Am Donnerstag endet in der Fußball-Bundesliga die „Transferperiode II“. Beim BVB ist nicht viel mehr als „Kosmetik“ zu erwarten, sprich: keine gravierenden Veränderungen.

Dortmund

, 28.01.2019, 19:15 Uhr / Lesedauer: 3 min

Viel ist ja nicht passiert in der Phase, an deren Ende sich im News-Kanal des Sportfernsehens Moderatoren in quietschgelbe Shirts zwängen und während einer 24/7-Dauersendunge-Schleife darüber berichten, wo am „Deadline Day“ auf den letzten Drücker noch Ladenhüter verkauft werden und andere diese als echtes Schnäppchen präsentieren.

Am Donnerstag ist es wieder so weit, dann endet die Winter-Transferperiode in der Bundesliga. Zumindest bei Herbstmeister Borussia Dortmund sind die vergangenen vier Wochen seit Öffnung des Transfermarktes relativ unspannend verlaufen, sieht man einmal von der Übereinkunft mit dem FC Chelsea über den Wechsel von Christian Pulisic ab - der aber wird für die Rückrunde ja auch noch in Dortmund bleiben.

Kaderverkleinerung kommt beim BVB nicht über Ansätze hinaus

Dazu hat der BVB Leonardo Balerdi (20) geholt als Vorgriff für die neue Saison, ein Abwehr-Talent aus Argentinien, den sie dann für die Teilnahme an der U20-Südamerikameisterschaft gleich wieder verabschiedet haben. Auf der Gegenseite ist der Versuch, den quantitativ immer noch zu üppig besetzten Kader zu verkleinern, bis dato nicht über Ansätze hinausgekommen. Sebastian Rode wurde zu Eintracht Frankfurt verliehen (ohne Kaufoption), Alexander Isak zu Willem II Tilburg. Mehr ist noch nicht passiert.

Dass auf den letzten Metern noch Bewegung in die Sache kommt, mochte Lizenzspieler-Chef Sebastian Kehl zwar auf Nachfrage dieser Redaktion nicht gänzlich ausschließen, von fortgeschrittenen Verhandlungen aber konnte am Montag und auch am Dienstag noch keine Rede sein. Dies betraf vor allem die Personalie Shinji Kagawa - der Japaner hat bereits vor Wochen seinen Wechselwunsch bei Sportdirektor Michael Zorc hinterlegt, der BVB ist auch gesprächsbereit. Doch Kagawa tut sich schwer, Borussia Dortmund einen Klub zu präsentieren.

Auch das 5:1 gegen Hannover erlebte der 29-Jährige nur von der Tribüne aus mit - mittlerweile sein Stammplatz unter Lucien Favre, der den Japaner letztmals am 31. Oktober im Pokalspiel gegen Union Berlin auf den Rasen ließ. Kagawa hat sich für die Realisierung seines großen Ziels, seine Karriere in Spanien fortzuführen, der Berateragentur „AC Talents“ angeschlossen, die unter anderem die Barcelona-Stars Ivan Rakitic, Gerard Pique und Samuel Umtiti betreut. Doch die Katalanen haben keinen Bedarf auf Kagawas Postion, ebenso wenig wie die anderen in Frage kommenden spanischen Klubs.

„Wenn etwas auf dem Tisch läge, würden wir uns freundschaftlich damit beschäftigen.“
Michael Zorc

Zorc hat die Bereitschaft, mit potenziellen Interessenten zu sprechen, auch am Wochenende noch einmal bekräftigt. „Wenn etwas auf dem Tisch läge, würden wir uns freundschaftlich damit beschäftigen“, hat Zorc erklärt. Kagawa sei schließlich ein überaus verdienter Spieler, den man sehr schätze. „Wenn nicht, sind wir auch nicht böse, wenn er bleibt.“ Diese Einschätzung teilt auch Sebastian Kehl, der als Spieler mit Kagawa zwei Meisterschaften feierte und der über dessen Situation sagt: „Es tut mir im Herzen weh.“

Wechsel von Burnic wäre denkbar

Wahrscheinlicher als ein Wechel Kagawas erscheint daher momentan sogar noch eine Leihe oder ein Verkauf von Dzenis Burnic, dessen Perspektive ähnlich mau ist wie die des Japaners. Lose Anfragen für den defensiven Mittelfeldspieler hat es nach Informationen dieser Redaktion gegeben. Bis Donnerstag, 18 Uhr, wenn in Deutschland das Transferfenster schließt, könnte sich in dieser Personalie noch etwas entwickeln.

Wieder wahrscheinlicher geworden ist ein Abschied von Jeremy Toljan, der letzte Spieler aus der Gruppe der Wechsel-Kandidaten. Der Außenverteidiger kommt beim BVB nicht zum Zug, hatte zuletzt aber immer darauf beharrt, sich in Dortmund durchsetzen zu wollen. Doch die Perspektive gibt es wohl nicht. Im Trainingslager in Marbella testete Trainer Lucien Favre auch noch Marius Wolf als Rechtsverteidiger, während Toljan im Zentrum aushelfen musste. Deutliche Signale hat er wohl auch intern bekommen.

Nach Informationen dieser Redaktion gibt es Anfragen aus mehreren Ländern für Toljan. Die „Daily Mail“ bringt Celtic Glasgow ins Gespräch, auch Klubs aus England und Italien sollen Interesse bekundet haben. Allerdings befindet sich keine Verhandlung in einem unterschriftsreifen Stadium.

Update: Toljan ein Wechselkandidat - weitere Neuzugänge beim BVB unwahrscheinlich

Shinji Kagawa gehört zu den Kandidaten beim BVB, die den Verein verlassen dürfen. © imago

Während in Deutschland das Transferfenster am Donnerstag um 18 Uhr schließt, bleibt Kagawa eine zusätzliche Frist von knapp sechs Stunden, um einen Wechsel in sein Wunschland Spanien zu realisieren. Transfers in die „La Liga“ sind bis Donnerstag, 23.59 Uhr möglich, ebenso wie nach England und Frankreich. In Italien schließt das Wechsel-Fenster am Donnerstag um 20 Uhr. In andere europäische Länder sind noch länger Wechsel möglich: Nach Portugal beispielsweise bis zum 1. Februar, 0.59 Uhr, nach Österreich bis zum 6. Februar, in die Schweiz bis zum 15.2. Russland und Tschechien schließen die Tore erst am 22. Februar.

Kagawa bliebe auch die Rückkehr nach Japan, wo erst am 29. März die Transferperiode endet - oder er folgt Bastian Schweinsteiger in die USA. Dort beginnt die Wechselperiode erst im Februar - und endet am 7. Mai.

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