Wie Uli Hoeneß den Transfer von Michael Rummenigge zum BVB entscheidend beeinflusste

Borussia Dortmund

Wäre Felix Magath nicht in Hamburg entlassen worden, wäre Michael Rummenigge nie im Dortmunder Trikot aufgelaufen. Und Uli Hoeneß hatte dabei seine Finger entscheidend im Spiel.

Dortmund

, 15.11.2019, 14:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wie Uli Hoeneß den Transfer von Michael Rummenigge zum BVB entscheidend beeinflusste

© Patrick Radtke

Es klingt alles sehr skurril, was da im Frühjahr 1988 geschah. Aber es ist eine Anekdote, die zum Abschied von Uli Hoeneß vom FC Bayern einfach erzählt werden muss.

Bayern-Profi Michael Rummenigge musste damals kurz vor Saisonschluss ins Büro von Manager Uli Hoeneß kommen. „Du wirst verkauft, hat Uli zu mir gesagt“, erinnert sich Michael Rummenigge, „und ich habe zwei Vereine für dich. Hamburger SV und Borussia Dortmund.“

Wie Uli Hoeneß den Transfer von Michael Rummenigge zum BVB entscheidend beeinflusste

Michael Rummenigge erlebte beim BVB erfolgreiche Jahre. © imago sportfotodienst

Schnell sei damals alles klar gewesen mit dem HSV, Hamburgs Manager Felix Magath habe per Telefon die Bankbürgschaft über 1,5 Millionen Mark für die Ablöse zugesagt. Zwei Tage später allerdings „musste ich wieder in Hoeneß‘ Büro. Magath war in Hamburg plötzlich entlassen worden, der Transfer geplatzt.“

Für Hoeneß kein Problem. „Dann gehst du eben nach Dortmund, hat er gesagt. Und dann habe ich es mir in Dortmund eben angeschaut“, sagt Rummenigge.

Für Michael Rummenigge ist Dortmund seine Heimat geworden

Es gefiel dem jüngeren Bruder des heutigen Bayern-Bosses Karl-Heinz Rummenigge offenbar gut, was er sah, denn auch nach seiner aktiven Profi-Karriere – 157 Spiele, 36 Tore absolvierte er für den BVB – blieb Michael Rummenigge Dortmund treu.

„Wir leben jetzt seit 31 Jahren hier und fühlen uns total wohl“, gesteht der heutige Unternehmer, in dessen Wortschatz längst das „Wir“ Einzug gehalten hat, wenn er über den BVB spricht. Nicht verwunderlich ist es da, dass er sich auch eine Woche nach dem 0:4 des BVB in München noch nicht beruhigt hat.

„Ich habe mich geschämt für den Dortmunder Auftritt“

„Das gesamte Auftreten der Mannschaft war ein Desaster in München“, betont Rummenigge, der den Spott seines Bruders nach dem Abpfiff nur schwer ertragen konnte.

„Ihr seid uns immer herzlich willkommen, ihr lasst ja immer viele Punkte hier“, habe ihm Karl-Heinz gesagt. „Aber für mich steht fest: Ich fahre nicht mehr zum Spiel nach München, das ist für mich durch, ich habe mich dermaßen geschämt für den Dortmunder Auftritt“, sagt Michael Rummenigge.

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Michael Rummenigge über seinen BVB-Transfer

Er könne es auch nach langem Nachdenken nicht verstehen, wie der BVB nach dieser grandiosen zweiten Halbzeit gegen Inter Mailand drei Tage zuvor danach solch ein mutloses Spiel in München abliefern könne. „Das macht mich immer noch fassungslos“, gesteht er.

Rummenigge glaubt nicht daran, dass sich Hoeneß komplett rauszieht

Er nehme die Meinung vieler Fans wahr, die stinksauer seien auf die Dortmunder Profis und die jetzt eine eindeutige Erwartung haben: „Bei allem Respekt vor Paderborn, aber wenn wir jetzt gegen Paderborn nicht klar gewinnen, dann läuft etwas gewaltig schief. Wer vor 80.000 Zuschauern zuhause nach solch einem Spiel in München nicht von alleine läuft, der sollte sich einen anderen Beruf suchen.“

Dass sich dagegen Uli Hoeneß jetzt nach seinem Abschied als Bayern-Präsident eine andere Beschäftigung sucht, hält Michael Rummenigge für ausgeschlossen.

„Er wird schon loslassen, glaube ich. Ich habe ihn vor dem Spiel des BVB in München getroffen, da war er sehr locker und gut gelaunt. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass er sich künftig ganz raushalten wird. Denn was er da in 40 Jahren geschaffen hat, das ist schon gewaltig.“

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