Zwei Wackelkandidaten treffen: BVB nach 2:0 gegen Wolfsburg wieder Vierter

Borussia Dortmund

Neues Jahr, neues Glück: Borussia Dortmund bezwingt den VfL Wolfsburg mit 2:0 und springt wieder auf Platz vier. Die Einstellung beim BVB stimmt - und zwei Wackelkandidaten treffen.

Dortmund

, 03.01.2021, 17:32 Uhr / Lesedauer: 3 min
Manuel Akanji (M.) springt am höchsten und köpft zur BVB-Führung ein.

Manuel Akanji (M.) springt am höchsten und köpft zur BVB-Führung ein. © imago / Witters

Erstes Spiel im neuen Jahr, erster Schritt aus der Form- und Ergebniskrise: Borussia Dortmund überstand gegen den VfL Wolfsburg eine komplizierte Anfangsphase, steigerte sich von Minute zu Minute und siegte durchaus verdient mit 2:0 (0:0) durch das Tor des Tages von Innenverteidiger Manuel Akanji nach einer Ecke von Jadon Sancho (63.) und einem Kontertor des Engländers (90.). Dank des Dreiers überholte der BVB in der Tabelle die Gäste und springt auf Platz vier.

Edin Terzic feiert seine BVB-Premiere im Signal Iduna Park

Bei seinem ersten Heimspiel als BVB-Cheftrainer hatte Edin Terzic sein Personal auf sechs Positionen gewechselt gegenüber dem letzten Pflichtspiel in 2020, dem 2:0-Sieg im DFB-Pokal bei Eintracht Braunschweig: Bürki, Meunier, Akanji, Witsel, Reus und Haaland spielten für Hitz, Morey, Zagadou, Bellingham, Brandt sowie Tigges von Beginn an. Terzic schickte sie mit einem klaren Auftrag auf den Platz: „Wir müssen auch mehr Torgefahr ausstrahlen und unseren Ballbesitz effektiver nutzen, um mehr Tore zu schießen.“ Außerdem sei die Anzahl der Gegentore für die Dortmunder Ansprüche viel zu hoch.

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Bundesliga, 14. Spieltag: BVB - VfL Wolfsburg 2:0 (0:0)

Die Bilder der Bundesliga-Partie zwischen Borussia Dortmund und dem VfL Wolfsburg.
03.01.2021
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Bilder der Bundesliga-Partie zwischen Borussia Dortmund und dem VfL Wolfsburg.© dpa
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Bilder der Bundesliga-Partie zwischen Borussia Dortmund und dem VfL Wolfsburg.© AFP
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Bilder der Bundesliga-Partie zwischen Borussia Dortmund und dem VfL Wolfsburg.© dpa
Bilder der Bundesliga-Partie zwischen Borussia Dortmund und dem VfL Wolfsburg.© dpa

In die ersten Spielminuten des neuen Jahres schlitterten die Borussen eher wackelig hinein. Wolfsburgs Xaver Schlager durfte aus zentraler Position unbedrängt abschließen (5.) und überrannte dann Axel Witsel mühelos. Die Flanke brachte Yannick Gerhardt aufs Tor, der Schuss prallte von Mats Hummels’ Oberschenkel an den Pfosten und dann ins aus - Glück gehabt (6).)

Schwacher Start - doch der BVB steigert sich

Es dauerte, bis die Schwarzgelben ihren Zugang zur Partie fanden. Das gelang mit Ballsicherheit und einer Handvoll guter Pressingsituationen. Giovanni Reyna schickte Marco Reus in den Strafraum, der unplatziert auf VfL-Torhüter Koen Casteels zielte statt Erling Haaland mit einem Querpass zu bedienen (10.). Das sollte für lange Zeit die beste Tormöglichkeit bleiben. „Schneller spielen“, forderte Terzic von seinen Spielern, die oft in die Breite und zu wenig in die Tiefe passten. So fehlten die Lösungen, um die konzentriert und diszipliniert verteidigenden Wolfsburger in Unruhe zu versetzen. Die Gäste gewannen die Mehrzahl der Zweikämpfe.

