BVB-Trainer Marco Rose erlebt eine Vorbereitung mit vielen Hindernissen. © Inderlied / Kirchner-Media
Borussia Dortmund

Youngster, Neuzugang, Routiniers: Das sind die Gewinner der BVB-Vorbereitung

Hinter dem BVB liegt ein Trainingslager der besonderen Art. Fast alle EM-Fahrer sind gerade erst zurückgekehrt, einige Spieler sind verletzt. Vier Gewinner der Vorbereitung gibt es dennoch.

Es ist mit Sicherheit eine schwierige Vorbereitung für Borussia Dortmund. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nannte sie sogar „die schwierigste in den 17 Jahren, seit ich dabei bin“. Erst seit Montag hat BVB-Trainer Marco Rose alle seine Spieler zusammen – sechs Tage vor dem ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal beim Drittligisten SV Wehen Wiesbaden (Samstag, 20.45 Uhr).

Mit Ausnahme von Gregor Kobel, der nach seiner Teilnahme an der Europameisterschaft vorzeitig ins Training eingestiegen war, und Neuzugang Donyell Malen fehlen die EM-Teilnehmer noch im Mannschaftstraining. Mats Hummels, Raphael Guerreiro und Emre Can sind angeschlagen, Dan-Axel Zagadou wird nach seiner Knie-Operation erst im Herbst zurückkehren. Dafür konnten sich andere Spieler in Bad Ragaz in den Vordergrund spielen. Das sind die Gewinner der Vorbereitung:

01.) Mahmoud Dahoud:

Lange schien die Beziehung zwischen Borussia Dortmund und Mahmoud Dahoud ein großes Missverständnis zu sein. Doch unter Edin Terzic feierte der 25-Jährige seine ganz persönliche Wiederauferstehung und zählte in der Endphase der vergangenen Saison zu den Eckpfeilern im BVB-Spiel. Auch ein Grund, weshalb Dahouds Vertrag jetzt bis 2023 verlängert wurde.

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Und auch unter Marco Rose macht der Deutsch-Syrer dort weiter, wo er Ende Mai aufgehört hatte. Schon im Test gegen Athletic Bilbao war Dahoud einer der Besten, in der Partie gegen den FC Bologna war er sogar der stärkste Akteur auf dem Platz und an fast allen gefährlichen Offensivaktionen des BVB beteiligt. Sein größtes Manko, sich oft zu spät vom Ball zu trennen und in vielen Momenten die falsche Entscheidung zu treffen, scheint behoben. Und auch defensiv zeigte er sich stark verbessert, präsentierte sich deutlich robuster in den Zweikämpfen. Dahoud könnte auf der Achterposition zum Lenker und Denker des Dortmunder Spiels werden.

02.) Göktan Gürpüz:

Seit Beginn der Vorbereitung hat der 18-Jährige bei den BVB-Profis mittrainiert und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Der wendige Mittelfeldspieler ist mit jeder Menge Selbstbewusstsein ausgestattet und hat schon im ersten Testspiel gegen Gießen gezeigt, welche Fähigkeiten er mitbringt.

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Auch BVB-Kapitän Marco Rose lobte den Youngster: „Göki hat einen sehr guten Eindruck gemacht. Er spielt auch auf einer Position, die ihm sehr liegt, zentral, es macht Spaß, ihn auf dem Platz zu sehen.“ Und das stimmt. Er meidet keine Duelle und beweist immer wieder ein gutes Auge. Darauf folgte prompt die Belohnung für den U19-Nachwuchsspieler: Göktan Gürpüz bleibt zunächst Teil des Profi-Kaders, Marco Rose möchte das vielversprechende Talent gerne weiter beobachten.

03.) Gregor Kobel:

Die Diskussion rund um die Torhüter-Position, sie war in der vergangenen Spielzeit eine der meist geführten in Dortmund. Marwin Hitz und Roman Bürki agierten beide nicht fehlerfrei. Die sportliche Führung sah sich zum Handeln gezwungen und verpflichtete für 15 Millionen Euro den Stuttgarter Gregor Kobel.

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Der 23-Jährige, der beim VfB auf sich aufmerksam gemacht hatte, ist perfekt geeignet für diese Rolle. Mit seinen 1,94 Metern und seiner breiten Statur ist er eine echte Erscheinung zwischen den Pfosten, die einem Angreifer durchaus Angst und Bange machen kann. Kobel selbst scheint hingegen vor nichts Angst zu haben. Im Trainingslager schmiss er sich mit den Händen voraus in jedes Duell, auch auf der Linie machte er einen extrem starken Eindruck, tauchte sehr schnell in die Ecken ab. Vielleicht ist Gregor Kobel die wichtigste Neuverpflichtung dieses Sommers.

04.) Marco Reus:

Die Entscheidung, dass Marco Reus nicht mit zur Europameisterschaft fahren wird, hat man in Dortmund natürlich sehr gerne zur Kenntnis genommen. Gefühlt zum ersten Mal in seiner Zeit beim BVB absolviert der Kapitän eine gesamte Vorbereitung – und das bisher ohne jegliche Wehwehchen. In jeder Einheit stand er bislang auf dem Platz – und ging als Leader voran.

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Besonders im System mit Raute, das Marco Rose gegen Bologna testete, blühte Reus förmlich auf. Der 32-Jährige hatte an der flexiblen Interpretation seiner Rolle hinter den beiden Spitzen sichtlich Spaß und war fast überall auf dem Feld zu finden. Außerdem wirkt Reus austrainiert wie schon lange nicht mehr. Sollte er jetzt noch verletzungsfrei bleiben, könnte es seine Saison werden.

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