Emotional an der Seitenlinie: Rüdiger Rehm. © imago / Jan Huebner
Borussia Dortmund

Wiesbaden-Trainer Rehm vor BVB-Duell: „Es gab nie eine größere Chance“

Titelverteidiger Borussia Dortmund startet beim SV Wehen Wiesbaden in die Pokalsaison. Trainer Rüdiger Rehm rechnet sich große Chancen gegen den BVB aus - und formuliert eine Kampfansage.

18 Partien sind schon ausgelost, als Ex-Profi und ARD-Experte Thomas Broich die Kugel mit dem SV Wehen Wiesbaden aus dem Lostopf zieht. Die Spannung beim Drittligisten steigt. Wer wird der Gegner in der ersten Pokalrunde? Es wird der Titelverteidiger, es wird Borussia Dortmund. Am Samstag (20.45 Uhr, bei uns im Live-Ticker) treffen die beiden Klubs nun aufeinander. Und SVWW-Trainer Rüdiger Rehm ist sich sicher: „Die Chance auf einen Sieg war und wird nie größer als jetzt.“

Wehen Wiesbaden und BVB trafen 2000/01 schon einmal aufeinander

Dabei stand der SV Wehen Wiesbaden schon einmal ganz knapp vor einem Erfolg gegen Borussia Dortmund. Noch als SV Wehen empfing der damalige Regionalligist 2000/01 in der zweiten Runde des DFB-Pokals den BVB. Erst in der Verlängerung erzielte Heiko Herrlich das erlösende 1:0 aus Sicht des Bundesligisten. Der bislang größte Pokalerfolg des SVWW: der Einzug ins Viertelfinale 2008/09.

Noch als SV Wehen empfing der damalige Regionalligist in der Saison 2000/01 den BVB im DFB-Pokal. © dpa © dpa

In den vier Jahren unter Trainer Rüdiger Rehm schaffte es der SV Wehen Wiesbaden dreimal in die zweite Pokalrunde, besiegte dabei die Zweitligisten Erzgebirge Aue, FC Heidenheim und FC St. Pauli. „Dadurch, dass wir in den letzten Jahren oft in der ersten Runde gegen Zweitligisten gut durchgekommen sind, hätte man natürlich lieber einen Zweitligisten gehabt“, sagt Rehm im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. Schließlich komme man lieber eine Runde weiter als gegen einen attraktiven Bundesligisten auszuscheiden. „Aber dann müssen wir jetzt halt mal gegen einen Top-Gegner gewinnen.“

Zerfahrene BVB-Vorbereitung ist die Chance für den Drittligisten

Und die Chancen dafür dürften aktuell tatsächlich so groß sein wie noch nie. Denn während der SV Wehen Wiesbaden schon zwei Spiele in der 3. Liga absolviert hat und voll im Saft steht, kämpft der BVB noch immer mit den Nachwirkungen der Europameisterschaft, etlichen Verletzungen, zwei Corona-Fällen und einer generell alles andere als optimalen Saisonvorbereitung. „In fünf bis sechs Wochen hätten wir so gut wie gar keine Chance gehabt. Jetzt haben wir wenigstens eine kleine Möglichkeit, dem BVB ein Bein zu stellen“, meint Rehm.

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Schon in den vergangenen Jahren habe man im Pokal gesehen, dass es für unterklassige Mannschaften von Vorteil ist, im Wettkampfmodus zu sein und schon ein paar Spiele in den Knochen zu haben. „Bei Bundesligisten sieht man oft, dass zu diesem Zeitpunkt noch einige Dinge fehlen.“ In dieser Saison sei es aufgrund der Europameisterschaft noch einmal eine ganz besondere Situation.

Borussia Dortmund bleibt im DFB-Pokal der klare Favorit

Dennoch ist der BVB natürlich der klare Favorit. Spätestens nach dem 3:0-Erfolg im letzten Testspiel gegen den FC Bologna, bei dem Borussia Dortmund eine sehr überzeugende Leistung gezeigt hat, ist man auch in Wiesbaden gewarnt. „Wir müssen so kompakt stehen wie in den ersten beiden Liga-Spielen und die Chancen nach vorne nutzen. Das wird beides nicht leicht.“

In der 3. Liga gab es für den SV Wehen Wiesbaden gegen den SC Freiburg II und den TSV 1860 München jeweils ein 0:0. „Das spricht vor allem für eine extrem gute Defensive“, lobt der 42-Jährige. „Und auch nach vorne hatten wir sehr gute Möglichkeiten. Die haben wir leider nicht genutzt. Das ist der Knackpunkt, an dem wir diese Woche auch arbeiten.“ Denn all zu viele Chancen dürfte es am Samstag gegen den BVB nicht geben. Vielleicht sogar nur diese eine. „Die muss dann drin sein“, sagt Rehm.

Rüdiger Rehm und BVB-Trainer Marco Rose kennen sich gut

Neben dem Spiel gegen Borussia Dortmund freut sich Rüdiger Rehm vor allem auf BVB-Trainer Marco Rose, mit dem er gemeinsam seinen Fußballlehrer gemacht und zu dem er noch heute ein sehr gutes Verhältnis hat. „Wir telefonieren immer mal wieder.“ Dementsprechend wünscht er ihm für seine neue Aufgabe bei Borussia Dortmund alles Gute und viel Erfolg – allerdings erst nach dem Pokalspiel. „Das wäre nicht der perfekte Start für ihn, aber da kann ich ihm kein Geschenk machen. Danach darf er gerne erfolgreich sein.“

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