200 Menschen getestet, Häuser unter Quarantäne – doch Ergebnisse fehlen

Coronavirus

Die Stadt Castrop-Rauxel wollte am Feiertag schon wissen: Gibt es weitere Infektionen in den großen Häusern an der Wittener und der Langen Straße? Das Labor lieferte wohl noch keine Ergebnisse.

Castrop-Rauxel

, 01.05.2020, 23:08 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Mitarbeiterin auf dem Weg zum Haus in der Langen Straße, in dem alle Bewohner auf das Coronavirus getestet werden sollten. In ihrer Hand hält sie eine Tüte mit den für den Test notwendigen Röhrchen.

Eine Mitarbeiterin auf dem Weg zum Haus in der Langen Straße, in dem alle Bewohner auf das Coronavirus getestet werden sollten. In ihrer Hand hält sie eine Tüte mit den für den Test notwendigen Röhrchen. © Lukas Wittland

Die Stadtverwaltung ließ am Donnerstag in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt des Kreises und einer mobilen Abstrich-Einheit des Deutschen Roten Kreuzes über 200 Bewohner zweier Häuserkomplexe in Merklinde und Habinghorst testen. Am Freitag-Nachmittag stand fest, dass die Testergebnisse doch nicht wie erhofft schon am Feiertag vorliegen würden.

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Aus drei zusammenhängenden Häusern an der Wittener Straße, in denen etwa 80 Menschen auf engem Raum wohnen, waren vor einer Woche zwei Menschen mit Covid-19-Infektionen im Krankenhaus behandelt worden. Als der Stadtverwaltung am Montag bekannt wurde, dass es sich bei den Getesteten um Bewohner dieser Häuser handelt, reagierte die Stadt und ließ weitere Bewohner, vor allem Kinder, vorsorglich testen. Denn bald soll der Betrieb an den Schulen wieder beginnen, begründete Bürgermeister Rajko Kravanja das Vorgehen. Am Mittwochabend wurde das Testergebnis bekannt: Weitere 13 Personen waren Corona-positiv.

Alle Bewohner getestet

Die Stadtverwaltung schloss sich mit dem Gesundheitsamt kurz. Gemeinsam stellte man die Häuser, in denen vor allem Menschen aus Rumänien und Bulgarien leben, unter Quarantäne, bewachte sie mit einem Sicherheitsdienst und veranlasste am Donnerstag den Besuch der Abstrich-Einheit: Alle Bewohner wurden auf Corona getestet.

Eine sechsköpfige Familie war zu dem Zeitpunkt schon zu einer Schwester der Mutter nach Habinghorst an die Lange Straße umgezogen – offenbar aus Furcht vor einer Ansteckung. Dort wohnen rund 150 Menschen in ähnlichen Verhältnissen. Auch die wurden auf freiwilliger Basis am Donnerstag getestet. Sie standen bis Freitagabend nicht unter Ausgangssperre. Am Samstag (2.5.) werden Ergebnisse erwartet. Es könnte ein böses Zahlen-Erwachen geben.

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