs Toreschießen eingeplant. In den bisherigen Testspielen ließ Lucien Favre ihn im Sturmzentrum spielen. Der BVB-Trainer sagt: „Thorgan kann vorne überall spielen.“ Hazard widerspricht nicht: „Links. Rechts. Vorne. Es ist egal.“ Er habe in Mönchengladbach viele Spiele links gemacht, aber eben auch vorne. „Ich liebe diese Position. Ich habe dort viele Torchancen und bin schneller vor dem Tor. Ich denke, in unserer Mannschaft mit unseren Spielern wird es relativ einfach sein, dort zu spielen. Wir können immer wieder die Positionen wechseln. Es ist kein Problem für mich, ich will nur spielen.“

Warum Thorgan Hazard den Stümerjob beim BVB relativ einfach findet

Es war ein erfolgreicher, aber eben auch nur kurzer Einsatz für Thorgan Hazard gegen Udinese Calcio. © Inderlied

Nur Spielen. So war es früher schon, als er mit Bruder Eden zu Hause über den Gartenzaun kletterte, um auf dem Platz von Royal Stade Brainois zu bolzen, der an das Elternhaus in der kleinen belgischen Stadt La Louviere grenzte. Jetzt ist bloß alles ein paar Nummern größer, was auch für den Schritt nach Dortmund gilt. Er habe nicht nachdenken müssen, als der BVB angefragt habe, sagt der 26-jährige Belgier. „Es ist ein großer Klub, ich bin sehr froh, dass ich jetzt da bin.“

Hazard sieht die Rückrunde mit Gladbach selbstkritisch

Es hat tatsächlich ein bisschen gedauert, bis der Wechsel in trockenen Tüchern war, die Verhandlungen zwischen dem BVB und Gladbach zogen sich über Monate hin. „Das war nicht einfach. Ich habe in der Rückrunde nicht so gut gespielt. Aber ich bin froh, dass wir in die Europa League gekommen sind.“ In Dortmund wartet nun die Champions League – und vielleicht ja irgendwann auch das Duell mit Bruder Eden. Papa Thierry würde sicherlich genau hinschauen, wie sich der talentierte und fleißige Nachwuchs so schlägt.

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