"Yoga macht mich ruhig"

Markus Feulner im Interview

DONAUESCHINGEN Markus Feulner (27) ist mit einem höchst inoffiziellen und äußerst wertvollen Titel aus Mainz zum BVB gewechselt: Der Mittelfeldspieler war in der vergangenen Saison notenbester Zweitliga-Akteur. Wir sprachen mit dem vielseitigen Ex-Bayern.

von Von Dirk Krampe

, 11.07.2009, 06:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
"Yoga macht mich ruhig"

Markus Feulner und Yasin Ötzekin haben offenbar Spaß am Spiel.

Sie sind auf der richtigen Fährte. Es gibt außer Ihnen nur einen, der ein Champions League-Tor erzielt hat… Feulner: Wer war das? Valdez, oder?

Stimmt genau. Mit 18 sind Sie als A-Jugendmeister mit den Bayern zu Münchens Profis gewechselt. Kam der Schritt damals zu früh? Feulner: Bayern ist halt ein großer Klub, da haben es die Talente immer schwer. Ich habe mit Lizarazu, Effenberg, Scholl gespielt. Das war eine tolle Erfahrung.

Scholl git als Ihr Freund und Vorbild. Sie haben wegen ihm die „7“ in Mainz getragen. Stimmt die Geschichte? Feulner: Er und Effenberg waren diejenigen, die sich die jüngeren Spieler gepackt und sie geführt haben. Wir haben noch Kontakt, aber nicht mehr so intensiv.

Sie sind nach Köln gewechselt, um als Stammspieler in der Bundesliga Fuß zu fassen. Warum hat es auch dort nicht so richtig gepasst? Feulner: Ich hatte da vier Trainer in zweieinhalb Jahren. Jeder hatte eine andere Philosophie. Das Problem begann aber in München. Es war mein größter Fehler, dass ich nicht darauf beharrt habe, dass ich zentraler Mittelfeldspieler bin. In den Köpfen der Trainer hatte sich festgesetzt, ich sei ein Rechtsaußen. Das bin ich vom Typ aber nicht. Als junger Spieler sagt man das einem Hitzfeld aber auch nicht einfach mal so. Nehmen Sie Bastian Schweinsteiger. Der spielt heute immer noch halbrechts, dabei ist er ein Mann fürs Zentrum.

Dass Sie dort Ihre Stärken haben, haben Sie dann in Mainz bewiesen… Feulner: Ja, der Wechsel hat sich gelohnt. Ich bin in der zweiten Liga noch mal gereift und habe speziell im letzten Jahr meine Position gefunden, auf der ich meine Stärken ausspielen konnte. Von 30 Spielen waren 28 richtig gut. Das war ein großer Schritt nach vorne.

Nun ist die Zentrale beim BVB mit Kehl und Hajnal exzellent besetzt… Feulner: Das stimmt. Mein Vorteil könnte sein, dass ich auf allen vier Positionen in der Raute spielen kann.

Sie haben nicht gezögert, als die BVB-Anfrage kam, obwohl Sie andere Angebote hatten. Warum? Feulner: Dortmund ist ein großer Klub. Ich sehe hier die Perspektiven, um bald international spielen zu können.

Sie machen seit einem Jahr Yoga. Inwiefern hilft Ihnen das beim Fußball? Feulner: Mein Berater hat mich darauf gebracht. Ich denke, dass es mir die Ruhe gebracht hat, um auf dem Platz die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die Ruhe zu bewahren in allen Situationen. Vorher hatte ich viele Muskelverletzungen. Die habe ich seitdem nicht mehr.

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