Wörns-Vertragsklausel gestrichen

MARBELLA Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund hat die 25-Spiele-Klausel im Vertrag von Abwehrspieler Christian Wörns in beiderseitigem Einvernehmen gestrichen. Dies gaben der BVB und Wörns am Dienstag auf einer Pressekonferenz im Trainingslager in Marbella bekannt.

von Von Sascha Fligge

, 15.01.2008, 12:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Borussia Dortmunds Kapitän Christian Wörns (35, 459 Bundesliga-Partien, 66 Länderspiele) will sich nicht von den Medien auszählen lassen und hat den ihm auferlegten Karriere-Countdown am Dienstagmittag persönlich abgebrochen.

Im Trainingslager des BVB an der spanischen Costa del Sol erklärte er auf einer improvisierten Pressekonferenz unter Palmen: „Ich habe mich mit dem BVB darauf verständigt, dass die Klausel, nach der sich mein Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr verlängert, wenn ich in dieser Saison auf 25 Pflichtspiel-Einsätze komme, ersatzlos gestrichen wird.“

Wörns, der in der Hinrunde lediglich auf zehn Liga-Einsätze und eine Pokalbegegnung gekommen war, will sich mit diesem überraschenden und in der Branche nicht üblichen Schritt ein unwürdiges Laufbahn-Finale ersparen. Sein Arbeitgeber nahm dankend an. „Ein so verdienter Spieler wie Christian hat das ständige Aufzählen von Spielen, die er tunlichst noch zu absolvieren hat, nicht verdient. Beide Seiten profitieren von der Klausel-Streichung“, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc. KGaA-Boss Hans-Joachim Watzke wertete Wörns' Wunsch „als klares Zeichen, dass Christian in der Rückrunde nicht auf Statistiken schielen, sondern Leistung zeigen will“.

Absichtserklärung

Nach übereinstimmenden Aussagen haben sich der zuletzt ins zweite Glied gerückte Manndecker und Borussia Dortmund obendrein auf eine Absichtserklärung verständigt. Dieser zufolge wird es im Sommer offene Verhandlungen darüber geben, ob Wörns seiner langen Karriere noch eine weitere Saison anhängt. Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärte der Profi allerdings ausdrücklich: „Es kann auch gut sein, dass ich Schluss mache.“

Zurzeit konkurriert Wörns mit Markus Brzenska (23) und dem inzwischen favorisierten Martin Amedick (25) um den Part des Nebenmannes von Robert Kovac (33) in der BVB-Innenverteidigung. Dem Abwehrzentrum hatte Trainer Thomas Doll nach absolvierter Hinrunde „massenweise Klöpse“ attestiert.

Falls Wörns die Schuhe im Sommer an den Nagel hängen sollte, möchte er zunächst eine „ein- oder zweijährige Auszeit nehmen, mich zum Trainer ausbilden lassen und anschließend eventuell im Jugendbereich arbeiten“. Beim BVB? „Auch darüber“, sagt er, „werden wir im Sommer mit Sicherheit sprechen“. wird.

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