Muss sich beim BVB erneut zurückkämpfen: Dan-Axel Zagadou. © imago / Kirchner-Media
Borussia Dortmund

Zagadou muss seine Karriere neu ankurbeln – BVB will Zukunft zügig klären

Dan-Axel Zagadou steht nach langer Verletzungspause vor der Rückkehr ins BVB-Training. Der Franzose muss seine Karriere neu ankurbeln - zügig will Borussia Dortmund dann auch seine Zukunft klären.

„Kaputt und müde“ habe Dan-Axel Zagadou am Freitagmorgen gewirkt, erzählt Borussia Dortmunds Trainer Marco Rose, als man sich im Kabinentrakt der Borussia am Trainingszentrum in Brackel über den Weg lief.

Rose schmunzelt leicht, als er diese kleine Anekdote in der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Union Berlin (Sonntag, 17.30 Uhr, live auf DAZN) erzählt. Ist es doch ein gutes Zeichen, dass der so lange verletzte Innenverteidiger endlich wieder so belastet werden kann, dass die Spuren der Anstrengung in seinem Gesicht abzulesen sind.

BVB-Abwehrspieler Zagadou sieht Licht am Ende des Tunnels

Endlich, sechs Monate nach seiner Knie-Operation, sieht „Daxo“ wieder Licht am Ende des Tunnels. „Beide stehen kurz vorm Einstieg ins Training“, sagt Sebastian Kehl, der künftige Sportdirektor der Borussia, im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten über Zagadou und Soumaila Coulibaly. „Der eine ist da vielleicht etwas weiter als der andere, aber beide sind absolut im Plan.“ Im Sommer-Neuzugang hatte Zagadou in den vergangenen Monaten in der Reha immerhin einen gemeinsamen Leidensgenossen, was die tristen Momente vielleicht etwas erträglicher gemacht hat.

Möglich, dass Zagadou schon in der langen Trainingswoche nach dem Union-Spiel Schritt für Schritt ins Training integriert werden kann. Auch Marco Rose deutete am Freitag an, dass dieser Zeitpunkt nicht mehr ganz so weit weg ist. Vorsicht bleibt aber speziell nach Zagadous ungewöhnlicher Leidensgeschichte das oberste Gebot, sagt auch der Trainer: „Ob es dann schon in der nächsten Woche passiert, oder noch ein wenig länger dauert, darauf kommt es nicht an.“

Zagadou könnte ein BVB-Eckpfeiler für die kommenden Jahre werden

Worauf es ankommt: Der BVB möchte Zagadou als langfristige Option wieder im Kader haben. Das würde die seit Saisonbeginn stets präsenten Besetzungsprobleme in der Abwehr deutlich reduzieren. Immer, wenn er fit war, hat der 22-Jährige Leistung gebracht. Auch wenn er vor allem unter Lucien Favre um Einsatzzeiten kämpfen musste, hat sich doch an der hohen Meinung über Zagadou im Verein nichts geändert.

Ähnlich wie Jude Bellingham könnte der stille, aber immer lustige Franzose ein Eckpfeiler der Mannschaft für die kommenden Jahre werden. Zagadous Potenzial sei enorm, hat Sportdirektor Michael Zorc immer wieder betont, an dieser Einschätzung hält man im Klub auch nach Zagadous wahrer Verletzungs-Odyssee fest. Nur sie hat verhindert, dass der baumlange Verteidiger schon deutlich mehr Spiele im schwarzgelben Trikot auf dem Buckel hat.

Zagadou-Vertrag bei Borussia Dortmund läuft 2022 aus

Zagadous Verletzungspech wird in den kommenden Monaten erneut Thema werden, wenn Borussia Dortmund die Gespräche mit dem Berater von Dan-Axel Zagadou über seinen 2022 auslaufenden Vertrag wieder aufnehmen wird. Eine erste Kontaktaufnahme hat es dazu bereits vor einiger Zeit gegeben, nach Informationen der Ruhr Nachrichten wurden die Gespräche allerdings vertagt. „Wichtig ist zunächst einmal, dass der Junge wieder Sicherheit bekommt und Tritt fasst“, sagt auch Kehl. „Er hatte unglaubliches Verletzungspech, aber er weiß, dass er ein wichtiger Spieler für uns ist, wenn er gesund ist.“

Zagadou selbst hat freimütig bekannt, dass er sehr gern in Dortmund bleiben würde. Das heißt freilich nicht, dass die Gespräche ein Selbstläufer werden. Der BVB wird in die Verhandlungen einbringen, dass Zagadou in den viereinhalb Jahren, die er nun schon in Dortmund ist, mehr als 550 Tage wegen Verletzungen ausfiel. Vor allem die wiederkehrenden Knie-Blessuren mahnen zur Vorsicht bei der Vertragsgestaltung. Andererseits wäre eine langfristige Verlängerung bei einem Spieler mit seinem Potenzial eine wirtschaftlich sinnvolle Absicherung für die Borussia.

Dan-Axel Zagadou muss seine Karriere neu beleben

Der Spieler selbst muss seine Karriere neu beleben. Zagadou weiß dies, er wird hoffentlich klug genug sein um zu erkennen, dass ihm das in einem bekannten Umfeld leichter fallen wird, wo er weiter eine hohe Wertschätzung genießt und akzeptiert ist.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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