Fahrerflucht oder nicht? 200 Euro in bar beendeten das Gerichtsverfahren

hzGerichtsurteil

Wer ein anderes Fahrzeug beschädigt, ist verpflichtet, die Polizei zu informieren. Langes Warten und eine Notiz reichen nicht aus, so der Amtsrichter in Castrop-Rauxel. 200 Euro lösten den Fall.

Castrop-Rauxel

, 21.12.2019, 19:20 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Sommer fuhr der 41-jährige Arzt mit seinem Kind auf den Parkplatz eines Discounters. Als sein Nachwuchs die Beifahrertür öffnete, berührte diese das nebenan parkende Autos. Die Beseitigung der Macke würde 200 Euro kosten, stellte sich später heraus.

Vater des Kindes wartete eine Stunde

Der Arzt wartete eine geschlagene Stunde auf den Fahrer. Erst dann schob er eine Notiz mit seinen Kontaktdaten unter den Scheibenwischer und fuhr davon.

Der 41-Jährige war überzeugt, alles richtig gemacht zu haben. Dennoch landete er auf der Anklagebank im Castrop-Rauxeler Amtsgericht. Der Vorwurf: Fahrerflucht.

„Ich habe noch keinen Fall verhandelt, wo ein Unfallverursacher so lange gewartet hat“, sagte der Richter anerkennend. Dennoch habe sich der Angeklagte nicht gesetzeskonform verhalten.

Denn der Paragraf 142 des Strafgesetzbuches schreibt vor, dass Unfallverursacher erst weiterfahren dürfen, wenn sie die Feststellung des Unfalls und ihrer Personalien ermöglicht haben. Wartezeit und Notiz reichten nicht aus. Der Mann hätte die Polizei per Telefon informieren müssen.

Angeklagter überreichte 200 Euro in bar

Trotzdem ging der Fall glimpflich aus. Noch im Gerichtsaal überreichte der Angeklagte den Geschädigten 200 Euro in bar. Die konnten ihre Überraschung und Freude kaum verbergen. Denn das Auto war mit Macke bereits verkauft. Danach wurde das Verfahren eingestellt.

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