Der IBKF näht Gesichtsmasken zur Rettung des Modelabels Vest

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Der IBKF näht jetzt Gesichtsmasken und bittet dafür um Spenden. Der Bildungs- und Kulturverein versucht auf diesem Wege, den Laden des Modelabels Vest an der Oberen Münsterstraße zu retten.

Castrop-Rauxel

, 02.04.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es gibt sie in bunt, gestreift, gepunktet, mit lustigen Motiven, aber auch einfarbig: Es geht um Mundschutzmasken, in diesen Corona-bewegten Zeiten ein viel beachtetes Extra fürs Gesicht. Ruziye Malkus, Schneidermeisterin und Chefin des Internationalen Bildungs- und Kulturvereins für Frauen (IBKF), macht aus der Not eine Tugend.

Seit Kurzem näht auch sie mit der Unterstützung von Tochter Gülsah Malkus-Peter und zwei weiteren ehrenamtlichen Helferinnen Gesichtsmasken zuhauf. Das tun in diesen Tagen viele, die mithelfen wollen in der auch von Bund und Land kommunizierten Verknappung.

Die Schwerinerin Ruziye Malkus (60) möchte damit aber auch versuchen, den Laden des Modelabels Vest an der Oberen Münsterstraße 5 zu halten. Für jede genähte Maske wird um eine Spende in Höhe von fünf Euro gebeten.

Der IBKF fertigt jetzt auch Gesichtsmasken an.

Der IBKF fertigt jetzt auch Gesichtsmasken an. © Malkus

Klar, auch der Laden ist seit der Kontaktsperre dicht. Sonst einer der Drehorte insbesondere für Frauen, die ein bisschen Geld verdienen möchten, denen es um Kommunikation untereinander, aber auch um Hilfe in Behörden-Angelegenheiten geht.

„Die Miete müssen wir ja weiter bezahlen“

„Ich hoffe, dass wir das Ladenlokal halten können“, sagt die 60-Jährige. Die Miete müsse ja weiter gezahlt werden – ohne Einnahmen sei das kaum zu schultern. Die Stoffe für die Masken stammen aus den Kleidungsspenden, Vest-Mode ist bekannt dafür, aus gut erhaltenen Kleidungsstücken ausgefallene neue Mode anzufertigen.

Gülsah Malkus-Peter mit Gesichtsmaske

Gülsah Malkus-Peter mit Gesichtsmaske © Malkus

„Wir haben die Sachen nach Hause geholt“, sagt Gülsah Malkus-Peter. „Die Mama wäscht sie mit Spezialmitteln und ich bügele sie am Abend mit Handschuhen und Mundschutz.“ Danach kämen sie in einen Gefrierbeutel, der mit einem Clip verschlossen wird. Die meisten Masken würden daheim auf Schwerin vor der Haustür abgeholt – aus einer Tasche genommen, in denen beschriftete Päckchen liegen.

Die Masken werden mit einer Tasche genäht

„Wir wollen ja ganz vorsichtig sein“, sagt Gülsah Malkus-Peter. „Die Masken werden übrigens mit einer Tasche genäht, sodass Kaffeefilter oder Staubsaugerbeutel als Filter benutzt werden können“, erklärt Marlies Graeber aus dem Vorstand des IBKF. Das sei zwar kein ausreichender Schutz, aber zumindest ein kleiner, weiß die CDU-Ratsfrau.

Nach vier Stunden sollte die Maske ausgetauscht werden, und bei 100 Grad im Dampfgarer (16 Minuten) oder bei 80 Grad im Backofen 45 Minuten sterilisiert werden.

Mit dem Mundschutz schützen sich die Träger nicht selbst – sie verhindern allerdings das Risiko, dass von ihnen selbst eine Ansteckung ausgeht.

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