Trotzdem bekam der BVB mit zunehmender Spieldauer Oberwasser und entwickelte auch viel mehr Torgefahr. Agierte Reus nach zehn Minuten noch zu eigensinnig, war sein Querpass auf Haaland im Strafraum eher ein Schlenker zu viel, das war eine dicke Möglichkeit (43.)! Wer etwas über den bisherigen Saisonverlauf von Jadon Sancho erfahren will, muss die Szene kurz vor der Halbzeit ansehen: Ballereroberung von Thomas Delaney, der abgewehrte Knaller von Haaland landet vor den Füßen des 20-jährigen Engländers, das Tor ist quasi leer, doch Sancho trifft aus elf Metern Entfernung den Ball nicht richtig, eine hundertprozentige Gelegenheit (45.). Der von Casteels parierte Freistoß von Reus (45.) passte ins Bild einer starken BVB-Phase vor der Pause.

Glückloser Erling Haaland gibt sein BVB-Comeback

Diesen Schwung mitzunehmen und an die positiven Szenen anzuknüpfen, das dürfte das Thema in der Kabine gewesen sein. Doch nach drei Heimniederlagen in Serie (Bayern, Köln, Stuttgart) fehlte es weiter an Sicherheit und Selbstvertrauen - außer bei Haaland: Tiefer Pass von Raphael Guerreiro, Casteels lenkte den Ball mit einem Reflex über den Querbalken (53.). Doch auch Wolfsburg blieb gefährlich, Mittelstürmer Wout Weghorst (neun Saisontore) verfehlte mit dem rechten Fuß (53.) und per Kopf nach Bürki-Patzer (54.) das Tor. Die Gäste reisten schließlich mit der Empfehlung von erst einer Niederlage an (1:2 in München), der BVB hatte bis zum Anpfiff bereits fünf Pleiten angehäuft.

Ihre angeknackste Psyche konnten die Borussen weiter nicht aus den Kleidern schütteln, aber sie arbeiteten, rannten, kämpften, versuchten Fußball zu spielen. Und dann half mal ein Standard auf der richtigen Seite: Sehr vernünftige Ecke von Sancho mit Schnitt auf den Elfmeterpunkt, Manuel Akanji schraubte sich hoch und köpfte, nur von Mitspieler Hummels „bedrängt“, den Ball per Aufsetzer unhaltbar links neben den Pfosten (66.). Freude und Erleichterung schienen in der Dortmunder Jubeltraube rund um den Torschützen mit den Händen greifbar.

Thomas Meunier ist ein Unsicherheitsfaktor in der BVB-Defensive

Wolfsburg allerdings gab sich mit dem Rückstand keineswegs zufrieden und hätte Minuten später fast unverzeihliche Aussetzer des abermals schwachen Thomas Meunier (72.) und von Raphael Guerreiro (73.) ausnutzen müssen. Vor allem der kantige Weghorst beschäftigte den BVB immer wieder im und rund um den Strafraum. Mit Steffen Tigges anstelle von Erling Haaland (81.) wollte Terzic frischen Wind und eine neue Anspielstation bringen, fast wäre Tigges der goldene Streich geglückt (82.).

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Positiv: Die Schwarzgelben verteidigten die schmale Führung auch mit eigenen Angriffen, hielten den Druck lange vom eigenen Tor weg und hatten in den final wenigen VfL-Szenen das nötige Glück gegen den in der Chancenverwertung zu schwachen direkten Konkurrenten. In der zweiten Minute der Nachspielzeit besorgte dann Sancho nach einem Konter den Endstand und ein großes Durchatmen in Dortmund (90.+2). Auf den BVB wartet am kommenden Samstag das nächste Topspiel, wenn die Mannschaft von Edin Terzic um 18.30 Uhr bei RB Leipzig antreten muss.

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